Branchenmeldungen 27.04.2026
Der FVDZ Bayern warnt vor massiven Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes
Besonders scharf wendet sich der Verband gegen den Fachzahnarztvorbehalt für kieferorthopädische Leistungen. Diese Regelung gefährdet aus Sicht des FVDZ die flächendeckende Versorgung und könnte viele Patienten zum Behandlerwechsel zwingen.
Der Verband sieht einen deutlichen Widerspruch zwischen politischen Zielen und gesetzlicher Umsetzung: Während die Bundesregierung eine Stärkung der ambulanten Versorgung und bessere Rahmenbedingungen für den Nachwuchs anstrebt, beschleunigt dieses Gesetz das Praxissterben im ländlichen Raum.
Der FVDZ Bayern kritisiert zudem, dass die Politik mit dem Gesetzentwurf an den falschen Stellschrauben dreht. Dazu Landesvorsitzender Dr. Christian Deffner: „Während die Bundesregierung tief in die zahnmedizinische Versorgung eingreift, fasst sie das heiße Eisen MVZ-Regulierungsgesetz erneut nicht an.“ „Vor allem die sogenannten iMVZ leisten keinen Beitrag zur Versorgung im ländlichen Raum und beschleunigen den Konzentrationsprozess“, sagt die stv. Landesvorsitzende Dr. Romana Krapf.“ „Obwohl die Zahnärzte nicht die Kostentreiber im Gesundheitswesen sind, setzt die Politik auch bei uns den Rotstift an und gefährdet damit die flächendeckende Versorgung“, ergänzt Dr. Thomas Reinhold, stv. Landesvorsitzender.
Der FVDZ Bayern fordert substanzielle Nachbesserungen am Gesetzentwurf, darunter die Streichung des Fachzahnarztvorbehalts, die Koppelung der Vergütungserhöhungen an die Grundlohnsummenveränderungsrate minus 1 Prozent und einen echten Bürokratieabbau.