Personalmanagement 10.04.2026

Zusätzliche Nebenbeschäftigungen im Trend

„Teilzeit“ falsch interpretiert: Frauen wie Männer wollen nicht weniger arbeiten, sondern verschiedener Arbeit in verschiedenen Modellen nachgehen. Dabei sind sie hoch motiviert, wollen Neues wagen und vorankommen. Und brauchen Arbeitgeber, die zum Matchen bereit sind.

Zusätzliche Nebenbeschäftigungen im Trend

Foto: master1305 – stock.adobe.com

Der Begriff „Lifestyle-Teilzeit“ ist aktuell in vieler Munde. Hinter­grund ist die in Politik und Öffentlichkeit entfachte Debatte über die gesamtwirtschaftliche Relevanz von Teilzeitarbeit. Der implizite Vorwurf: Menschen würden nur aus Bequemlichkeit statt aus echter Notwendig­- keit heraus in Teilzeitmodellen arbeiten. Dass dies so nicht korrekt ist, zeigt unter anderem das Randstad Arbeitsbarometer 2026. Hier offenbart sich, dass Teilzeit nur wenig mit dem vermeintlichen „Lifestyle“ der Arbeitnehmer/-innen zu tun hat.

Teilzeit steht nicht hoch im Kurs

Auf die Frage, in welcher Beschäftigungsform sie arbeiten, gaben 24 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer an, eine Teilzeitstelle zu haben. Geht es um ihr Ideal, also darum, wie sie am liebsten arbeiten würden, möchten dies allerdings nur 16 Prozent tun. Und dies gilt gleichermaßen für Frauen (10 vs. 15 Prozent) und Männer (22 vs. 34 Pro­zent) und über Generationen hinweg. 20 Prozent der Gen Z zum Bei­-spiel sind in Teilzeit beschäftigt, für ihre ideale Beschäftigungsform halten dies nur 13 Prozent.

Wachsender Beliebtheit erfreuen sich dagegen sowohl Selbstständig­keit als auch Vollzeitstellen mit einer zusätzlichen Nebenbeschäfti­gung. Heute sind zwar erst 5 Prozent der Befragten selbstständig, perspektivisch wären es aber doppelt so viele (10 Prozent). Das zeigt sich auch bei anderen Modellen: Nur 3 Prozent der Vollzeitbeschäftigten haben aktuell einen Nebenjob, aber 12 Prozent würden dieses Modell gern leben.

„Unsere Ergebnisse zeigen das Gegenteil dessen, was im Diskurs vermutet wird, und widerlegen die Annahme, dass viele Menschen schlicht weniger arbeiten möchten“, so Verena Menne, Director Group HR bei Randstad Deutschland. „Stattdes­sen geht der aktuelle Trend am Arbeitsmarkt stär­-ker in Richtung Mehrarbeit – gepaart mit einer Leistungsbereitschaft, die eher selten themati­- siert wird.“

Arbeitnehmende sind bereit für Leistung und Engagement

Die Gelegenheit, einen persönlichen Unterschied am Arbeitsplatz zu machen, wird von 49 Prozent der Befragten als wichtiger oder sehr wichtiger Teil ihres Berufslebens eingestuft. Für 45 Prozent ist außerdem das Thema Innovation wichtig oder sehr wichtig, während 43 Prozent ihrer Karriereentwicklung und ihren Beförderungsgelegenheiten eine hohe Bedeutung beimessen.

Bild von einem Quotenzeichen
„Viele Mitarbeitende möchten sich einbringen, Neues wagen und achten zudem auf das eigene Vorankommen. Dies ist eine Gelegenheit für Arbeitgeber, die Belegschaft aktiver in die Geschäftsentwicklung einzubeziehen und dadurch auch ihr Innovationspotenzial zu steigern. Doch es muss auch ein Wille da sein, neue Ideen und unerprobte Arbeitsweisen zuzulassen“, ergänzt Verena Menne.

Quelle: Randstad Deutschland GmbH & Co. KG

ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 04/26

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