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Zahntechnik 12.09.2012

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung CAD/CAM

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung CAD/CAM

Die überbetriebliche Lehrlingsausbildung ist wichtiger Bestandteil der handwerklichen Berufsausbildung und stellt eine optimale Ergänzung zur Ausbildung dar. Das Institut des Zahntechnikerhandwerks in Niedersachsen (IZN) e.V. veranstaltete vor einigen Wochen den ersten CAD/CAM-Lehrgang in der überbetrieblichen Ausbildung.

Acht Wochen lang wurden knapp 200 Auszubildende mit dem Thema CAD/CAM konfrontiert. Die Lehrlinge kamen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus zum IZN. Viele der Auszubildenden hatten bisher gar keine Berührung, andere hingegen bereits fortgeschrittene Kenntnisse mit CAD/CAM. Während des Lehrganges war oft ein „Miteinander“ zu beobachten: junge Kollegen, die Unsicherheiten besaßen, wurden von leistungsstärkeren Auszubildenden unterstützt. Dies ist ein wesentlicher Pluspunkt eines solchen Lehrganges. Zudem waren alle Lehrlinge sehr aufgeschlossen und offen und besaßen eine große Bereitschaft, auszuprobieren und zu testen.

Im Lehrgang wurden drei verschiedene Scan-Systeme geschult. Die große Menge an Input wurde von den Teilnehmern sehr gut aufgenommen. Ziel des Lehrganges war es, möglichst viele verschiedene Arbeitsabläufe rund um das Thema CAD/CAM zu erläutern. Wichtig natürlich auch der Umgang mit den einzelnen Programmen, die sich sehr voneinander unterschieden. In kleineren Gruppen sollten erste „Gehversuche“ unternommen werden, bevor jede mit entsprechenden speziellen Aufträgen gemeinsam virtuelle Konstruktionen erstellen sollte.

Eines wurde bereits in den ersten Lehrgangswochen deutlich: Auszubildende sind auch ein  wenig wie „hungrige kleine Wölfe“, die nur darauf warten, endlich über das Objekt der Begierde herfallen zu können; endlich dicht am Tisch mit dem Handstück in der Hand, das Halbfertigteil zu veredeln, das virtuell entstanden ist. Deshalb war es wichtig, eine Zirkondioxid-Kappe und eine diesmal im Laser-Melting-Verfahren gefertigte NEM-Krone aufzupassen bzw. fertigzustellen.

Das Fazit hieraus ist deutlich: CAD/CAM-Technologie und die klassische Zahntechnik sind nicht zu trennen.

 

Zukunft der Zahntechnik

Schnell stellte sich heraus, dass Zahntechnik mit seinen vielen Facetten eine abwechslungsreiche und interessante Zukunft bieten kann. „Man muss eigentlich nur das Ruder in die Hand nehmen und nach vorn rudern. Mit anderen Worten, wenn sich ein neues Feld, eine neue Technologie entwickelt, dann sollte man sich möglichst schnell darauf stürzen und schauen, wie und ob es funktioniert“, so Jens Diedrich, Geschäftsführer des IZN. Die neueste, mehr und mehr in den Markt drängende Technologie ist der Intraoralscanner. Aufgehalten wird diese Technologie sicher nicht, somit sollte man sich diesem Thema stellen. 3-D-navigierte Implantologie und sich immer weiterentwickelnde Software bestimmen die Zukunft und selbstverständlich auch die Zukunft der Auszubildenden.

Eine wichtige Besonderheit bei Lehrgängen zum Thema CAD/ CAM liegt nun beim Zahntechniker selbst. Der Lehrgang ZAHN 04/11, CAD/CAM, so wie er dieses Jahr durchgeführt wurde, hatte den Status quo des Jahres 2012. 2013 wird er mit großer Wahrscheinlichkeit anders ablaufen. Zum einen mussten die Lehrkräfte, Herr Kriese und Herr Diedrich, ebenfalls Erfahrungen mit der Software sammeln. Zum anderen schreitet die Digitalisierung schnell voran, sodass Updates eine Überarbeitung des Kurses erfordern.

„Hier heißt es, am Ball zu bleiben und sich selbst auch ständig auf den neuesten Stand zu bringen. Eines ist aber sicher: Wir werden uns im Institut des Zahntechnikerhandwerks in Niedersachsen e.V. dieser Herausforderung stellen und freuen uns schon jetzt auf den nächsten CAD/CAM-Lehrgang in 2013“, sagt Zahntechnikermeister und Geschäftsführer des IZN, Jens Diedrich.

 

Quelle: Institut des Zahntechnikerhandwerks in Niedersachsen (IZN) e.V.

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