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Prophylaxe 28.02.2011

Kariesprävention mit fluoridhaltigen Präparaten

Kariesprävention mit fluoridhaltigen Präparaten

Zu den wichtigsten Elementen einer erfolgreichen präventiv bzw. minimalinvasiv orientierten Zahnheilkunde gehören fluoridhaltige Präparate. Ihre besondere Bedeutung zeigt sich in ihrer weiter zunehmenden Verbreitung, die auf den zweifelsfreien Erfolgen hinsichtlich der Kariesprävention beruht. Neben der Basisversorgung durch fluoridhaltige Zahnpasten gibt es verschiedene Möglichkeiten, Fluorid zusätzlich zu verabreichen.

So stehen Produkte für die professionelle Anwendung in der Zahnarztpraxis oder zu Hause zur Verfügung: Mundspüllösungen, Gele, Schäume oder Lacke. Mehr und mehr an Bedeutung gewinnen dabei die professionelle Applikation fluoridhaltiger Lacke sowie die Anwendung fluoridhaltiger Gele zu Hause.


Breites Anwendungsspektrum


Die langjährige klinische Erfahrung, gestützt durch internationale Studienergebnisse, belegt das breite Anwendungsspektrum fluoridhaltiger Präparate:
– Schützen der Zähne gegen erosive oder kariogene Säureangriffe
– Erhöhen der Schmelzresistenz
– Remineralisieren von Initialläsionen
– Behandeln sensibler Zähne

Fluorid muss permanent in geringer Konzentration im Mund verfügbar sein, um eine bestmögliche Schutzwirkung zu erzielen. Daher ist es nötig, regelmäßig von außen für Nachschub zu sorgen.

Aus der Praxis nicht mehr wegzudenken – Fluoridlack


In der Praxis bewährt sich die professionelle Applikation eines Lackes. Bei kleinen Kindern, die den Schluckreflex noch nicht richtig beherrschen, ist die Lackapplikation die Methode der Wahl. In dieser Zielgruppe sind Spüllösungen, Schäume oder hochkonzentrierte Gele kontraindiziert. Grundsätzlich ermöglicht die kontrollierte Anwendung die Unabhängigkeit von der Patienten-Compliance und erlaubt die gezielte Versorgung von Risikostellen. Ein klinisch langjährig bewährter Schutzlack steht mit Fluor Protector von Ivoclar Vivadent zur Verfügung. Er bietet die Möglichkeit des professionellen Schutzes vor überempfindlichen Zähnen, Karies und Erosionen und stimuliert die Remineralisation vorhandener White-Spot-Läsionen (Twetman et al. 1996; Tranaeus et al. 2001; Heinrich-Weltzien und Monse-Schneider 2006; Stecksén-Blicks et al. 2007; Vieira et al. 2007). Neu ist die Darreichungsform – die VivAmpoule.

VivAmpoule – bequem und schnell zu öffnen

Der innovative Knickmechanismus der Viv­Ampoule ermöglicht ein bequemes, schnelles Öffnen: Die VivAmpoule am besten aufrecht in die Hand nehmen (Abb. 1) oder auf einer festen Unterlage aufsetzen. Das Oberteil einfach abknicken – fertig! (Abb. 2). Im Gegensatz zu anderen Lacksystemen, die zur Separierung neigen und gut durchmischt werden müssen, ist das Präparat sofort applikationsbereit. Grundsätzlich lässt sich die verabreichte Flu­oridmenge besser bei einem von vornherein homogenen Produkt kontrollieren. Die klare Lösung des Fluor Protectors enthält 0,1% Fluorid, wobei die Konzentration nach dem Trocknen ca. zehnmal höher liegt. Damit der Lack besser haftet und seine Wirkung voll entfalten kann, empfiehlt es sich, vor der Applikation die Zähne gründlich zu reinigen. Optimal ist natürlich eine professionelle Zahnreinigung, zum Beispiel mit der Prophy-Paste Proxyt von Ivoclar Vivadent. Ist das nicht möglich, wie es in der Regel unter Feldbedingungen der Fall ist, reicht auch sorgfältiges Zähneputzen. Pellikel oder ein feiner Biofilm stellen kein Hindernis für Fluorid dar. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass alle Lacksysteme auf einer trockenen Oberfläche besser haften, wobei relatives Trockenlegen genügt.

VivaBrush G – der neue Applikator für feine Schichten

Der neue Applikator VivaBrush G komplettiert die VivAmpoule (Abb. 3). Er nimmt den Lack auf, tropft nicht und gibt die Lösung beim Auftragen vollständig wieder ab (Abb. 4). VivaBrush G ermöglicht das Applizieren feiner, glatter Lackschichten sowohl flächig als auch punktuell, die sich komplexen Oberflächenstrukturen sehr gut anpassen. Dies kommt der Haftung zugute, begünstigt damit die Bildung eines Fluoriddepots und fördert in der Konsequenz die Wirksamkeit des Lackes. Der angenehme Effekt für Patienten: Sie spüren kaum einen Unterschied zu den natürlichen Gegebenheiten im Mund.

Risikostellen stellen spezielle Anforderungen

Aufgrund der guten Fließ- und Benetzungseigenschaften lassen sich schwer zugängliche Regionen wie Fissuren, Approximalbereiche, entlang der Ränder von Brackets (Abb. 5) oder Zahnhälse gut versorgen. Verblasen mit dem Luftbläser kann die Verteilung des Lackes in Richtung versteckter Problemzonen fördern.

Nach 60 Sekunden Wartezeit hat der Lack abgebunden, und die Watterollen können entfernt werden. Danach nicht zu spülen kommt der Wirkung zugute. Nach Abschluss der Fluor Protector Behandlung sollten Patienten 45 Minuten lang mit Zähneputzen oder Essen warten. Das Vermeiden dieser mechanischen Belastungen fördert die Haftung und Depotwirkung des Lacksystems. Patienten schätzen sehr, dass Fluor Protector nach dem Aushärten unsichtbar ist (Abb. 6). Im Rahmen eines ästhetischen Behandlungskonzeptes kommt nur ein Präparat infrage, das Aussehen und Wohlbefinden nicht beeinträchtigt.

Die Applikation des Lackes erfolgt normalerweise halbjährlich. Bei erhöhtem Kariesrisiko, vorhandenen Initialläsionen oder einer stärkeren Gefährdung durch Erosionen kann der Lack in kürzeren Abständen aufgetragen werden. So bewähren sich in sehr kritischen Phasen Sechs-Wochen-Intervalle (Sköld-Larsson & Twetman 2007; Stecksén-Blicks et al. 2007; Tranaeus et al. 2001). Aufgrund seiner Dosierung eignet sich Fluor Protector für alle Altersgruppen, auch für Kinder im Vorschulalter.

Gel zur Spezialpflege

Neben Fluorid spielen zunehmend weitere Inhaltsstoffe eine Rolle, die bei der Rundum-Versorgung spezieller Risikogruppen oder im Rahmen bestimmter Behandlungskonzepte einen maßgeblichen Beitrag leisten. Je nach den individuellen Bedürfnissen kann die professionelle Applikation eines Fluoridlackes durch die häusliche Anwendung eines Spezialpflege-Gels ergänzt werden. Andere Voraussetzungen lassen es sinnvoll erscheinen, Lack oder Gel unabhängig voneinander einzusetzen. Das neue Fluor Protector Gel von Ivoclar Vivadent bietet neben Fluorid auch Kalzium und Phosphat, um den Schutz vor Säureangriffen zu verstärken. Zudem hemmt das enthaltene Xylit das Wachstum von Bakterien, die Karies verursachen. Für eine milde Pflege der Gingiva sorgt das Pro-Vitamin D-Panthenol.

Fluor Protector Gel empfiehlt sich für die tägliche Spezialpflege zum Schutz vor Karies, Erosionen und Parodontalerkrankungen. Das Gel ist besonders geeignet bei empfindlichen Zähnen, freiliegenden Zahnhälsen, bei säurehaltiger Ernährung, bei trockenem Mund, während der kieferorthopädischen Behandlung, nach der professionellen Zahnreinigung sowie im Rahmen einer Behandlung zum Aufhellen der Zähne.

Das Gel ist nicht abrasiv und reinigt in Verbindung mit der Zahnbürste die Zähne besonders sanft und gründlich. Es zeichnet sich durch einen neutralen pH-Wert aus und schont damit empfindliche und/oder erosionsgeschädigte Zähne. Mit Kalzium, Fluorid und Phosphat liefert Fluor Protector Gel essenzielle Bausteine für die Zahnhartsubstanz. Bei Patienten mit Mundtrockenheit reagieren Mukosa und Gingiva sehr sensibel auf äußere Reize – auch auf das Zähne­putzen. Für sie eröffnet Fluor Protector Gel mit seinem pflegenden Pro-Vitamin und milden Geschmackskomponenten willkommene neue Möglichkeiten für die tägliche Zahnpflege.

Die Anwendung erfolgt mit Zahnbürste (Abb. 7), Interdentalbürste (Abb. 8) oder Schiene (Abb. 9) – ganz nach den individuellen Bedürfnissen. Aufgrund der Fluoridkonzentration von 1.450ppm eignet sich das Gel auch zur täglichen Anwendung. Untersuchungen zeigen, dass die tägliche Anwendung eines niedriger konzentrierten Gels der einmaligen Anwendung eines hoch konzentrierten Produktes hinsichtlich des Effektes Stand halten kann (Ziebolz 2010). Der Vorteil besteht darin, dass eine tägliche Anwendung eher zur Routine wird, während das einmalige Ereignis pro Woche eventuell eher vergessen wird.

Dank seiner geschmeidigen Konsistenz und seines speziellen Benetzungsverhaltens versorgt Fluor Protector Gel auch schwer erreichbare Risikostellen mit den schützenden Komponenten. Poröse Oberflächen angegriffener Zähne erhalten damit eher Nachschub der stärkenden Kalzium-, Fluorid- und Phosphat-Partikel. Die reduzierte Schaumbildung erleichtert das Verteilen und erhöht die Bereitschaft, direkt nach der Anwendung nicht zu spülen. So können die Inhaltsstoffe ihre Schutzwirkung effektiver entfalten.

Der leichte Mintgeschmack und spürbar glatte Zähne nach der Pflege mit Fluor Protector Gel sorgen für ein angenehmes Mundgefühl. Aufgrund des Verzichts auf sehr intensiv oder scharf schmeckende Aromastoffe eignet sich das Gel besonders für Patienten mit empfindlicher Mundschleimhaut und Patienten, die generell mildere Produkte bevorzugen.

Individuell für jeden Patienten

Fluoridhaltiger Lack und Spezialpflege-Gel gehören zur Palette der Präparate, die die individuelle Betreuung der Patienten mit ihren unterschiedlichen Anforderungen ermöglichen. Neben der klinischen Wirksamkeit und Handhabung finden wichtige Aspekte wie Ästhetik und Wohlbefinden Berücksichtigung.

Eine ausführliche Literaturliste finden Sie hier.

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