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Wissenschaft und Forschung 26.11.2010

Salutogenese in der Zahnmedizin

Salutogenese in der Zahnmedizin

Eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) mit dem Titel „Salutogenese in der Zahnmedizin“ stellt in einer knappen Nachzeichnung die Begriffsgeschichte, die methodischen Grundlagen, die Anwendungsmöglichkeiten und die weiteren Forschungsbedarfe zur Salutogenese dar und diskutiert auch den diesbezüglichen Nutzen auf dem speziellen Feld der zahnmedizinischen Problemfelder.

Die pathogenetische Betrachtungsweise ist zweifellos das tragende Paradigma der medizinischen und zahnmedizinischen Forschungsanstrengungen, um diejenigen Risikofaktoren und Mechanismen zu identifizieren, die grundsätzlich die Entstehung von Krankheiten begünstigen bzw. auslösen. Die salutogenetische Blickrichtung ist demgegenüber vergleichsweise noch jung und wurde als eigenständiger Forschungsbegriff durch den israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky erst in den 1970er-Jahren eingeführt. Im Mittelpunkt der salutogenetischen Betrachtungsweise steht die Fragestellung, wie überhaupt „Gesundheit“ entsteht und durch welche Bedingungen, Prozesse und Ressourcen diese konstituiert wird. Klar ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass sich pathogenetische und salutogenetische Forschungssansätze keineswegs ausschließen, sondern der Sache nach zweifellos ergänzen.

Auf dem Gebiet der Zahnmedizin ist die salutogenetische Forschung im Sinne des Antonovsky-Paradigmas noch relativ spärlich, wenn auch diverse Studien und Erfahrungen mit der Oralprophylaxe diesbezüglich eine Fülle von Forschungsanregungen zur Verfügung stellen. Allerdings wurden gerade in den letzten Jahren erfolgreich unter ausdrücklichem Bezug auf das Salutogeneseparadigma mit seinem „Sense of Coherence“ (SOC) – Kohärenzsinn – verstärkt Fragestellungen zum Zusammenhang zwischen dem SOC, dem Mundgesundheitsbewusstsein und klinischen Outcomes auf internationaler Forschungsebene in Angriff genommen.

Die Autorin PD Dr. rer. med. Susanne Singer, Psychologin und Epidemiologin, arbeitet seit Jahren in Deutschland in der Salutogeneseforschung und ist zur Zeit an der Universität Leipzig in Forschung und Lehre tätig.

Quelle: IDZ-Information Nr. 4/10 Singer, S. Salutogenese in der Zahnmedizin

Foto: © Shutterstock.com
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