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Branchenmeldungen 08.02.2017

Stärken vereinen und Komplexität straffen

Stärken vereinen und Komplexität straffen

Dentsply Sirona hat im Oktober 2016 Pläne für die Neuausrichtung der Produktions-, Vertriebs- und Logistikaktivitäten in Deutschland bekanntgegeben. Rainer Berthan, Executive Vice President von Dentsply Sirona, beantwortet im Interview Fragen dazu und geht auf Gründe für diese Entscheidung ein.

Es ist unser erklärtes Ziel, als Dentsply Sirona unser komplementäres Produktportfolio von Verbrauchsmaterialien auf der einen Seite und innovativen Technologien auf der anderen Seite im Sinne unserer Kunden zu verbinden. Es geht darum, Komplexität herauszunehmen und die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens zu verbessern. Wir denken heute nicht mehr in einzelnen Produkten, sondern in ganzheitlichen Produktlösungen und Workflows – deshalb sehen wir uns auch als „The Dental Solutions Company“. Wir wollen den Zahnarzt bestmöglich bei seiner Arbeit unterstützen und das Behandlungserlebnis für den Patienten verbessern.

Was ist in Deutschland im Detail geplant?

Die Logistik und der Vertrieb sollen an gemeinsamen Standorten zusammengeführt werden. Venlo in den Niederlanden soll unsere Logistikdrehschreibe für ganz Europa werden, die Vertriebsaktivitäten möchten wir in einer Landesvertriebsgesellschaft in Bensheim bündeln. Die Herstellung der Implantatsysteme soll an zwei Standorten – in Hanau und in Mölndal – konzentriert werden. In Hanau findet dann neben der CNC-Fertigung auch die nicht sterile Fertigung statt, in Mölndal sollen künftig die sterilen Herstellungsprozesse zusammengeführt werden. Damit würde Hanau der rechtliche Hersteller von Dentsply Sirona Implants-Produkten in Europa. 

Welche Rolle wird Bensheim als Standort künftig spielen?

Am Standort Bensheim in Hessen plant Dentsply Sirona unter anderem, eine gemeinsame deutschlandweite Vertriebsorganisation aufzubauen. Darüber hinaus ist geplant, hier die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu erweitern. Bensheim ist nicht nur der weltweit größte Produktionsstandort für Dentalprodukte, sondern ein zentraler Innovationsstandort für Dentsply Sirona. Neben anderen Investitionen wird Dentsply Sirona zukünftig mehr als 45 Millionen Euro pro Jahr allein in Forschung und Entwicklung in Deutschland investieren.

Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen zahnmedizinischen Disziplinen wollen wir dazu nutzen, Kundenbedürfnisse schneller zu erkennen und zu erfüllen. Wir erwarten uns von der Zusammenarbeit der einzelnen Entwicklungsabteilungen, noch schneller Innovationen auf den Markt bringen zu können, die perfekt aufeinander abgestimmt zu einer noch besseren Lösung für unsere Kunden führen. Dentsply Sirona ist das einzige Unternehmen, das von der Diagnose mithilfe bildgebender Verfahren über das Implantat bis zur fertigen Gestaltung der Restauration alle Behandlungsstufen unterstützen kann. In der engen Zusammenarbeit der einzelnen Disziplinen soll diese Fähigkeit weiter ausgebaut werden. Insgesamt würde der weltweit größte Standort für Dentalprodukte so weiter deutlich wachsen. Dazu gehört auch der Ausbau unserer Dental Akademie, die schon jetzt jährlich von etwa 5.000 Zahnärzten, Zahntechnikern und ihren Teams besucht wird.

Das bedeutet aber auch, dass Sie planen, den Standort Mannheim zu schließen. Aus welchen Gründen haben Sie dies vor?

Ziel ist es, die Komplexität der Prozesse zu reduzieren und noch stärker integrative Lösungen zu ermöglichen. Aus diesem Grund sollen Forschung und Entwicklung, Supportfunktionen sowie der Vertriebsinnendienst von Mannheim ins nahe gelegene Bensheim verlagert werden. Hanau würde als Produktionsstandort weiter gestärkt und künftig das Zentrum der Implantatherstellung in Deutschland sein. Dort soll die Produktion im Bereich Prosthetics durch Investitionen weiter ausgebaut werden, um die bereits hervorragende Marktposition bei Glaskeramiken und Zirkonoxid für die restaurative Zahnheilkunde zu festigen.

Wir haben es uns mit diesen Überlegungen nicht leicht gemacht und alle Optionen geprüft. Die Verlagerung der Implantatproduktion nach Hanau und Mölndal wäre unter Berücksichtigung aller Umstände aus unserer Sicht die beste Lösung, um unsere Produktionsinfrastruktur optimaler zu nutzen und unsere Produkte schneller zum Kunden zu bringen. Beim Produktionskonzept setzt Dentsply Sirona darauf, die Komplexität zu reduzieren und den Fokus auf die Kompetenzen und Fertigungskapazitäten zu richten, um eine bessere Auslastung zu erreichen. Durch die Konzentration der Implantatfertigung an nur zwei Standorten werden wir unsere Lieferfähigkeit und unseren Kundenservice verbessern. Als verantwortungsbewusster Arbeitgeber würden wir bemüht sein, so viele Mitarbeiter wie möglich zu halten und, soweit machbar, Wechsel an andere Standorte anzubieten. Im Zuge der geplanten Veränderungen wollen wir zusammen mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften die für alle bestmögliche Lösung erarbeiten.

Was bedeuten diese geplanten Veränderungen für Ihre Kunden, die Zahnärzte und Zahntechniker?

Für unsere Kunden ist wichtig: Der Umfang des Produktportfolios wird in diesem Kontext nicht verändert. Die Implantatsysteme Ankylos, Astra Tech Implant System und Xive werden auch künftig in Deutschland hergestellt und weiterentwickelt. Alle Komponenten werden weiterhin uneingeschränkt produziert, das gilt auch für die Zubehörteile früherer Implantatsysteme. Garantien und Verfügbarkeiten bleiben von den geplanten organisatorischen Veränderungen unberührt. Langfristig werden unsere Kunden von den Veränderungen und den sich daraus ergebenden innovativen Lösungen und neuen Möglichkeiten für ihre tägliche Arbeit profitieren. Wir wissen, dass unsere Kunden genau das von uns auch erwarten. Wir sind davon überzeugt, dass wir uns mit diesen Veränderungen für die Herausforderungen von heute und für die Zukunft optimal aufstellen.

Quelle: Dentsply Sirona

Foto: © Dentsply Sirona
IDS 2017: Dentsply Sirona bündelt Zahntechnik-Kompetenz
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