Prophylaxe 21.02.2011

Die Qual der Wahl: Das geeignete Sterilbarrieresystem

Die Qual der Wahl: Das geeignete Sterilbarrieresystem

Die Aufbereitung zahnärztlicher Instrumente will gelernt sein. Schließlich kann ein großes Infektionsrisiko von kontaminierten Gerätschaften ausgehen. Wer nun glaubt, dass es mit Reinigung, Desinfektion und Sterilisation getan ist, der irrt. In dieser und den folgenden Ausgaben des Helferinnenmagazins wird erläutert, wie wichtig die Wahl des geeigneten Sterilbarrieresystems (Sterilgutverpackung) ist und welche besonderen Details bei der korrekten Anwendung und Verpackung berücksichtigt werden müssen.

Ein Sterilbarrieresystem hat die Aufgabe, Medizinprodukte solange steril zu halten, bis sie tatsächlich wieder am Patienten zum Einsatz kommen. Das bedeutet, es muss für die Verhinderung einer Rekontamination des Sterilguts sorgen. Hierzu sind elementare physikalischen und chemischen die Voraussetzung; denn ist das Sterilbarrieresystem nicht für das gewählte Sterilisationsverfahren geeignet, sind auch alle folgenden Schritte ineffizient.

Einwegverpackungen

Einwegverpackungen, wie siegelbare Beutel oder Schläuche nach EN 868-5:2009, sind sehr zweckmäßig sowie einfach und sicher anzuwenden. Die Lagerung des Sterilguts kann mühelos darin erfolgen. Ebenso ist die aseptische Entnahme des Sterilguts bei richtigem Handling gewährleistet. Diese Verpackungen bestehen aus einer Kombination von Papier und transparenter Folie. Das Papier ist zwar einerseits durchlässig für den Wasserdampf während der Sterilisation. Nach der Sterilisation jedoch, können von außen keine Viren oder Keime mehr an das Sterilgut gelangen. Durch die transparente Folie ist jederzeit gut ersichtlich, welche Instrumente sich in der Verpackung befinden.

Mehrwegverpackungen

Darüber hinaus können auch wiederverwendbare Sterilisierbehälter, so genannte auch Sterilgutkassetten, nach EN 868-8:2009 eingesetzt werden.

Lagerdauer

Siegelbare Beutel/Schläuche und Sterilisierbehälter ermöglichen eine Lagerdauer von sechs Monaten. Eine zusätzliche Schutzverpackung, wie zum Beispiel ein zweiter Beutel, kann die Lagerdauer auf fünf Jahre verlängern. Die Lagerung in Norm-Trays beträgt lediglich sechs Wochen; deshalb ist vom Gebrauch dieser abzuraten.



Abb.: Empfohlene Lagerdauer steriler Medizinprodukte (aus DIN 58953-8:2010).

Validierbarkeit

Sterilbarrieresysteme müssen validierbar sein, damit die Reproduzierbarkeit gewährleistet ist. Wenn Sie normenkonform arbeiten wollen, muss unbedingt auf nicht validierbare Systeme (z.B. Selbstklebebeutel) verzichtet werden.

Indikatoren

Ein Indikator auf der Verpackung, ist zwingend notwendig. Dieser belegt, dass eine Sterilisation stattgefunden hat und muss deshalb vor der Behandlung kontrolliert werden. Die üblichen Indikatoren und Klebestreifen auf dem Sterilbarrieresystem geben zwar über einen stattgefundenen Sterilisationsvorgang Auskunft, nicht aber ob dieser tatsächlich erfolgreich war. Doppelte Sicherheit gewährleisten in diesem Bereich Sterilisationsindikatoren gewährleistet, die außen und innen deponiert werden.

Richtiges Öffnen

Um dies zu erreichen, muss eine versiegelte Verpackung immer aufgepeelt werden“. „Ein Durchbrechen des Instrumentes durch die Verpackung kann zu umgehender Rekontamination des Instrumentes führen.



Ausblick

Im der nächsten Ausgabe des Helferinnenmagazins erfahren Sie mehr darüber wie bzw. mit welchen Hilfsmitteln Sterilgutverpackungen zuverlässig verschlossen werden können. Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute und immer die richtige Auswahl des geeigneten Sterilbarrieresystems – für Ihre Sicherheit!





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