Branchenmeldungen 05.11.2026
Karies, Parodontitis, Mundhöhlenkrebs: Wer ist häufiger betroffen, Frauen oder Männer?
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Für ihre im Fachjournal Clinical and Experimental Dental Research veröffentlichte Studie werteten US-Forscherinnen zwei große Gesundheitsdatenbanken aus. Die Untersuchung umfasste 254.700 Erwachsene aus dem Forschungsprogramm All of Us sowie rund 4,7 Millionen Erwachsene aus der Datenbank BigMouth.1 Im Mittelpunkt stand die Frage, bei welchen zahnmedizinischen Diagnosen und Befunden sich Unterschiede zwischen Frauen und Männern feststellen lassen.
Bei bösartigen Tumoren der Mundhöhle fiel das Ergebnis eindeutig aus. In beiden Datenbanken waren diese stärker mit Männern assoziiert. Deutlich vielschichtiger wurde es dagegen bei Karies. Zwar zeigte sich bei der allgemeinen Kariesdiagnose in beiden Datenbanken eine stärkere Assoziation mit Frauen. Sobald die Forscherinnen jedoch einzelne Kariesformen betrachteten, verschob sich das Bild. In All of Us waren sieben von neun untersuchten Kariesbegriffen stärker mit Männern verbunden, darunter Fissurenkaries mit Beteiligung des Dentins oder der Pulpa. In BigMouth betraf dies hingegen nur die Wurzelkaries. Alle übrigen untersuchten Kariesbegriffe waren dort stärker mit Frauen assoziiert.
Ein ähnlich uneinheitliches Bild zeigte sich bei Parodontitis. Die allgemeine Diagnose einer chronischen Parodontitis war in beiden Datenbanken stärker mit Frauen verbunden. Bei der generalisierten schweren chronischen Parodontitis überwog in BigMouth hingegen die Assoziation mit Männern. Noch deutlicher wurden die Unterschiede bei der lokalisierten chronischen Parodontitis. Während diese in All of Us stärker mit Männern verbunden war, zeigte sich in BigMouth das umgekehrte Verhältnis.
Daneben fanden die Forscherinnen weitere Unterschiede, bei denen die Ergebnisse beider Datenbanken übereinstimmten. So waren Mundtrockenheit, Mundulzerationen, reversible Pulpitis sowie symptomatische und asymptomatische apikale Parodontitis stärker mit Frauen assoziiert. Dass die Ergebnisse nicht durchgehend übereinstimmen, hat möglicherweise auch methodische Gründe. Bei acht von 20 direkt vergleichbaren Diagnose- und Befundbegriffen kamen die beiden Datenbanken zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Autorinnen verweisen unter anderem auf die Zusammensetzung der untersuchten Patientengruppen und die unterschiedliche Erfassung zahnmedizinischer Diagnosen. Während BigMouth Behandlungsdaten aus elf US-Zahnhochschulen enthält, umfasst All of Us eine breiter angelegte Sammlung medizinischer und zahnmedizinischer Gesundheitsdaten.
1 Fetchko E, Sangalli L, Letra A. Examining Electronic Health Records to Investigate Sex Differences in Oral Diseases and Conditions. Clin Exp Dent Res. 2026 Oct;12(5):e70455. doi: 10.1002/cre2.70455. PMID: 42709938; PMCID: PMC13552865.