Branchenmeldungen 17.07.2026

Führende Experten fordern breiteren Ansatz zur Prävention von parodontalen Erkrankungen

KENVUE – Internationale Expert:innen trafen sich auf dem ISDH 2026 (International Symposium on Dental Hygiene) in Mailand, um zwei wegweisende Berichte zur Mundgesundheit aus Europa und den USA zu diskutieren, die auf derselben globalen Evidenzbasis beruhen, sowie die Rolle klinisch belegter Mundspülungen bei der Prävention von parodontalen Erkrankungen zu erörtern.

Führende Experten fordern breiteren Ansatz zur Prävention von parodontalen Erkrankungen

Foto: Kenvue

Parodontale Erkrankungen betreffen weltweit mehr als eine Milliarde Menschen und stellen eine große Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. 1 Obwohl sie weitgehend vermeidbar sind, nimmt ihre Belastung weiter zu.1 Im Rahmen eines von Kenvue veranstalteten Pressebriefings auf dem „International Symposium on Dental Hygiene“ (ISDH) in Mailand erläuterten Expert:innen, wie zwei unabhängig voneinander entwickelte Berichte aus Europa und Nordamerika zu bemerkenswert ähnlichen Schlussfolgerungen hinsichtlich zukünftiger Präventionsstrategien und der Rolle einer klinisch belegten Mundspülung als Ergänzung zur mechanischen Reinigung gelangen.

Die beiden Berichte sind:

  • das White Paper der American Dental Hygienists’ Association (ADHA) über die Neudefinition von Management und Prävention parodontaler Erkrankungen,2
  • sowie der Bericht „Principles for Oral Health“, der von der SEPA Foundation initiiert wurde.3

Unabhängige Berichte – dieselbe Schlussfolgerung

Bemerkenswert ist die Entstehung dieser beiden Berichte. Sie wurden unabhängig voneinander, von unterschiedlichen Organisationen und in verschiedenen Teilen der Welt entwickelt. Dennoch basieren beide auf derselben wissenschaftlichen Evidenz und kommen zu denselben grundlegenden Schlussfolgerungen.

Beide Berichte stützen sich auf eine gemeinsame wissenschaftliche Grundlage, darunter die klinischen Praxisrichtlinien der European Federation of Periodontology (EFP)4 auf S3-Niveau sowie Empfehlungen der American Dental Association und der American Academy of Periodontology.

Die Erkenntnis ist durchgängig konsistent: Obwohl die mechanische Reinigung die Grundlage der Mundhygiene bleibt, kann eine Mundspülung zur Kontrolle gingivaler Entzündungen im Rahmen eines personalisierten Behandlungsansatzes berücksichtigt werden. Dabei zählen Formulierungen mit ätherischen Ölen (Essential Oils) zu den durch die verfügbare Evidenz am besten unterstützten Optionen. Beide Berichte positionieren Mundspülungen als Ergänzung zur mechanischen Reinigung (Zähneputzen), niemals als deren Ersatz, und empfehlen ihren Einsatz entsprechend dem individuellen Risikoprofil der Patient:innen.2,3

Die Expert:innen hinter dem Konsens

An der Konferenz nahmen vier Expert:innen teil, die gemeinsam dieselbe Kernbotschaft vermittelten:

  • Professor Luigi Nibali (King’s College London) erläuterte die wissenschaftlichen Hintergründe und erklärte, warum trotz Präventionsmöglichkeiten die Krankheitslast weiter zunimmt und warum Gingivitis ernst genommen werden muss.
  • Dr. Ana Molina (SEPA) stellte den Bericht „Principles for Oral Health“ vor und erklärte, wie wissenschaftliche Leitlinien in praxisnahe Handlungsempfehlungen für Kliniker übersetzt werden.
  • Dr. JoAnn Gurenlian (ADHA) präsentierte die Schlussfolgerungen des White Papers, wonach Dentalhygieniker:innen eine zentrale Rolle in der Prävention spielen.
  • Simone Ruzario (President-Elect, British Society of Dental Hygiene & Therapy) erläuterte die praktischen Konsequenzen der Evidenz für Dentalhygieniker:innen und Dentaltherapeut:innen im Alltag.

Die Rolle der Mundspülung – laut den Berichten

Jeder der Berichte kommt auf seine Weise zu derselben Aussage.

Basierend auf den europäischen Evidenzen erkennen die EFP-S3-Leitlinien bestimmte antibakterielle Mundspülungen – wobei Formulierungen mit ätherischen Ölen (Essential Oils) zu den wirksamsten zählen – als individualisierte Ergänzung der häuslichen Mundhygiene an, um Zahnfleischentzündungen (gingivale Entzündungen) zu kontrollieren. Gleichzeitig kommt der Bericht „Principles for Oral Health“ zu dem Schluss, dass der Einsatz spezifischer antibakterieller Mundspülungen als Ergänzung zur mechanischen Biofilmkontrolle für bestimmte Patientengruppen empfohlen werden kann, wenn lokale oder systemische Faktoren dazu führen, dass die mechanische Biofilmkontrolle allein nicht ausreicht, um die parodontale Gesundheit langfristig aufrechtzuerhalten.3

Das ADHA-White-Paper aus den USA berichtet, dass eine Mundspülung mit einer festen Kombination aus vier ätherischen Ölen zusätzlich zu Zähneputzen und Zahnseide zu einer signifikanten Reduktion von Plaque, Gingivitis und Blutungen im gesamten Mundraum führte. Sie wird als einfache, kostengünstige und breit verfügbare Ergänzung der täglichen häuslichen Mundpflege beschrieben.2

Wann und wie sollte eine Mundspülung empfohlen werden?

Die praktische Botschaft für Zahnärzt:innen und Praxisteams ist in beiden Berichten einheitlich.

Zweimal tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta sowie die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume bleiben die Grundlage der Mundhygiene.

Eine tägliche Mundspülung mit antibakterieller Wirkung sollte als Ergänzung – nicht als Ersatz – für Patient:innen empfohlen werden, bei denen die mechanische Reinigung allein voraussichtlich nicht ausreicht. Dazu gehören:

  • Patient:innen mit anhaltenden Zahnfleischentzündungen,
  • Patient:innen mit Biofilm-retentiven Faktoren wie Zahnengständen, Restaurationen, Implantaten oder kieferorthopädischen Apparaturen,
  • Personen mit eingeschränkter Geschicklichkeit,
  • ältere oder gebrechliche Patient:innen,
  • Menschen mit Erkrankungen wie Diabetes, bei denen eine wirksame Plaque- und Entzündungskontrolle erschwert ist.

Die Empfehlung sollte individuell angepasst, in verständlicher Sprache erklärt und bei jedem Praxisbesuch überprüft werden. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Intensitätsstufen können genutzt werden, um die Therapietreue zu fördern. 2,3

Bild von einem Quotenzeichen
„Die Evidenzbasis ist klar und konsistent genug, damit Leitlinien und Berichte in verschiedenen Regionen eine klinisch belegte Mundspülung für bestimmte Patienten berücksichtigen. Während Zähneputzen und die Reinigung der Zahnzwischenräume unverzichtbar bleiben, steigt die Zahl der Patienten mit Parodontalerkrankungen weiter an. Die Evidenz unterstützt den Einsatz einer klinisch belegten Mundspülung als ergänzende Maßnahme zur Unterstützung und Erhaltung der Zahnfleischgesundheit bei ausgewählten Patienten.“ Dr. Ana Molina, Vizepräsidentin der SEPA

Bild von einem Quotenzeichen
„Es ist ungewöhnlich, dass Organisationen aus unterschiedlichen Gesundheitssystemen und beruflichen Umfeldern die wissenschaftliche Evidenz unabhängig voneinander bewerten und dabei zu so ähnlichen Schlussfolgerungen gelangen. Dieses hohe Maß an Übereinstimmung gibt Behandelnden die Sicherheit, dass die Empfehlungen auf einer robusten und konsistenten wissenschaftlichen Evidenzbasis beruhen.“ Dr. Simon Arnold, Medical Affairs Lead EMEA, Kenvue

Weitere Informationen

Zahnmedizinische Fachkräfte finden wissenschaftliche Hintergründe und praktische Handlungsempfehlungen auf kenvuepro.com.

Die vollständigen Berichte sind verfügbar unter:

1 Hu M, Zhang R, Wang R, Wang Y, Guo J. Global, regional, and national burden of periodontal diseases from 1990 to 2021 and predictions to 2040: an analysis of the Global Burden of Disease Study 2021. Front Oral Health. 2025; 6: 1627746. doi:10.3389/froh.2025.1627746
2 American Dental Hygienists' Association. Redefining the Management and Prevention of Periodontal Disease: Practical Guidance for the Practicing Hygienist in Navigating Clinical Decision-Making and Patient Engagement [White Paper]. 2026. Available at: https://www.adha.org/wp-content/uploads/2026/03/ADHA-White-Paper_Final_25Mar26.pdf. Accessed 24 June 2026
3 SEPA. Principles for Oral Health Report. Sponsored by LISTERINE®. 2025. Available at: https://principlesfororalhealth.com/wp-content/uploads/2025/01/PRINCIPLES-CONSENSUS.v2.pdf. Accessed 24 June 2026
4 Sanz M, Herrera D, Kebschull M, et al. Treatment of stage I–III periodontitis—The EFP S3 level clinical practice guideline. J Clin Periodontol. 2020; 47(Suppl 22): 4-60. doi:10.1111/jcpe.13290

Dieser Beitrag stammt von dem Anbieter und spiegelt nicht die Meinung der Redaktion wider.
Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper