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Cosmetic Dentistry 21.02.2011

Monophasischer Hyaluronsäurefiller

Monophasischer Hyaluronsäurefiller

Der Trend zu minimalinvasiven Eingriffen ist auch in der Ästhetischen Dermatologie ungebrochen: Hyaluronsäurepräparate zur Faltenbehandlung sind aufgrund ihrer hohen Biokompatibilität zur Injektionsbehandlung besonders geeignet. Jetzt steht eine neue Generation von Fillern auf Hyaluronsäurebasis zur Verfügung, mittels derer eine Augmentation mit weichen Übergängen zwischen behandeltem und nicht behandeltem Areal erzielt werden kann: Dank eines innovativen Herstellungsprozesses (CPM-Technologie®) wird ein monophasisches Gel gewonnen, welches sich aufgrund der durch diese Herstellung erreichbaren Konsistenz besonders gut an das zu augmentierende Gewebe anpasst und somit ein sehr natürliches kosmetisches Ergebnis gewährt.

Der Hyaluronsäureanteil in der Haut
Hyaluronsäure (HA) ist bei Mensch und Tier identisch. Beim Menschen kommt sie in der höchsten Konzentration in der Haut vor. Hierbei handelt es sich um ein lineares Kettenmolekül mit repetitiven Disaccharid-Einheiten (N-Acetylglucosamin-Glucuronsäure). Im Laufe des Lebens nimmt der Hyaluronsäureanteil in der Haut ab, folglich nehmen Elastizität und Hautturgor ab. Der Wunsch nach Faltenaugmentation zur Unterstützung und/oder Wiederherstellung eines natürlichen Aussehens ist ungebrochen. Hierzu stehen uns vielfältige Materialien zur Verfügung: Die Vorreiter waren noch aviär hergestellte Hyaluronsäurepräparate, sehr langkettige Hyaluronsäuremoleküle aus dem Hahnenkamm, die durch Quervernetzung mit Vinylsulfon haltbarer gemacht wurden als die native, nicht vernetzte Hyaluronsäure. Diese langkettigen Moleküle mussten dann, um sie mit einer feinen Nadel in die Haut injizieren zu können, in Mikropartikel zerkleinert und in ein Lubricans von unvernetzter Hyaluronsäure eingebracht werden. So entstanden so genannte biphasische Produkte wie zum Beispiel Hylaform®.
Im Folgenden wurde Hyaluronsäure bakteriell-fermentativ gewonnen (Streptokokken) und mittels BDDE (1,4 Butandiol-Diglycidylether) quervernetzt und damit stabiler gemacht. Auch diese Hyaluronsäure musste, um injizierbar zu werden, fragmentiert und mit unvernetzter, nur kurz haltbarer Hyaluronsäure gemischt werden. Ein so entstandenes Partikel-Produkt in unvernetzter Hyaluronsäure ist zum Beispiel Restylane®. Die Entwicklung schritt weiter voran und biphasische Hyaluronsäurepräparate wurden mithilfe der Doppelquervernetzung versucht haltbarer zu machen. Hier ist Puragen® zu nennen.
Die Hyaluronsäurefiller der nun vierten Generation, dessen Vertreter Belotero® ist, stehen seit Kurzem zur Verfügung. Hierbei handelt es sich sowohl in der Herstellung als auch der Art des Fillers um eine komplett neue Technologie: Belotero® ist ein monophasischer Filler, das heißt nicht ein Partikel-Filler, sondern ein kohärentes Gel, welches sich aufgrund seiner besonderen Eigenschaften besonders gut an das natürliche Gewebe anpasst. Die CPM®-Technologie (CPM®: Cohesive Polydensified Matrix), mit der dieser neue Filler hergestellt wird, ermöglicht die Herstellung eines kohäsiven Gels. Im Unterschied zu den Partikelfillern wird dieses Hyaluronsäuregel in zwei Schritten mittels BDDE (1,4 Butandiol-Diglycidylether) quervernetzt. Hierdurch erhält man eine zusammenhängende Matrix mit Zonen unterschiedlicher Vernetzungsdichte, das heißt Anteile mit stärkerer und solche mit weniger starker Vernetzung. Das Resultat ist ein hoch elastisches Gel mit unterschiedlichen viskoelastischen Eigenschaften, das insbesondere durch die üblichen engen Kanülen leicht intradermal applizierbar ist.

Der Petrischalen-Test
Den Unterschied zwischen mono- und biphasischen Hyaluronsäuregelen kann man in einem Petrischalen-Test sichtbar machen: Gibt man jeweils 1ml der unterschiedlichen Präparate mit 10ml Wasser in eine Petrischale, so zerfallen biphasische Hyaluronsäurepräparate in multiple Teile, wohingegen monophasische Präparate wie Belotero® in ihrer Konsistenz intakt und in sich konsistent bleiben (Abb. 1 und 2).

 

Abb. 1 Biphasische Filler. Ergebnis nach Schütteln mit einer Farbstofflösung: die unzusammenhängenden Matrix zerfällt in Partikel. Abb. 2 Monophasisch dank CPM®. Ergebnis nach Schütteln mit einer Farbstofflösung: Belotero® bleibt in zusammenhängender Matrix stabil.

 
Somit verhält sich ein monophasischer Filler wie Belotero® dann auch in vivo anders als ein Partikelfiller. Durch seine hohe Viskoelastizität passt sich der Filler ideal den Gewebsspalten an, da die niedrig viskösen, gering quervernetzten Anteile auch die kleineren Spalträume füllen können, die höher viskösen die entsprechend größeren Spalträumen. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige Verteilung des monophasischen Präparates im Gewebe. Das zusammenhängende Gel schafft weiche und natürliche Übergänge zwischen behandelten und nicht behandelten Arealen.
Diese Kompetenz des monophasischen Fillers, sich optimal im Gewebe zu verteilen, konnte auch in histologischen Befunden menschlicher Haut durch Reinmüller nachgewiesen werden. Während sich der Partikelfüller grobschollig ablagert, füllt der monophasische Füller die intradermalen Spalträume im Injektionsbereich gleichmäßig aus (Abb. 3 und 4).

Abb. 3 Herkömmlicher Filler: Großschollige Verteilung eines herkömmlichen Implantates in der Dermis. Abb. 4 Belotero®: Komplette Füllung der intradermalen Spalträume durch Belotero®.

 
Die Injektionseigenschaften
Weiter zeigen sich deutliche Unterschiede in den Injektionseigenschaften. Auch ein biphasischer Filler verteilt sich natürlich in den Spalträumen des Bindegewebes der Dermis. Allerdings ist die Verteilung im Gewebe letztlich durch die Partikelgröße und die begrenzte Flexibilität der unregelmäßig geformten Partikel limitiert. Biphasische Filler kommen aufgrund dieser Eigenschaften typischerweise im Stichkanal zu liegen und heben somit die Hautoberfläche des behandelten Areals punktuell oder im kürzeren Verlauf an. Hingegen glätten monophasische Filler wie zum Beispiel Belotero® Oberflächen. Weiter kann ein monophasischer Filler mit wesentlich leichterem Stempeldruck intradermal platziert werden, da die Fließeigenschaften dieser Filler optimiert sind, das Material sich besser auch in kleinste Spalträume unter der Falte verteilt. Zudem muss bei Partikelfillern das Material im Stichkanal platziert werden. Diesen erhält man durch Tunnellieren mit der Kanüle; durch den anschließend erheblich höheren hydrostatischen Druck „knackt“ man mithilfe der injizierten Partikel sozusagen die interfibrillären Strukturen des Bindegewebes auf, was zudem schmerzhafter ist, als bei einem Material, das sich besser in die anatomischen Strukturen einpasst. Ein mittels CPM-Technologie® hergestellter Filler verteilt sich geschmeidiger wie ein „Hof“ im Gewebe (Abb. 5 und 6).

Abb. 5 Herkömmlicher Filler: Die Ausbreitung biplastischer Gele ist durch Größe und Unförmigkeit der Partikel limitiert. Abb. 6 Belotero®: Die niedrig viskösen Anteile von Belotero® füllen auch sehr enge Spalträume, höher visköse verbleiben in größeren Spalträumen.

 
Zusammenfassung
Neueste Markterhebungen, wie die aktuelle GfK-HealthCare-Studie aus dem Herbst 2006, bestätigten, dass sich Belotero® als innovativer Hyaluron-Filler der neuen Generation etabliert hat. Sowohl in Bezug auf das kosmetische Ergebnis, das Handling als auch in Bezug auf die Verträglichkeit schafft es mit seinem Nutzen- und Sicherheitsprofil Vertrauen. Die befragten Dermatologen und plastischen Chirurgen bewerteten das Behandlungsergebnis nach Belotero® in 86,8% als kosmetisch sehr gut und gut. Gleich nach seiner Implantation war die Verträglichkeit bei 97% aller bewerteten Areale sehr gut und gut, nach drei Monaten war diese Verträglichkeit noch bei 92%.
Es lässt sich feststellen, dass die alternde Haut mit den sich immer mehr einprägenden Gesichtszügen mit monophasischen Produkten wie Belotero® ideal auf natürliche Weise behandelt werden kann. Übergänge erscheinen nach der Behandlung weicher und natürlicher, Falten-Areale werden geglättet, Granulombildung ist nach dem momentanen Stand für Belotero® nicht beschrieben. Der Dermalfiller ist indessen sehr leicht zu applizieren und gut zu handhaben. Belotero® gibt es in zwei Varianten: erstens für mittlere bis tiefe Falten wie zum Beispiel Nasolabial-, Marionetten- oder Glabellafalten sowie zur Volumen- beziehungsweise Lippenaugmentation und zweitens zur periorbitalen und perioralen Anwendung. Grundsätzlich lässt sich konkludieren, dass monophasische Filler biphasische Präparate nicht komplett ersetzen werden. Gerade zur Augmentation tieferer Falten, wo eine strangförmige Gewebeanhebung erwünscht ist, haben biphasische Präparate ihre Indikation. Im Rahmen des Kongresses der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Dresden (DDG) im April 2007 wurden die aktuellsten Studiendaten vorgestellt. Auf deren Veröffentlichung dürfen wir – auch insbesondere was die Haltbarkeit von Belotero® angeht – gespannt sein.
 
Autorin: Dr. med. Sabine Zenker, München

Abbildungen: Dr. J. Reinmüller, Wiesbaden

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