Anzeige
Branchenmeldungen 10.04.2019

#LoveYourGum: Europäischer Tag der Parodontologie

#LoveYourGum: Europäischer Tag der Parodontologie

Aktionstag zu Mundgesundheit und Schwangerschaft

Der 12. Mai ist in diesem Jahr nicht nur Muttertag, sondern auch Europäischer Tag der Parodontologie. Mit einer deutschlandweiten Kampagne informiert die DG PARO über die Volkskrankheit Parodontitis – die Entzündung des Zahnhalteapparates – und die besondere Bedeutung der Mundgesundheit für werdende Mütter. Unter dem Motto „#LoveYourGum – Liebe Dein Zahnfleisch“ will die Kampagne rund um den Aktionstag Schwangere auf die frühzeitige Diagnose und Behandlung von Parodontalerkrankungen vor und während der Schwangerschaft aufklären.

Die Mundgesundheit ist für eine geplante oder vorliegende Schwangerschaft von großer Bedeutung – sowohl für die Gesundheit der Mutter als auch für die spätere Mundgesundheit des Kindes. Sie sollte daher besondere Aufmerksamkeit von werdenden Müttern und den sie betreuenden Medizinern und Hebammen erhalten. Dafür eignet sich der kostenfrei verfügbare Parodontitis-Selbsttest der DG PARO. Die Antworten zu insgesamt sechs Faktoren wie etwa Alter, Geschlecht oder Zahnfleischbluten werden mit Punkten bewertet. Je höher der Wert, desto höher das Parodontitis-Risiko. Der Selbsttest kann ohne großen Aufwand durchgeführt werden – ob per App für das Smartphone (zum Download im iTunes-Store oder bei Google Play) oder anhand eines ausgedruckten Fragebogens im Gespräch mit der betreuenden Frauenarztpraxis oder der Hebamme. Bei entsprechendem Ergebnis sollte im Anschluss eine Zahnarztpraxis aufgesucht werden. Weiterhin stellt das Projekt „Mundgesundheit & Schwangerschaft“ der Europäischen Gesellschaft für Parodontologie (EFP) umfangreiches Informationsmaterial für schwangere Frauen zur Verfügung. Deutschsprachiges Material ist über die Website der DG PARO abzurufen.

Volkskrankheit Parodontitis

Parodontitis ist in Deutschland weit verbreitet. Laut der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) sind 51,6 Prozent der 35-44-Jährigen und 64,6 Prozent der 65-74-Jährigen von einer moderaten oder schweren Parodontitis betroffen. In ihrer schweren Form kann sie eine ernsthafte Bedrohung nicht nur für die Mund-, sondern auch für die Allgemeingesundheit darstellen. Dabei ist die Erkrankung gut beherrschbar, vor allem wenn sie frühzeitig erkannt wird. Das Problem: die bevölkerungsweite Aufklärung ist ungenügend und auch die Selbstwahrnehmung der Patienten schlecht ausgebildet. Gerade werdende Mütter wissen oft nicht, dass ihr Mund nun besondere Aufmerksamkeit benötigt. Mit der diesjährigen Kampagne zum Europäischen Tag der Parodontologie am 12. Mai sollen insbesondere schwangere Frauen verstärkt über Ursachen und Risikofaktoren von Zahnfleischerkrankungen aufgeklärt werden. „Dazu benötigen wir nicht nur die Unterstützung möglichst vieler zahnärztlicher Kolleginnen und Kollegen“, sagt Prof. Dr. Bettina Dannewitz, President elect der DG PARO. „Gynäkologisches Fachpersonal und Hebammen können ebenso wertvolle Aufklärungsarbeit leisten und die Frauen für einen Zahnarztbesuch motivieren. Schließlich ist es wichtig, dass auch die werdenden Mütter selbst ihrer Mundgesundheit besondere Aufmerksamkeit widmen.“ Wer Warnsignale und Risiken für eine mögliche Parodontitis kennt, kann bei ersten Anzeichen den Zahnarzt aufsuchen. Zu den Anzeichen gehören Zahnfleischbluten, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch, eine Lockerung oder Stellungsänderungen der Zähne. Bei einer unbehandelten Parodontitis kommt es zu Knochenabbau, infolgedessen die Zähne ihren Halt verlieren, sich lockern und letztlich ausfallen können.

Erhöhte Risiken während der Schwangerschaft

„Jedes Kind kostet einen Zahn“, so lautet eine alte Volksweisheit – und diese lässt sich inzwischen mit wissenschaftlichen Daten untermauern [1]. Mütter, die eines oder mehrere Kinder zur Welt bringen, haben tatsächlich eine schlechtere Zahngesundheit und damit ein erhöhtes Risiko, in der zweiten Lebenshälfte Zähne zu verlieren. Die möglichen Gründe für die problematische Zahngesundheit von Müttern sind vielfältig, jedoch bislang nicht eindeutig belegt. Sicher ist: Die Schwangerschaft ist für Frauen ein Lebensabschnitt, in dem komplexe physiologische Veränderungen auch die Mundgesundheit beeinflussen. Hinzu kommt, dass Schwangere häufig weniger Zeit für die eigene Mundhygiene haben, was sich auch auf das Kariesrisiko und das Risiko für Parodontalerkrankungen auswirkt. Parodontitis wird mit einem erhöhten Risiko für ein geringes Geburtsgewicht, eine Frühgeburt und vor allem Präeklampsie in Verbindung gebracht. Die wissenschaftlichen Belege dafür sind allerdings nicht eindeutig. Nur bei Frauen, die bereits ein hohes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen besitzen, zeigt die Parodontitistherapie einen positiven Effekt. Die nicht-chirurgische Parodontitistherapie kann auch während der Schwangerschaft – am besten im zweiten Trimenon – sicher für Mutter und Kind durchgeführt werden. Das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen lässt sich aber dann am wirksamsten reduzieren, wenn die Therapie bereits vor der Schwangerschaft erfolgt.

Fazit: In der Schwangerschaft steigt das Risiko für Erkrankungen des Zahnhalteapparates. Unmittelbar vor, während und nach einer Schwangerschaft sollten Frauen besonderes Augenmerk auf ihre Mundgesundheit legen – auch für die spätere Mundgesundheit ihrer Kinder. Sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Kontrollbesuche in der zahnärztlichen Praxis sind in diesen Lebensphasen ausgesprochen wichtig.

Auf einen Blick - Tipps für schwangere Frauen

  • Während der Schwangerschaft kommt es häufig zu Veränderungen des Zahnfleisches, die mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können.
  • Schwangere sollten die Anzeichen für eine parodontale Erkrankung (Gingivitis und Parodontitis) kennen und sich auch selbst auf entzündliche Veränderungen des Zahnfleisches oder Zahnfleischbluten untersuchen.
  • Mithilfe des Selbsttests Parodontitis kann das individuelle Risiko – zuhause oder im Gespräch mit dem Gynäkologen oder der Hebamme – unkompliziert ermittelt und bei Bedarf ein Termin in der Zahnarztpraxis vereinbart werden.
  • Auch wenn keine Anzeichen für eine Erkrankung vorliegen, sollten Schwangere zahnärztliche Kontrollen vereinbaren und sich über Mundhygienemaßnahmen und Zahnpflegeprodukte in der Schwangerschaft sowie über die richtige Mundhygiene und Fluoridversorgung ab dem ersten Zahn ihres Kindes informieren lassen.
  • Sowohl Gingivitis als auch Parodontitis können während der Schwangerschaft ohne Risiko behandelt werden. Die Parodontaltherapie sollte jedoch am besten im zweiten Schwangerschaftsdrittel erfolgen.
  • Werden entsprechende Behandlungen notwendig, so ist es wichtig zu wissen: Sowohl zahnärztliche Röntgenbilder als auch örtliche Betäubungen sind in der Schwangerschaft unter optimalem Strahlenschutz und korrekter Anwendung sicher möglich und nur mit extrem geringen Risiken für Mutter und Foetus verbunden.
  • Grundsätzlich kann bei jedem Patienten alle zwei Jahre ohne zusätzliche Kosten der Parodontale Screening Index (PSI) – eine Früherkennungsuntersuchung – erhoben werden, um den Gesundheitszustand des Zahnhalteapparates zu kontrollieren.

Der Selbsttest-Fragebogen Parodontitis für Patient/-innen: 

[1] Gabel F, Jürges H, Kruk KE, et al., Gain a child, lose a tooth? Using natural experiments to distinguish between fact and fiction, J Epidemiol Community Health 2018;72: 552-556.

Quelle: DG PARO

Foto: Artem Varnitsin – stock.adobe.com

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige