Wissenschaft und Forschung 12.05.2026
Haferdrink, Sojadrink, Mandelmilch – was passiert im oralen Biofilm?
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Haferdrink im Cappuccino, Sojadrink im Smoothie oder Mandeldrink im Müsli gehören inzwischen für viele zur täglichen Ernährung. Während über Inhaltsstoffe, Nachhaltigkeit oder Zuckeranteile regelmäßig diskutiert wird, bleibt die Frage nach möglichen Effekten im oralen Milieu bislang vergleichsweise wenig beleuchtet. Ein Forschungsteam der Universität Bern hat sich nun genau damit beschäftigt und verschiedene pflanzliche Milchalternativen mit klassischer Kuhmilch im Labor untersucht. Die Arbeit erschien vorab in Scientific Reports.1
Die In-vitro-Studie analysierte den Einfluss ungesüßter Hafer-, Mandel- und Sojadrinks sowie Kuhmilch auf orale Mikroorganismen und mehrspezifische Biofilme. Im Fokus standen unter anderem Streptococcus mutans als kariogen assoziierter Keim sowie Porphyromonas gingivalis.
Dabei zeigten sich je nach Produkt unterschiedliche Effekte. Mandeldrink reduzierte in einem kariogenen Biofilm die Keimzahlen, während Kuhmilch und Sojadrink die metabolische Aktivität beziehungsweise die Biofilmmasse verringerten. Im parodontalen Modell senkten vor allem Haferdrink und Kuhmilch die Keimzahlen sowie die metabolische Aktivität des Biofilms. Auffällig war zudem ein Effekt beim parodontal assoziierten Keim Porphyromonas gingivalis. Hier wurde die sogenannte Gingipain-Aktivität durch Mandeldrink im Versuch nahezu vollständig blockiert. Die Autoren betonen allerdings selbst die Grenzen der Untersuchung. Analysiert wurden ausschließlich standardisierte In-vitro-Modelle mit ausgewählten Bakterien, nicht das komplexe orale Mikrobiom unter realen Bedingungen.
1 Stähli, A., Baysal, R., Sluga, A. et al. The in-vitro effect of bovine milk, and plant-based alternatives on oral microorganisms and biofilms. Sci Rep (2026). https://doi.org/10.1038/s41598-026-49386-2