Branchenmeldungen 07.10.2026
25 Jahre Privat-Institut für medizinische Weiterbildung und Entwicklung in der HNO-Heilkunde Berlin e.V.
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Sein Zweck war die studentische und postgraduale Fort- und Weiterbildung, sowie wissenschaftliche Entwicklungen in der HNO-Heilkunde, Kopf-Halschirurgie zu fördern und praxisnah zu vermitteln.
In dieser Zeit entstanden etliche Lehrbücher zur HNO, plastischen und rekonstruktiven Nasenchirurgie und Phoniatrie, auch ein Studenten-Lehrbuch beim Thieme-Verlag war dabei. Die Werke wurde in viele Sprachen übersetzt und in einigen Ländern Standartwerke, die die universitäre Lehre begleiten. Für das Werk Essentials of Septorhinoplasty erhielten die Autoren 2004 den First Prize Award der British Medical Association in London.
2025 erschien mit der vierten Edition von ENT diseases, Head & Neck Surgery das weltweit meist verkaufte Buch des Fachgebietes. Auf über fünfhundert Seiten liefert es ein Update zu allen modernen diagnostischen und therapeutischen Optionen eines spannendes Fachgebietes im Wandel.
Weiterhin wurden über 300 wissenschaftliche Publikationen und Monogra-phien, veröffentlicht. Dazu kamen zahlreiche chirurgische Instrumente, einige Operationstechniken, bzw. Medizinprodukte in enger Kooperation mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Medizintechnik und Pharmakologie (Karl Storz Endoskope, Scopis, Stryker, und G. Pohl Boskamp) wie z.B. die biostatische Chirurgie und die Target Guidet Surgery. Es widmete sich auch medizinhistorischen Themen und ist Leihgeber der Dauerausstellung Dem Leben auf der Spur im Medizinhistorischen Museum der Charité und war Initiator einer internationalen Aktion zur Rekonstruktion der zerstörten Grabstätte von Jacques Joseph auf dem jüdischen Friedhof in Berlin.
Nach 25 Jahren stellt ein wissenschaftliches Institut seine Tätigkeit ein. Das ist zugleich ein Anlass zurückzublicken.
Präparationskurse zur chirurgischen Anatomie der Kopf-Hals-Region
Ein besonderer Schwerpunkt des Instituts waren über 30 Präparationskurse zur klinischen und chirurgischen Anatomie der Kopf-Hals-Region am Institut für Anatomie der Charité. Die Themen reichten von der Mikrochirurgie des Ohres, der Nase, Nasennebenhöhlen, der Implantologie, der Schädelbasis, der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie der Kopf-Halsregion. Das hohe wissenschaftliche Niveau wurde auch durch die exzellenten Referenten aus aller Welt, u.a. Heinz Stammberger/Graz, Paolo Castelnuovo/Insubria, G.M. Tardy/ Chicago (Abb. 1) Gilbert Aiach/Paris, Daniel Simmen/Zürich, geprägt.
Gerade die Verbindung aus theoretischer Einführung, Demonstrationen und eigenem Präparieren im Hands-on-Teil, machte den besonderen Charakter der Kurse aus. Das Ziel war nicht, fertige Lösung zu präsentieren, sondern anatomische Varianten sichtbar und operative Zusammenhänge während der Präparierübungen unmittelbar verständlich zu machen und zu diskutieren.
Internationaler fachlicher Dialog
Damit entstand ein Weiterbildungsformat, dass den Gedanken der ärztlichen Fortbildung in besonderer Weise verkörperte. Das Institut bot über Jahre einen kollegialen Dialog und Austausch mit Kollegen und Fachverbänden in vielen europäischen Ländern, Nord- und Lateinamerika. Es beteiligte sich an internationalen Weiterbildungs-Plattformen (z.B. ENT-Masterclass) und war Gastgeber für den Kongress Essentials of Septorhinoplasty mit 130 Teilnehmern aus 32 Ländern.
Die European Academy of Facial Plastic Surgery würdigte später ausdrücklich die Berliner Kurse und hob die internationale Expertise hervor. 2024 wurde das Institut mit der Ausrichtung der Live Cadaver-Dissectionen während des Weltkongress für Nasenchirurgie in Berlin beauftragt und 2015 und 2016 hatte es die Schirmherrschaft über die Veranstaltungen zur ENT-Masterclass mit großer Internationaler Resonanz.
10 Jahre enge Kooperation mit der Oemus Media AG
Es war ein Glücksfall, dass sich vor über zehn Jahren eine feste Zusammenarbeit mit der Oemus Media AG entwickelte und ein neues, sehr erfolgreiches Format mit Nose, Sinus & Implants entwickeln konnte, welches die endoskopische Chirurgie der Kieferhöhle mit der dentalen Implantologie ins Gespräch brachte.
Aus einer zarten Pflanze entstand ein starker Baum – ein renomierter Präparierkurs mit hohem didaktischen Niveau unter Federführung von Dr. Theodor Thiele M.Sc. M. Sc.
Der besondere Ort: die Charité
Die Arbeit des Instituts war eng mit einem besonderen Ort verbunden – der Charité und ihrem Institut für Anatomie. Die Präparierkurse konnten an eine lange Berliner Tradition anatomischer und chirurgischer Lehre anknüpfen und vielleicht den besonderen Spirit der Charité spürbar machen. Historische Persönlichkeiten, wie Jacques Joseph, ein Pionier der modernen Nasenchirurgie, oder die Dynastie der Seifert-Präparatoren hatten hier gewirkt.
Was bleibt ?
Die nachhaltigste Leistung eines Weiterbildungsinstitut lässt sich nicht allein an der Zahl der Veranstaltungen und Publikationen messen. Entscheidend ist, was bei den Teilnehmern bleibt. Über die Jahre begegneten sich in Berlin zahlreiche junge Kolleginnen und Kollegen, nationale und internationale Referenten, HNO Spezialisten, Zahnärzte, Implantologen plastische Chirurgen und Neurochirurgen.
Aus diesen Begegnungen entstanden fachliche Kontakte, persönliche Freundschaften und eine neue Qualität interdisziplinären Denkens. Das Motto über den Tellerrand der Fachgebiete schauen und zu neuen Ufern aufbrechen wurde zu einer Maxime.
Es bleibt das Wissen, dass von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurde. Es bleiben die Erfahrung unzähliger Präparationsübungen, Kongresse, Vorträge und persönliche Gespräche. Es bleiben wissenschaftliche Veröffentlichungen, Lehrbücher und operative Konzepte und es bleibt vor allem ein Netzwerk von Ärztinnen und Ärzten, die ein Stück ihrer fachlichen Entwicklung mit dem Institut verbinden und ihr gesamtes fachliches Leben weiterführen werden.
Das Institut steht für eine Haltung zur medizinischen Weiterbildung: anspruchsvoll, praxisnahnah, international und offen für den Dialog. Ein Gut, was heute nicht mehr selbstverständlich ist und verteidigt werden muß, vor politischen und fachlichen Ignoranten. Getragen von Enthusiasten war das Institut ein Ort , der Wissen vermittelt, Diskussionen angestoßen, Neuland betreten und internationale Kontakte geschaffen hat. Ein Kapitel endet, dessen Geist in der Medizin weiterleben wird.