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Branchenmeldungen 30.01.2019

Personalnotstand: Österreichische Zahnärzte werfen das Handtuch

Personalnotstand: Österreichische Zahnärzte werfen das Handtuch

Das Gesundheitssystem Österreichs gerät zunehmend in Schieflage. So spitzt sich das Problem des steigenden Ärztemangels durch fehlendes Fachpersonal zusätzlich zu. Erste Zahnärzte ziehen die Schließung ihrer Praxis in Erwägung.

Das Führen einer eigenen Praxis heißt nicht nur die Sicherstellung der Behandlung von Patienten, sondern ist mit vielen organisatorischen Aufgaben und Verwaltungstätigkeiten verbunden. Ohne die Hilfe zahnärztlicher Assistentinnen (ZAss) ist das so gut wie nicht zu bewerkstelligen. Doch diese sind derzeit in Österreich vielerorts Mangelware.

Unzählige Bemühungen eines Zahnarztes aus Steinakirchen am Forst, Personal für sich zu gewinnen – und auch zu halten, z. B. mit mehr Urlaub oder einem 15. Monatsgehalt – scheiterten. Nun steht er kurz davor, seine Ordination zu schließen, wie noen.at berichtet. Damit sei er der erste Kassenarzt, der aufgrund Personalmangels zumachen werde.

Allein in Niederösterreich sollen derzeit mehr als 70 Zahnärzte auf der Suche nach ZAss sein – bisher ohne Erfolg. Der Zahnarzt mache vor allem die Politik für den desolaten Zustand verantwortlich, unter anderem weil der Beruf der ZAss Auszubildenden nicht schmackhaft gemacht werde. Zudem sei Matura im Trend, Schulabgänger aus dem „Mittelfeld“ fehlten. Hinzu kommt, dass sich Zahnärzte zum jetzigen Zeitpunkt Auszubildende, die im Zuge ihres Theorieunterrichts wochenlang ausfallen, gar nicht mehr leisten können.

Wie die Politik dieser Abwärtsspirale langfristig entgegenwirken will, bleibt fraglich. Im Moment laufe eine Stellenanzeigenkampagne, mit der ausländische Fachkräfte für Österreich gewonnen werden sollen, wie heute.at schreibt.

Foto: Peggy Boegner – stock.adobe.com

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