Branchenmeldungen 09.03.2026
OSSTEM World Meeting 2026
Sehr geehrter Dr. Maier, Sie führen eine Privatpraxis in Tübingen, sind Lehrbeauftragter der Universität, erhielten 2002 den Tätigkeitsschwerpunkt für Implantologie und 2009 den Master of Science in Oral Implantology. Über welches Thema referieren Sie in Bangkok?
Mein Vortrag trägt den Titel „Guided Surgery: Developments and Comparison“. Ich möchte die Kollegen an meiner eigenen Lernkurve, meinen Erfahrungen und auch Erfolgen teilhaben lassen. Außerdem werde ich den Stand und die Möglichkeiten der heutigen Systeme für die navigierte Implantologie aufzeigen und einen Ausblick in die Zukunft geben.
Bevor wir gleich über Ihre Einschätzung zur Guided Surgery sprechen, diese Frage: Halten Sie es für einen Zufall, dass OSSTEM von einem Zahnarzt gegründet wurde und so ein umfassendes Fortbildungsprogramm bietet?
Als Zahnarzt wusste OSSTEM-Gründer Dr. Choi, wie wichtig kontinuierlicher Wissensaufbau für uns Praktiker ist. Er baute eine umfangreiche Fortbildungsinfrastruktur auf. Dies hat sicherlich dazu beigetragen, dass OSSTEM heute Weltmarktführer in der dentalen Implantologie ist.
Kommen wir zurück zu Ihrem Vortrag und den Inhalten, über die Sie Ihren Zuhörern beim OSSTEM World Meeting berichten werden. Was wollen Sie dazu schon verraten?
Fehlpositionierte Implantate verursachen Probleme, deren Korrektur aufwendig und kostspielig ist. Für eine erfolgreiche und dauerhafte Behandlung müssen das Implantat korrekt prothetisch ausgerichtet und eventuell vorhandene Gewebedefekte augmentiert werden. Die prothetische Suprakonstruktion bestimmt alle weiteren Behandlungsschritte. Die computergestützte Implantatchirurgie bietet heute präzise und kosteneffiziente Methoden zur Simulation der Prothetik, Implantatposition und Augmentation. Diese Simulationen können direkt auf den Patienten übertragen werden. Das spart Behandlungszeit, macht den Eingriff sicherer und gewährleistet eine gezielte und schonende Behandlung. Meine eigenen Fehler haben dazu beigetragen, dass ich immer mehr auf die Guided Surgery setze. Ich möchte den Teilnehmern diese Fehler ersparen. Meine Präsentation fasst 20 Jahre klinische Erfahrung mit verschiedenen Navigationssystemen zusammen und konzentriert sich auf die praktische Anwendung im Alltag.
Für Sie steht bei der Guided Surgery die Simulation des finalen Ergebnisses im Mittelpunkt?
Ja. Im Vordergrund steht die Simulation des gewünschten Ergebnisses und dessen möglichst präzise Umsetzung in der ggf. notwendigen Augmentation und Implantatposition. Die Prothetik dirigiert den gesamten Behandlungsablauf. Dadurch wird sichergestellt, dass effizient nur die Eingriffe vorgenommen werden, welche der Zielerreichung auch dienlich sind. Ich werde über Präzision und neue prophetische Konzepte sprechen, welche kleine Abweichungen kompensieren können, um effizienter und schneller ans Ziel zu gelangen.
Was erwarten Sie von dem OSSTEM World Meeting – und welche Inhalte werden Sie besuchen?
Typisch für die OSSTEM Meetings ist der Auftakt mit diversen Hands-on-Kursen. Das Spektrum reicht von Augmentationstechniken bis zur computergestützten minimalinvasiven Implantatchirurgie. Ich werde vermutlich den Workshop von Prof. Tallarico besuchen. Insgesamt geht die Entwicklung zur digital vorgeplanten Augmentation mit gleichzeitiger Implantatinsertion. Am zweiten Tag profitieren die Teilnehmer von Vorträgen und einer Live-OP. Dabei wird viel Raum für Diskussion eingeplant. Als Welt-Meeting ist die Veranstaltung in Bangkok international besetzt, und das bietet einen ganz besonderen Reiz. Zudem wird für die deutschen Teilnehmer ein verlängertes Rahmenprogramm angeboten. Ich freue mich neben dem Kongress auf die Stadt und das hervorragende Essen.
Seit wie vielen Jahren spielt die Guided Surgery in Ihrer Behandlung eine Rolle? Bzw. welche Rolle spielen die Produkte des Implantatweltmarktführers OSSTEM in Ihrem Praxisalltag?
Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Guided Surgery. Seit etwa 18 Jahren bin ich bei verschiedenen Firmen in die Entwicklung und das Training eingebunden. Die geführte Implantation wurde für mich immer wichtiger. Das liegt auch daran, dass die Planung günstiger und einfacher wurde. Mittlerweile lasse ich meine Fälle außer Haus vorbereiten und nehme lediglich noch die Feinjustierung vor. Das lässt sich unkompliziert in die tägliche Arbeit integrieren. OSSTEM bietet mit dem OneGuide System eine durchdachte Lösung an. Durch den konstanten Offset ist das System sicher und einfach in der Anwendung. Der größte Vorteil liegt in den sehr guten Stufenbohrern. Diese funktionieren auch bei hartem Knochen ohne Überhitzung sehr effizient.
In welchem Umfang spielen diese Produkte auch bei den Hands-on-Kursen eine Rolle, die Sie 2025 in Deutschland leiten?
Schwerpunkt ist dieses Jahr die Sofortimplantation. Die beiden Formen und Gewindetiefen des TS III und TS IV und die gut abgestimmten Implantatdurchmesser sowie Größen, bieten für jeden Defekt das passende Implantat. Bei den Kursen vermitteln wir das effiziente Vorgehen mit den außergewöhnlichen Stufenbohrern. Bei weichem Knochen reicht ein, bei härterem Knochen zwei Formbohrer. Zudem zeigen wir die Anwendung des Sinuskits (CAS Kit). Damit kann durch sanften Wasserdruck auch bei sehr geringem Knochenangebot noch ein krestaler Sinuslift durchgeführt werden.
Vielen Dank für das Gespräch!
Autor: Dr. Andreas Bachmann