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Branchenmeldungen 21.02.2011

Häusliche Gewalt in der Zahnarztpraxis erkennen

Häusliche Gewalt in der Zahnarztpraxis erkennen

Landeszahnärztekammer Hessen unterstützt Projekte für betroffene Frauen

Frankfurt - Einer repräsentativen Studie von 2004 zufolge ist in Deutschland mehr als jede dritte Frau zwischen 16 und 85 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt geworden. Die Täter waren meist aktuelle oder ehemalige Intimpartner der Frauen. Auch Männer können Opfer von Gewalt in Intimbeziehungen sein, Frauen sind dies aber häufiger und werden schwerer verletzt.

Aufgrund von sichtbaren Verletzungen im Kopf-, Gesichts- und Mundbereich gehört die Zahnarztpraxis möglicherweise zur ersten Anlaufstelle in der Gesundheitsversorgung für Frauen, die häusliche oder sexualisierte Gewalt erfahren haben. Zudem können psychische Auffälligkeiten, wie panische Angst oder verminderte Akzeptanz, im Verlauf einer zahnärztlichen (Routine)Behandlung einen möglichen Hinweis auf Gewalterfahrungen geben.

In einem Projekt der Hochschule Fulda in Kooperation mit der Landeszahnärztekammer Hessen, dem Hessischen Sozialministerium und dem Verein „Wieder Lachen e.V“ sollen Handlungsempfehlungen für Zahnärzte und Zahnärztinnen im Umgang mit häuslicher und sexualisierter Gewalt entwickelt und fest in das zahnärztliche Geschehen eingebunden werden.

„Die Aufgabe von Zahnärztinnen und Zahnärzten ist dabei weniger, Frauen mit Gewalterfahrungen direkt zu unterstützen. Vielmehr können sie Betroffenen Informationen über Anlauf- und Beratungsstellen vermitteln, ermutigen diese in Anspruch zu nehmen, Unterstützung bei der Kontaktaufnahme bieten. Direkt können Zahnärztinnen und Zahnärzte selbstverständlich helfen, wenn Schäden an Zähnen oder den Weichteilen im Mundbereich versorgt werden müssen“, erläutert Dr. Antje Köster-Schmidt, Vorstandsmitglied der Landeszahnärztekammer Hessen.

Auch die Patientenberatung der Landeszahnärztekammer Hessen vermittelt entsprechende Kontaktadressen zu professionellen Organisationen. Die kostengünstige Servicenummer 01805-202052 kann täglich genutzt werden.

Dass sich Zahnärztinnen und Zahnärzte in ganz Deutschland verstärkt mit diesem Thema auseinandersetzen, bestätigt die bundesweite Koordinierungskonferenz „Häusliche Gewalt in der Familie - Früherkennung und richtig Handeln in der Zahnarztpraxis“ der Bundeszahnärztekammer, die am 27. März 2009 in Frankfurt stattfand.

Quelle: Landeszahnärztekammer Hessen, 30.03.2009

Foto: © Shutterstock.com

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