Branchenmeldungen 19.06.2026
Länderübergreifender Lehrlingsaustausch mit echtem Mehrwert
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Wie viel Potenzial in solchen Initiativen steckt, wurde allen Beteiligten während des Austauschs auf verschiedene Art und Weise immer wieder bewusst. Im Fokus stand nicht nur das klassische zahntechnische Handwerk, sondern vor allem auch der Einblick in unterschiedliche digitale Workflows. Die Lehrlinge arbeiteten aktiv in den Betrieben mit, lernten neue Prozesse kennen und konnten bestehende Abläufe aus einer völlig neuen Perspektive betrachten.
Ein besonderes Highlight war für die Auszubildenden die Möglichkeit, zusätzlich Einblicke in eine Zahnarztpraxis zu erhalten. Dort konnten sie unter realen Bedingungen einen Intraoralscanner kennenlernen und selbst ausprobieren. Diese Erfahrung hat beiden den direkten Zusammenhang zwischen Praxis und Labor im digitalen Workflow erstmals greifbar gemacht – vom Scan bis zur fertigen Versorgung.
„Solche Programme zeigen klar: Wer früh über den Tellerrand schaut, entwickelt sich schneller weiter. Der Austausch war nicht nur eine Erfahrung, sondern ein echter Entwicklungsschub – fachlich wie persönlich.“
Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen waren eindeutig: Neben fachlichen Fortschritten wurden vor allem die persönliche Entwicklung betont. Neue Umgebungen, andere Teamstrukturen und ungewohnte Anforderungen haben dazu beigetragen, Selbstständigkeit und Anpassungsfähigkeit deutlich zu stärken. Besonders geschätzt wurde der direkte Vergleich zwischen den Betrieben. Unterschiede in Organisation, Kommunikation und Arbeitsweise wurden bewusst wahrgenommen und als wertvolle Erfahrung beschrieben.
Auch aus Sicht der Ausbilder war der Austausch ein voller Erfolg, denn die Lehrlinge kehrten mit einem erweiterten Blickwinkel in ihre Stammbetriebe, einem Mehr an Selbstvertrauen und Eigenverantwortung sowie einem deutlich gestiegenen Verständnis für moderne zahntechnische Prozesse zurück.
Fazit
„Solche Programme zeigen klar: Wer früh über den Tellerrand schaut, entwickelt sich schneller weiter. Der Austausch war nicht nur eine Erfahrung, sondern ein echter Entwicklungsschub – fachlich wie persönlich“, so ZT Harry Dyck vom deutschen Dentallabor Dyck Dentaltechnik. Künftig soll weiteren Auszubildenden die Möglichkeit zum Austausch eröffnet werden und so den Wissenstransfer zwischen den befreundeten Betrieben aktiv fördern. „Meiner Meinung nach sind es unbezahlbare Momente, die die beiden erfahren konnten und somit ist der Startschuss gefallen, um weiteren Lehrlingen die Möglichkeit zu geben sich neue Arbeitsabläufe und Techniken anzueignen“, so ZTM Christian Fruhwirth vom österreichischen Labor Zahntechnik Fruhwirth.
„Einige Materialien und Instrumente habe ich neu kennengelernt und direkt ausprobiert. Ich durfte in alle Abteilungen reinschauen und selbst mitarbeiten. Die Mitarbeiter haben mir die Abläufe gut erklärt und so konnte ich mein Wissen deutlich erweitern.“ – Ester Schmidt über ihre Zeit bei Zahntechnik Fruhwirth
Erfahrungsbericht Ester Schmidt
„Das Erste, was mir aufgefallen ist, dass in diesem Labor viel mehr Akkordarbeit abläuft. Jeder hat seinen Bereich, für den er zuständig ist, und macht dann auch nur diese Arbeit. So macht zum Beispiel die Modellgussabteilung den Modellguss und die Prothetik stellt die Zähne auf und stellt sie fertig. Bei uns im Labor ist der Workflow ein anderer: Hier bekommt man die Arbeit und stellt sie von Anfang bis Ende fertig. Natürlich hängt das mit der Mitarbeiteranzahl zusammen: in Deutschland sind wir fünf Kollegen, in Österreich immerhin 20.
Die Sprache war doch etwas schwieriger zu verstehen, als ich am Anfang gedacht hatte. Ich musste mich ziemlich konzentrieren, um alles zu verstehen. Doch die Mitarbeiter haben sich bemüht, so gut es geht Hochdeutsch mit mir zu reden (lacht). Und mit jedem Tag klappte es besser!
Interessant war es, die verschiedenen Techniken und Abläufe zu beobachten – etwa beim Stopfen von Totalprothesen, dem Modellieren von Stiftaufbauten oder das Benutzen von knetbarem Kunststoff. Einige Materialien und Instrumente, die ich auch für unseren Laboralltag nützlich finde, habe ich neu kennengelernt und direkt ausprobiert. Ich durfte in allen Bereichen und Abteilungen reinschauen und selbst mitarbeiten. Die Mitarbeiter haben mir die Abläufe gut erklärt und so konnte ich mein Wissen deutlich erweitern.
In der Freizeit haben wir uns gemeinsam die Städte Graz und Wien angeschaut, wo es viele schöne Ecken zu sehen und zu entdecken gab. Abschließend kann ich sagen, dass es eine großartige Erfahrung war, und würde es weiterempfehlen!“
„Gleich in den ersten Tagen ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich unsere Labore sind. Insbesondere die Arbeitsmethoden sind anders – egal, ob es das Ausgießen von Modellen betrifft, die Keramik-Abteilung und natürlich vieles mehr.“ – Katharina Schablas über ihre Zeit bei Dyck Dentaltechnik
Erfahrungsbericht Katharina Schablas
„Gleich in den ersten Tagen ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich unsere Labore sind. Insbesondere die Arbeitsmethoden sind anders – egal, ob es das Ausgießen von Modellen betrifft, die Keramik-Abteilung und natürlich vieles mehr. Daher hier die für mich persönlich prägendsten Unterschiede in den einzelnen Workflows kurz zusammengefasst.
Ein Beispiel aus dem Modellguss: Dyck Dentaltechnik bekommt diese geliefert, die Retentionen und die Sättel sind nicht poliert. Poliert werden nur die Bügel. Auch das Trimmen unterscheidet sich: Im Gegensatz zum deutschen Labor nehmen wir bei Zahntechnik Fruhwirth immer dieselbe Trimmhöhe. Beim Ausgießen wird bei Dyck Dentaltechnik alles genau abgemessen und
abgewogen, wohingegen wir als einzigen unseren Stumpfgips abwiegen. Das Tiefzieh- Schienengerät ist auch komplett anders, einfach kleiner und ohne Gabel. Hier haben sie ein Magnettool, das später beim Bearbeiten der Schiene die kleinen Kugeln einfängt.
Bei Prothesen modelliert das deutsche Labor alles aus (auch den Gaumen), bei uns in Österreich hingegen wird nur das Nötigste ausmodelliert und der Rest dann verschliffen.
Für den sicheren Verbund von spannungsanfälligen Primär- und Sekundärkonstruktionen (z. B. Modellguss und Galvanokappen) wird hier geklebt und nicht gelasert, aber das Endergebnis gefällt mir persönlich beim Löten besser – es verschmilzt dann viel schöner. Zu guter Letzt fand ich die kleinen Bürsten (Minihandfeger) praktisch, die genutzt werden, z. B. um den Arbeitsplatz sauber zu halten.“
Autoren: ZT Harry Dyck, M.Sc. DDT, ZTM Christian Fruhwirth, M.Sc. DDT und Kerstin Oesterreich
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