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Branchenmeldungen 28.02.2011

International Scientific Congress 2008

International Scientific Congress 2008

Zahnmedizin im Blick der Wissenschaft - Heute und Morgen


Diagnose und Therapie in der Zahnmedizin: Heute und in der Zukunft, so lautete das Leitthema des diesjährigen internationalen Scientific Congress der Ivoclar Vivadent in Schaan, Liechtenstein.

Vom 20. bis 22. November kamen dort rund 80 Vertreter der Wissenschaft aus Europa, Asien, Nord- und Südamerika zusammen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Heinrich Kappert und Prof. Jean-Francois Roulet diskutierten sie intensiv den aktuellen Stand in der Zahnheilkunde und richteten zugleich den Blick auf die Zukunft. Dabei spannte sich der Themenbogen von der Diagnose und Prävention über die restaurative und konservierende Zahnheilkunde zu aktuellen Materialfragen.

Diagnose, Prävention und konservierende Zahnmedizin

Wie effektiv sind Diagnose und Prävention heute? Klare Antworten für die Karieserkrankung sind noch nicht möglich. Zwar gibt es differenzierte Diagnosemöglichkeiten, jedoch offenbaren Studien die Begrenztheit der Methoden. Der wesentliche Fortschritt liegt in dem wissenschaftlich untermauerten Wissen über die verschiedenen Stufen der Kariesentwicklung. Vorbeugend geht es darum, die Balance zwischen Demineralisation und Remineralisation des Zahnes zu bewahren. Liegen bereits Symptome für eine Karies vor, hängt die erfolgreiche Kontrolle von der individuellen Keimsituation jedes einzelnen Patienten ab. Im Bereich der Parodontalerkrankungen ist das Messen der Zahnfleischtaschen für das Parodontal-Screening immer noch das effektivste Mittel. Biologische Tests bieten für die nahe Zukunft noch viel Potenzial.

Um die Entscheidungsfindung ging es bei den Vorträgen zur restaurativen Zahnmedizin. So stellt sich bei den verschiedenen Bondingsystemen die Frage nach dem Goldstandard: Die Etch & Rinse Systeme sind im Schmelz zu bevorzugen, die milden Self-Etch-Adhäsive im Dentin. Der Trend geht zu einfacheren Systemen und einer stärkeren Betonung der biologischen Aspekte. Welche restaurative Lösung ist im Front- und Seitenzahnbereich zu wählen? Die Entscheidung für eine solche Versorgung hängt von mehreren Faktoren ab. Dabei spielen der Patient und die Fähigkeiten des Zahnarztes eine wichtige Rolle. Klar ist: Funktion und Ästhetik bei Frontzahnrestaurationen können heute mit weniger invasiven Techniken als noch vor einigen Jahren erzielt werden. Das gilt ebenso für kieferorthopädische Therapien.

Konventionelle Therapie oder Implantate

Wurzelkanaltherapie oder Implantat? Diese Frage lässt sich nicht durch den Vergleich der Erfolgsraten klären, sondern nur durch eine sehr komplexe Abwägung verschiedener Kriterien. Dabei steht an oberster Stelle die individuelle Prognose für den jeweiligen Patienten. Ebenso wenig ist zu klären, ob implantatgetragener oder konventioneller Zahnersatz die bessere Lösung ist. Obwohl die Komplikationsraten bei einem implantatgetragenen Zahnersatz heute noch höher sind als bei einem konventionellen Zahnersatz, ist daraus keine verbindliche Entscheidung zu ziehen. Wichtig ist eine vorhersagbare und dauerhaft erfolgreiche Lösung. Hierfür ist der wichtigste Parameter die individuelle Situation des Patienten. Diese kann zum Beispiel auch für eine Totalprothese sprechen. Denn trotz zunehmender Implantologie ist die Vollprothese für viele Menschen die Lösung der ersten Wahl.

Composite und/oder Keramik

Vollkeramische Restaurationen werden wegen ihrer ästhetischen Eigenschaften und der Biokompatibilität immer beliebter. Die exzellenten Ergebnisse lassen das Material zu einer echten Alternative zu metall-keramischen Restaurationen werden. Jedoch hat auch diese für bestimmte Indikationen eine Zukunft. Nein - Composites sind nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen. Die heutigen Fehlerquoten des Materials sind vielmehr das Entwicklungspotenzial für die Zukunft, zum Beispiel für eine hohe Bruchfestigkeit, weniger Ermüdung und Abrasion, eine dauerhaft gute Farbanpassung und Oberflächenglanz. Jedoch wird es schwer, diese Eigenschaften in einem Material zu vereinen. Deshalb wird zukünftig stärker in Composites für den Front- und Seitenzahnbereich differenziert.

Die Zukunft

Der spannende Blick in die Zukunft der Dentalmaterialien zeigt, dass Zirkoniumoxid eine noch größere Rolle spielen wird. Zudem kommen weitere hochfeste polykristalline Keramiken mit sehr guten transluszenten Eigenschaften auf den Markt. In der technischen Herstellung gewinnt das Fräsen mittels Laser und die verbesserten Druckverfahren an Bedeutung. Insgesamt nehmen die gesellschaftspolitischen Faktoren stärker Einfluss auf die Zahnmedizin in der Praxis und auf die Forschung wie Entwicklung neuer Produkte. Dentale Materialien werden stärker biologische Aspekte berücksichtigen.

Zu den Referenten gehörten: Prof. Dr. Thomas Attin, PD Dr. Patrick R. Schmidlin, Zürich, Prof. Svante Twetman, Kopenhagen, Prof. Dr. Bart van Meerbeek, Leuven, Prof. Dr. Mutlu Özcan, Groningen, Dr. Roberto Spreafico, Varese, Dr. Alessandro Devigus, Bülach, Prof. Dr. Hans-Peter, Bantleon, Prof. Dr. Claus Löst, Tübingen, Prof. Dr. Bjarni E. Pjetursson, Reykjavik, PD Dr. Stefan Holst, Erlangen, Prof. Dr. Sandro Palla, Zürich, Prof. Kenneth J. Anusavice, Gainsville, Prof. Matthias Kern, Kiel, Prof. Reinhard Hickel, München und Prof. Dr. Horst Fischer, Aachen.

Quelle: Pressebericht der Ivoclar Vivadent, 10.12.2008

Foto: © ivoclar vivadent
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