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Branchenmeldungen 28.06.2016

Die Schweigepflicht der ZFA – ein heikles Thema

Katja Kupfer
Katja Kupfer
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Die Schweigepflicht der ZFA – ein heikles Thema

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Wie ist das mit der Schweigepflicht einer ZFA?

Mal eben den Freundinnen oder der Familie von den Problemen der Patienten berichten – dass einem solche Interna aus Versehen rausrutschen, geht manchmal schneller, als man denkt. Schnell ist die Frage formuliert, ob dies rechtens ist. Unterliegen Zahnmedizinische Fachangestellte ebenso der ärztlichen Schweigepflicht wie Zahnärzte? Gerade für Berufseinsteiger wie Auszubildende ist diese Thematik von Bedeutung.

Man sitzt in netter Runde zusammen, plaudert gelassen und schon ist es passiert. Ehe man sich versieht, wird Patient A mit seiner Zahnarztangst genauso thematisiert wie Patient B mit dem schlechten Mundhygienestatus. Doch dürfen sich Mitarbeiter einer Zahnarztarztpraxis gegenüber Dritten derart austauschen? Die Gesetzeslage sieht dazu eine ganz klare Regelung vor. Zahnmedizinische Fachangestellte haben sich der Schweigepflicht genauso unterzuordnen wie behandelnde Zahnärzte und Zahnärztinnen.

Zahnärztinnen und Zahnärzte, wie auch das Personal, sind laut Strafgesetzbuch gemäß § 203 verpflichtet, über die im Rahmen ihrer Tätigkeit erworbenen Patienteninformationen Sillschweigen zu bewahren. Dies gilt auch gegenüber den Angehörigen und über den Tod des Patienten bzw. der Patientin hinaus.

Das Thema Schweigepflicht hat bspw. die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg in einem Leitfaden zum Datenschutz klar definiert. Dieser erläutert, was unter der zahnärztlichen Schweigepflicht zu verstehen ist, wo sie gesetzlich geregelt ist und wer zum Schweigen verpflichtet ist. Im Bezug auf den strafrechtlichen Schutz der Patientendaten heißt es darin u.a.:

„Die ärztliche Schweigepflicht umfasst alle Tatsachen und Umstände, die nur einem beschränkten Personenkreis bekannt sind und an deren Geheimhaltung der Betroffene ein bei Berücksichtigung seiner persönlichen Situation sachlich begründetes Interesse hat. Ein schutzwürdiges Geheimhaltungsinteresse wird in der Rechtsprechung überwiegend schon für den Namen des Patienten sowie für die Tatsache angenommen, dass jemand überhaupt in ärztlicher Behandlung sich befindet. Der ärztlichen Schweigepflicht unterfällt mithin alles was dem Zahnarzt – oder Mitgliedern des Praxisteams – auf Grund seiner Stellung und Funktion und des zwischen ihm und dem Patienten bestehenden Vertrauensverhältnisses von diesem mitgeteilt wird, wie auch das, was er ohne besondere Mitteilung des Patienten selbst feststellt oder erfährt.“

Auch die Verordnung über die Berufsausbildung zum/r Zahnmedizinischen Fachangestellten
vom 4. Juli 2001
(Quelle: Verband medizinischer Fachberufe e.V.) sieht ebenso klare Regeln vor. Darin heißt es: 

„Das Wohlergehen der Patientinnen und Patienten bestimmt stets ihr Handeln. Jedem Patienten und jeder Patientin, ob gesund, krank oder behindert, begegnen sie mit Respekt. Sie achten die Würde des Menschen und arbeiten partnerschaftlich mit den ihnen anvertrauten Personen.“

Das unverzichtbare Vertrauensverhältnis zwischen Behandler und dem Patienten gilt es zu bewahren. Ein Verstoß gegen die Schweigepflicht kann eine strafrechtliche Verfolgung als auch berufsrechtliche Sanktionen sowie Schadensersatzforderungen nach sich ziehen.

Foto: © skypicsstudio – Fotolia.com
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