Branchenmeldungen 01.10.2008
Jedes Kind ein Zahn - Forscher finden Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und Zahnverlust
An dem Ammenmärchen „Jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn“ ist tatsächlich etwas dran, so das Ergebnis einer US-weiten Studie mit 2635 Frauen. Wie Studienleiterin Dr. Stefanie Russell, Dozentin für Epidemiologie und Gesundheitsförderung an der Universität New York, herausfand, steigt mit der Zahl der Kinder auch die Wahrscheinlichkeit für fehlende Zähne bei der Mutter. Dr. Russells Folgerung basiert auf Daten von hell- und dunkelhäutigen nicht-hispanischen Frauen zwischen 18 und 64 Jahren mit mindestens einem Kind.
„Zum ersten Mal haben wir in einer großen, heterogenen Studie einen Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und Zahnverlust nachgewiesen, der in allen sozioökonomischen Schichten auftritt“, so Dr. Russell. Ihr zufolge sind die umfassenden biologischen Umstellungen und Verhaltensänderungen, welche mit der Schwangerschaft und Geburt einhergehen, mutmaßliche Faktoren für den Zahnverlust. Diese sind beispielsweise:
- Eine Schwangerschaft kann die Anfälligkeit für eine Gingivitis erhöhen. Wiederholte Schwangerschaften resultieren dann möglicherweise in häufigerem Ausbruch der Gingivitis, welche bei Frauen mit Parodontitis zu Zahnverlust führen kann.
- Frauen könnten Zahnbehandlungen aufgrund finanzieller Bedenken aufschieben, welche im Zusammenhang mit dem Familienzuwachs stehen.
- Die Betreuung mehrerer Kinder könnte die Mutter veranlassen, die Zeit zu reduzieren, welche sie für ihre eigene Mundgesundheit aufbringt.
„Obgleich die genauen Ursachen für den Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und Zahnverlust weiter untersucht werden müssen, ist deutlich, dass Frauen mit mehreren Kindern besonders aufmerksam mit ihrer Mundgesundheit umgehen sollten“, so Dr. Russell. „Wir als Gesellschaft müssen uns der Herausforderungen bewusster werden, welchen eine Mutter bei ihrer eigenen Zahnpflege gegenübersteht. Das bedeutet auch, diesen Frauen die Möglichkeiten und die Unterstützung zu geben, die sie benötigen – was so einfach sein kann, wie sicherzustellen, dass eine arbeitende Mutter freie Zeit bekommt, in welcher sie zum Zahnarzt gehen kann.“
Quelle: Pressemitteilung der Universität New York vom 29.05.2008, www.nyu.edu