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Branchenmeldungen 08.11.2019

Patientenkommunikation 2.0

Patientenkommunikation 2.0

Intraorale Kameras sind ein Schlüsselinstrument, wenn es um die Patientencompliance in der dentalen Praxis geht. Sie geben nicht nur dem behandelnden Zahnarzt ein genaues Bild vom Zustand der Zähne und des Weichgewebes, sondern vermitteln dem Patienten auch anschaulich den Befund. Sie machen es dem Zahnarzt einfacher, die optimale Behandlung zu erörtern.

Die moderne Form der Befundaufnahme ist die Intraoralkamera. Sie bietet dem Zahnarzt eine ideale und verlässliche Möglichkeit der Diagnose und unterstützt gleichzeitig bei der anschließenden Erläuterung gegenüber dem Patienten. Die drahtlose Intraoralkamera Whicam Story3 (Good Doctors Germany) hat sich in der Patientenkommunikation als ideale Hilfe etabliert. Zahnarzt Stefan Grunewald aus Köln nutzt sie täglich in seiner Praxis. Zudem ist er als Berater an der Entwicklung von innovativen Dentaltechnologien beteiligt und weiß in Theorie wie Praxis, worauf es bei modernen Dentalwerkzeugen ankommt.

Herr Grunewald, in der Zahnmedizin hat es viele technologische Innovationen gegeben. Wie hat sich dadurch die Arbeit verändert?

Das Wichtigste hat sich eigentlich nicht geändert: die Beziehung zwischen Zahnarzt und Patient. Sie ist das Fundament einer guten vertrauensvollen Behandlung, die für beide Seiten so angenehm wie möglich sein sollte. Deshalb bemühe ich mich von Anfang an um eine persönliche Kommunikation und möchte dem Patienten vermitteln, dass er den Behandlungsprozess mitgestaltet. Dabei können innovative Technologien, wie die drahtlose Whicam Story3, sehr hilfreich sein.

In welcher Form hilft Ihnen die intraorale Kamera?

Viele Befunde werden bei uns in der Praxis visualisiert, um dem Patienten Behandlungstransparenz zu vermitteln. Die Whicam Story3 ist für mich dabei ein unverzichtbares Werkzeug, denn sie macht die Abläufe in mehrfacher Hinsicht einfacher.

So werden etwa große Teile des Therapiegesprächs delegierbar. Das hat viele Vorteile, denn z. B. wird die Tätigkeit der Stuhlassistenz aufgewertet. Meistens ist es so, dass der Patient mit der Assistenz auf einer eher persönlichen Ebene kommuniziert. Er bespricht mit ihr Dinge, die er dem Zahnarzt nicht immer anvertrauen würde, da dieser für viele Patienten auf einer anderen Hierarchieebene steht. Das ärztliche Gespräch ist durch größere Distanz gekennzeichnet. Durch den leichteren Zugang zur Assistenz ist der Patient über seinen oralen Zustand vorinformiert und der Zahnarzt muss nur den Faden aufnehmen. Die Entscheidung, dass etwas behandelt werden muss, hat der Patient dann oft schon vor dem eigentlichen Gespräch getroffen. Dadurch steigt die Glaubwürdigkeit des behandelnden Mediziners. Der Patient entscheidet sich aufgrund des Bilds selber für eine Therapie, auch wenn ihm die fachliche Kompetenz fehlt.

Die Whicam Story 3 kam schon 2015 zur IDS heraus. Was hat sich seitdem getan?

Die intraorale Kamera entwickelt sich immer mehr zur Diagnostikhilfe. Die Firma DÜRR DENTAL SE entwickelte mit der VistaCam iX eine drahtgebundene Kamera mit Wechselköpfen. Je nachdem, welchen Kopf Sie aufschrauben, können Sie intraorale Fotos aufnehmen, Plaque darstellen oder mittels Infrarot Approximalkaries detektieren.

Benutzen Sie jetzt Wechselköpfe zur Patientenkommunikation und Diagnostik?

Mir ist das ehrlich gesagt zu kompliziert. Bei unserm Konzept ist die Stuhlassistenz die Hauptverantwortliche für die visuelle Aufklärung. Durch meine Zusammenarbeit mit Good Doctors Germany (GoodDrs) haben wir in unserer Praxis auch Wechselköpfe für die Whicam Story3. Diese lagen aber die meiste Zeit in der Schublade, weil die Assistenz die Indikationen für die einzelnen Aufnahmen nicht erkennt. Das funktioniert in unserer Praxis also nicht. Zur IDS 2019 kam die intraorale Kamera Inspire von GoodDrs auf den Markt. Diese Multifunktionskamera ist kaum größer als ein Winkelstück und macht sowohl extraorale als auch intraorale Fotos, darüber hinaus ohne Kopfwechsel Infrarot- und Fluoreszenzaufnahmen. Und sie hat eine integrierte Sensormaus.

Hat diese Kamera jetzt Ihre drahtlose Whicam Story3 abgelöst?

Jein. Die Inspire ist so einfach zu bedienen, dass die Stuhlassistenz die Handhabung schnell lernt. Sie geht folgendermaßen vor: Eine extraorale Aufnahme (Lachen) wird erstellt, intraoral dann noch im 3:1-Modus von den Molaren und Prämolaren von okklusal. (3:1-Modus heißt: mit einmal Auslösen wird je ein Bild optisch, in Fluoreszenz und Infrarot erzeugt). Dazu folgen bei Bedarf rein optische Aufnahmen von Kronenrändern, freiliegenden Zahnhälsen, Gingivitis usw. Dadurch habe ich auf dem Monitor eine wirklich große Auswahl an Kommunikationsankern. So genial die Inspire auch ist, sie hat ein USB-Kabel. Gerade die Drahtlostechnik macht die Handhabung der Whicam Story3 aber so einfach und ermöglicht die preiswerte Nutzung in mehreren Behandlungsräumen. Wir nutzen also die Whicam Story3 auch weiterhin.

Wie schulen Sie die Assistenz?

Die Bedienung der Kamera ist so einfach, dass die Mitarbeiterin nach einmaliger Demonstration und etwas Übung mit einer Kollegin den Gebrauch beherrscht. Als wichtig empfinde ich, mit der Assistenz die beiden möglichen Patientenreaktionen auf die Visualisierung zu besprechen: Manche Patienten möchten die eigenen Zähne aus Scham gar nicht sehen. Die Assistenz kann dann vermitteln: „Lieber Patient, lassen Sie die Augen ruhig zu, ich mache ein paar Aufnahmen, damit der Arzt Sie besser untersuchen kann.“

Oder Patient und Assistenz haben eine vertrauensvolle Kommunikation. Der Patient ist neugierig und schaut sich vorab mit der Assistenz auf dem Monitor die groß sichtbaren Zähne an, die für den Behandler aufgenommen werden. So oder so: Der Zahnarzt hat die Aufnahmen vorliegen und entscheidet, ob er mit dem Patienten auf visueller Ebene kommuniziert. Die Bil-der können später in jedem Fall die Situation vor- und nachher dokumentieren.

Rechnet sich diese Transparenz jenseits der Patientenbindung wirtschaftlich?

Absolut, denn man kann dem Patienten die Argumente für eine gute Versorgung direkt vor Augen führen: „Lieber Patient, Sie sehen selbst, dort ist ein Defekt. Sollen wir das mit Gold oder lieber mit Keramik versorgen?“ Dank der anschaulichen Bilder der Intraoralkamera ist der Patient in der Regel viel eher bereit, in eine hochwertige ästhetische Lösung zu investieren, selbst wenn diese etwas teurer ist.

Intraorale Kameras standen in der Vergangenheit oft in der Kritik. Warum sind Sie von ihnen überzeugt?

Tatsächlich liegen viele intraorale Kameras unbenutzt in der Schublade, weil sie nicht hundert Prozent praktikabel im Praxisalltag sind. Dr. Kim Young Woon, der Eigentümer der Firma GoodDrs, ist selber Zahnarzt und bringt Experten-Know-how aus zwei Branchen zusammen: die innovativsten Entwicklungen der Smartphone-Technologie und echte Erfahrungen der dentalen Praxis.

Was machen die neuen Kameras besser?

Das ist zum einen der Anschaffungspreis: Häufig kosten intraorale Kameras 5.000 EUR je Behandlungszimmer – und das für ein kabelgebundenes Gerät, bei dem Sie sich für die Bildbearbeitung zur Tastatur und Maus umdrehen müssen. Die Whicam Story3 kostet weniger als 2.900 EUR und dank eingebauter Maus kann ich das Bildprogramm direkt mit der Kamera bedienen. Kombiniert mit einem großen Flatscreen wird für den Patienten der Zustand seiner Zähne optimal sichtbar. Die Kamera beweist außerdem: drahtlos funktioniert. Sie ist sehr leicht zu bedienen, liefert eine hervorragende Bildqualität und hat ein gutes Verarbeitungsprogramm. Bei uns wird sie zentral in der Praxis aufbewahrt. Weil sie drahtlos ist, bleibt sie in jedem Behandlungszimmer verfügbar, wo sie nur eingeschaltet werden muss und sich automatisch anmeldet.

Also mehr Leistung zum kleineren Preis?

Bei der Konzeption wurde an alles gedacht. Die Kamera hat HD-Qualität, stellt dank Flüssiglinse automatisch scharf und verwackelt nicht. Auch die Bedienung ist denkbar einfach. Wie im Handy, ist ein Bewegungssensor eingebaut. Nach weniger als fünf Minuten Übung steuern Sie den Mauszeiger intuitiv mit der Kamera. In jedem Zimmer braucht man dann noch einen Kamerareceiver. Das ist ein USBStick, der einfach in den Rechner gesteckt wird. Selbstverständlich kann die Kamera in das Röntgen- und Bildverarbeitungsprogramm der Praxissoftware eingebunden werden. Falls hier keines vorhanden ist, kann das kostenlos mitgelieferte „Drs Viewer 2“-Programm verwendet werden. Es ist einfach und kann alles, was man braucht. Es ist allerdings nicht mehrplatzfähig. Was die EDV angeht, so ist ein einfacher Windows-Rechner ausreichend. Die Grafikkarte sollte allerdings vernünftig sein, damit die Kamera ihre optische Qualität ausspielen kann.

Klingt, als würde die Kamera jetzt Ihren Job übernehmen?

Wenn es um Diagnostik und Patientenbeziehung geht, ist sie tatsächlich eine Hilfe, auf die ich nicht verzichten möchte. Aber die Behandlung muss ich doch noch selber durchführen. Diese intraorale Kamera ist jedenfalls ein wesentlicher Baustein für alle Zahnärzte, die stressfrei hochwertige Leistungen anbieten möchten.

Autoren: Karin Jaskowsky, Birgit Waasem

Fotos: Good Doctors Germany GmbH

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