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Branchenmeldungen 28.02.2011

Parlamentarischer Abend stand im Zeichen der "Mundgesundheit von Menschen mit Behinderungen"

Parlamentarischer Abend stand im Zeichen der "Mundgesundheit von Menschen mit Behinderungen"

Als großen Erfolg für die politische und öffentliche Wahrnehmung der Probleme im Zusammenhang mit der notwendigen Verbesserung bei der zahnmedizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderungen wertet der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Dietmar Oesterreich, den Parlamentarischen Abend, den die BZÄK und die CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Rolf Koschorrek und Dr. Hans Georg Faust Mitte April gemeinsam in Berlin veranstaltet haben.
 
Der Zahnarzt und der Facharzt für Anästhesie, zugleich stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag, hatten neben Parlamentariern auch Vertreter von Ministerien, Verbänden und Vereinen sowie der Zahnärzteschaft zum Thema "Mundgesundheit von Menschen mit Behinderungen" eingeladen. "Die guten Besucherzahlen der Veranstaltung zeugen von einem wachsenden Problembewusstsein für diese versorgungspolitische Herausforderung", erklärte Oesterreich im Anschluss an die Veranstaltung. "Notwendig sind jetzt konkrete Handlungsansätze für die besonderen Behandlungsbedarfe von Menschen mit Behinderungen." Dafür müssten gesetzliche Grundlagen geschaffen werden, die auch Präventionsangebote und Planungsgrundsätze außerhalb des Budgets zuließen. Neben der Verbesserung der Mundgesundheit zielen die Aktivitäten der BZÄK auch auf die Vermeidung von Folgeerkrankungen, die Verbesserung der Lebensqualität und der Rehabilitation/Integration sowie der sozialen Akzeptanz.

"Hier haben wir einen Stein ins Rollen gebracht", setzt Oesterreich auf eine gesteigerte Sensibilität für diese Anliegen. Als ein Beispiel der vielfältigen Aktivitäten der Zahnärzteschaft stellte Dr. Imke Kaschke, stellvertretende Vorsitzende der AG Behindertenbehandlung des Berufsverbands deutscher Oralchirurgen und Managerin der Healthy Athletes der Special Olympics Deutschland, in einem Vortrag Probleme und Ergebnisse des Berliner Gruppenprophylaxeprogramms zur Mundgesundheit behinderter Menschen vor. Dabei wurde auch klar, dass es nicht um eine Randgruppe geht: Insgesamt beträgt die Zahl der amtlich anerkannten Schwerbehinderten in der Bundesrepublik laut Statistischem Bundesamt etwa 6,6 Millionen. Vor allem bei verminderten motorischen und/oder geistigen Fähigkeiten zählen diese Menschen rasch zur Hochrisikogruppe für Karies- und Parodontalerkrankungen. In Berlin hat etwa das Modell mit Gruppenprophylaxe in Behinderteneinrichtungen in diesem Bereich nachweislich gute Erfolge gezeigt.

"Wir sind auf einem guten Weg", zeigt sich BZÄK-Vizepräsident Oesterreich zuversichtlich. "Jetzt müssen weitere gemeinsame Schritte von Standespolitik, Wissenschaft und Politik folgen. Ziel bleibt es dabei, uns nachhaltig und wirkungsvoll für die Belange von behinderten Patienten und Menschen mit besonderen Bedürfnissen einzusetzen." Dies bleibe ein wichtiges präventives und berufsethisches Handlungsfeld.

Quelle: BZÄK, 06.05.2009

Foto: © Shutterstock.com

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