Wissenschaft und Forschung 02.11.2026
GLP-1-Medikamente und Parodontitis: Weniger Kilos, weniger Zahnfleischtaschen?
share
Für seine in BMC Oral Health veröffentlichte Pilotstudie wertete es rückblickend die Behandlungsdaten von 132 Patienten mit Typ-2-Diabetes aus.1 Bei 70 ließ sich die Entwicklung der parodontalen Befunde über mindestens zwölf Monate verfolgen. Davon hatten 32 eine dokumentierte GLP-1-basierte Therapie, bei den übrigen 38 war keine solche Medikation verzeichnet. Um mögliche Unterschiede zu erfassen, betrachteten die Wissenschaftler die mittlere Sondierungstiefe und die Zahl der Messstellen mit mindestens fünf Millimeter tiefen Zahnfleischtaschen. Dabei zeigte sich zunächst ein günstigeres Bild für die Medikamentengruppe. Nach Berücksichtigung weiterer Einflussgrößen wie Alter, BMI und Rauchen lag die geschätzte Zahl dieser Messstellen bei der Nachuntersuchung rund 35 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe. Statistisch signifikant war dieser Unterschied allerdings nicht. Bei der Veränderung der mittleren Sondierungstiefe ließ sich ebenfalls kein Unterschied zwischen den Gruppen feststellen. Damit bleibt offen, ob die Medikamente tatsächlich einen parodontalen Vorteil bieten. Einen Nutzen für den Zahnhalteapparat belegt die vorliegende Untersuchung somit noch nicht.
1 Anderson, B., Shen, H., Henn, P. et al. GLP-1-Rezeptoragonisten-Therapien und Parodontitis: eine retrospektive Pilotkohortenstudie. BMC Oral Health (2026). https://doi.org/10.1186/s12903-026-10317-2