Branchenmeldungen 09.09.2026
"Räume dürfen persönlicher, emotionaler und auch unperfekter wirken."
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Herr Permin, welche Trends erleben Sie aktuell im Interior Design?
Wir erleben 2026 weniger einen radikalen Stilbruch als eine kluge Weiterentwicklung. Gefragt sind sinnliche Materialien, handwerkliche Oberflächen, warme Naturtöne und einzelne kräftige Farbakzente. Gleichzeitig werden historische Motive, Art déco, Barock oder Mid-Century freier und moderner kombiniert. Wirklich neu ist das Zusammenspiel von digitaler Planung, KI und sichtbarer Handarbeit. Räume dürfen persönlicher, emotionaler und auch unperfekter wirken – weg vom austauschbaren Komplett-Look.
Welche Herausforderungen erleben Sie im täglichen Designgeschäft?
Die größte Herausforderung liegt darin, eine starke gestalterische Idee mit dem tatsächlichen Alltag des Kunden und einem realistischen Budget zu verbinden. Viele Kunden wünschen Individualität, Komfort, Nachhaltigkeit und höchste Qualität gleichzeitig, erwarten aber kurze Lieferzeiten und klare Kosten. Interior De signer müssen deshalb früh priorisieren: Wo lohnt sich eine Investition, wo kann reduziert werden? Gute Beratung heißt auch, Erwartungen offen zu steuern, ohne die ursprüngliche Vision zu verwässern.
Worüber reden wir 2026, wenn es um Nachhaltigkeit im Interior Design geht?
Nachhaltigkeit bedeutet 2026 deutlich mehr als Naturmaterialien oder ein grünes Etikett. Entscheidend sind Herkunft, schadstoffarme Herstellung, faire Bedingungen, nachvollziehbare Lieferketten und vor allem Langlebigkeit. Möbel und Textilien sollten reparierbar, neu beziehbar und möglichst kreislauffähig sein. Ebenso wichtig ist Transparenz: Kunden möchten wissen, woraus ein Produkt besteht und wie es gefertigt wurde. Das nachhaltigste Interieur ist eines, das lange geschätzt und genutzt wird.
Was macht ein langfristig beständiges Interior Konzept aus?
Ein gutes Interior Konzept erkennt man daran, dass Raum, Architektur und Bewohner eine selbstverständliche Einheit bilden. Proportionen Licht, Farben, Materialien und Funktionen greifen ineinander. Das Konzept besitzt eine klare Idee, lässt aber Platz für Persönlichkeit und Entwicklung.
Die diesjährige Jury beim ZWP Designpreis 2026: Stefan Thieme, Leitung Produktmanagement OEMUS MEDIA AG, Designer Ralf Hug, Jurygast und Interior Designer Andreas Permin, Marlene Hartinger, ZWP-Redaktionsleiterin und Designpreis-Expertin OEMUS MEDIA AG und Ingolf Döbbecke, Vorstandsvorsitzender der OEMUS MEDIA AG. © Katja Kupfer