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Branchenmeldungen 30.10.2013

Au Backe: Kindern bröckeln die Zähne weg

Au Backe: Kindern bröckeln die Zähne weg

Die richtige Pflege des Milchgebisses ist die Grundlage für gesunde bleibende Zähne. Doch immer mehr breitet sich ein Phänomen aus, welches Wissenschaftler sich nicht erklären können: Die ersten bleibenden Backenzähne werden nicht richtig mineralisiert und stoßen verfärbt und bröckelnd an die Oberfläche. Auch an den Schneidezähnen kommt diese Mineralisationsstörung vor. Viele Faktoren werden als Verursacher in Betracht gezogen. Eine genaue Ursache bleibt offen.

Sie sind die ersten Zähne, die ein Mensch bekommt. Sehr empfindlich und nur für einen relativ kurzen Zeitraum unseres Lebens unsere Begleiter. Trotzdem ist die Versorgung von Milchzähnen immer noch nicht optimal. Viele Vorsorgeuntersuchungen greifen erst im Kindergartenalter, wenn die ersten Zähne schon mindestens zwei Jahre einen guten Dienst getan haben.

Tatsächlich geht es Milchzähnen aber heute besser als noch vor einigen Jahren. Bessere Pflegeprodukte und für Kinder angepasste Zahncremes mit Fluorid helfen, Karies vorzubeugen. Aber wie gepflegt wird ist Sache der Eltern. Wann beginnt man mit dem Zähneputzen? Welche Zahncreme wird verwendet? Mit welcher Putztechnik reinige ich Milchzähne am gründlichsten? Auf was muss bei der Pflege des Zahnfleisches geachtet werden?

Viele Sechsjährige haben heute mehrere kariöse Zähne, die behandelt werden müssen. Die Zahnmedizin muss also zeitiger ansetzen. Die BZÄK möchte immerhin bis 2020 erreichen, dass weniger als 20 % der Sechsjährigen bereits Karies haben.

Aber neben diesem bekannten Volksleiden gibt es auch neue Probleme, mit denen sich Zahnärzte zunehmend auseinandersetzen müssen. MIH – Molar-Incisor-Hypomineralization heißt das Phänomen, welches mehr und mehr Zahnärzte in Europa, Amerika und Australien vor ein Rätsel stellt. Bei diesem Krankheitsbild wird der Zahnschmelz nicht richtig mineralisiert. Die Oberfläche der Zähne ist gelb, gummiartig und zerplatzt förmlich beim Kauen. Die ersten Backenzähne und die Schneidezähne sind am häufigsten von dieser Störung betroffen.

Bei manchen Kindern ist diese Schädigung so stark ausgeprägt, dass die Zähne nicht gerettet werden können. Einige können überkront werden. Durch die Schädigung sind sie jedoch auf Dauer gefährdet, da sie Karies und anderen Angreifern ungeschützt ausgesetzt sind.

Die Wissenschaftlerin Birgitta Jälevik von der Universität Göteborg hat verschiedene Ursachen für MIH untersucht. Sie kam nicht zu dem Ergebnis, dass es nur eine bestimmte Ursache dafür gibt, dass sich die Zähne nicht richtig entwickeln. Es sind viele verchiedene Faktoren, die diese Mineralisationsstörung begünstigen. Dabei könnten Kinderkrankheiten, Variationen in der Versorgung mit Nährstoffen durch Mangelernährung oder Durchfälle, Einnahmen von Antibiotika und Einflüsse während der Schwangerschaft und Stillzeit mögliche Faktoren für MIH sein.

Wie ein Zusammenspiel solcher Faktoren MIH verursacht bleibt offen.

Quelle: welt.de

Foto: © Shutterstock.com
Autor: Karola Richter
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