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Branchenmeldungen 28.10.2011

„Science and Simplicity“

„Science and Simplicity“

Erfolgreiche 2. Neoss Link Team Days am 30. September und 1. Oktober 2011 in Stresa. Dr. med. dent. Silvio Schütz, Basel (UZM Basel) berichtet.

Rund 400 Teilnehmer aus der ganzen Welt erschienen zu den 2. Neoss Link Team Days im Hotel Regina Palace am Lago Maggiore. Zwei Tage lang wurden Neuheiten und Forschungsresultate des Neoss Implantatsystems präsentiert und diskutiert.

Den Aufenthalt der 19 Schweizer Teilnehmer organisierte die Flexident AG, die Vertretung des Neoss Implantatsystems in der Schweiz und Liechtenstein. Geschäftsführer Felix Zumstein präsentierte der Schweizer Delegation bereits vor Kongressbeginn die neuesten Produkte von Neoss wie zum Beispiel das neue, übersichtlichere Chirurgietray, welches fortan das komplette Instrumentarium enthält, sowie die neuen Zirkon-Abutments aus der Esthetiline. Dr. Thomas Zumstein, Oralchirurg aus Luzern stellte anschliessend die Resultate seiner beiden Studien vor: Zum einen die retrospektive Studie der Neoss Implantate mit der Bimodal Oberfläche, welche die Überlebensrate dieser Implantate über 5 Jahre mit und ohne GBR untersucht hatte. Die Überlebensrate von Implantaten ohne Knochenaugmentation betrug 98.2%, diejenige mit GBR 93.5%. Der Knochenverlust periimplantär war mit 0.4mm nach 5 Jahren bei beiden Vorgehensweisen gleich gering. Die zweite Studie befasste sich mit den  neuen ProActive Neoss Implantaten. Dank der superhydrophilen Oberfläche zeigen diese Implantate deutlich bessere Resultate vor allem im Zusammenhang mit Knochenaugmentationen, (vgl. Abb1). Fredrik Engman, Chief Technical Officer und Gründungsmitglied von Neoss, nahm zum Schluss Anregungen und Verbesserungsvorschläge auf.

Übersichtliches und hochwertiges Implantatsystem

Der eigentliche Kongress wurde von Prof. Dr. Neil Meredith, Director of Research und Gründungsmitglied von Neoss, mit der Präsentation der Firmenphilosophie eröffnet. Das vor elf Jahren gegründete Unternehmen legt grossen Wert auf eine übersichtliche, schlanke Produktepalette. Die unterschiedlich breiten Implantate weisen alle denselben Schulterdurchmesser auf, was eine deutliche Reduktion der prothetischen Teile im Vergleich zu anderen Implantatsystemen ermöglicht. Prof. Dr. Lothar Pröbster, Privatzahnarzt in Wiesbaden, und Dr. George Dimitroulis, Kieferchirurg in Melbourne, bestätigten in ihren Referaten die übersichtlichen, kompakten Instrumentensets und die hohe Qualität der Neoss Implantate bei gleichzeitig vorteilhaftem Preis. Dies wird nebst guter Vermarktung und Entwicklung in Zukunft für ein erfolgreiches Implantatunternehmen entscheidend sein. Der Preis eines Implantates sollte aber nicht auf Kosten der Qualität gering gehalten werden. Prof. Dr. Mauro Labanca, Oralchirurg aus Mailand, empfahl deshalb, ein bewährtes System zu wählen, bei dem man sicher ist, dass für Reparaturen auch noch in 10 Jahren Teile bestellt werden können. Zudem sei es für erfolgreiche und komplikationsarme Implantationen wichtig, dass der Anwender mit einem Implantatsystem vertraut ist und gut plane, so Dr. Lloyd Searson, Prothetiker aus London.

Forschung und Entwicklung

Prof. Meredith zeigte weiter auf, dass Neoss Wert auf eigene Forschung und Entwicklung legt und nicht bestehende Implantatsysteme kopiert. In den letzten Jahren wurden vor allem die Implantatoberflächen und die Abutments weiterentwickelt. Seit rund drei Jahren haben die Neoss Implantate eine säuregeäzte und chemisch behandelte ProActive Oberfläche, die sehr hydrophil ist und eine schnellere Osseointegration aufweist als die zuvor gebräuchlichen angerauhten Bimodal Oberflächen. Die Überlebensrate der Neossimplantate konnte mit der neuen Oberfläche von 95% auf über 98% gesteigert werden.

Prof. Dr. Lars Sennerby, Oralchirurg an der Universität Göteborg, stellte die neue Implantatform der tapered implants vor, welche bald durch Neoss auf den Markt gebracht werden soll. Die im apikalen Bereich stark konischen, im zervikalen Bereich gering konischen Implantate passen besser in eine Aveole und eignen sich gut für Sofortimplantationen.

Die Sofortbelastung der Implantate lehnte Prof. Sennerby deutlich ab, insbesondere im Oberkiefer, wo die Überlebensrate der Implantate kleiner ist als im Unterkiefer. Im Oberkiefer ist die Knochendichte geringer, die Umbauprozesse sind bei der Osseointegration eines Implantates ausgedehnter und die Implantatstabilität initial geringer. Die positive Korrelation zwischen der Implantatstabilität und der Knochendichte wurde in einer in vitro Studie von Dr. Luca Pagliani, Privatpraktiker in Mailand, untersucht. Dieser stellte zudem die verschiedenen Möglichkeiten zur Stabilitätsmessung eines Implantates vor: Dentale Volumentomographien zur Bestimmung der Knochendichte präoperativ, Torque-Messungen beim Inserieren des Implantats sowie Resonanzfrequenzanalysen in der Einheilphase, zum Beispiel mit dem Gerät von Ostell. Letzteres wurde vor allem auch von Dr. Leonardo Vanden Bogaerde, Oralchirurg aus Concorezzo, empfohlen, denn so kann der Zeitpunkt der prothetischen Versorgung entsprechend der Implantatstabilität bestimmt und angepasst werden.

Dr. Norbert Hassfurther, MKG-Chirurg aus DE-Wettenberg, schloss den chirurgischen Teil der Vorträge mit Fallbeispielen über Knochenaugmentationen mittels titanverstärkten Membranen, ohne Knochenersatzmaterial. Er wies darauf hin, dass Knochengewebe den Raum unter einer Membran ohne Zusatz von Hilfsstoffen ausfüllt und so Kammaugmentationen ohne Knochenersatzmaterial möglich sind.

Neue Zirkon Abutments

Besondere Aufmerksamkeit erhielten die verschiedenen Abutments von Neoss, insbesondere die neuen Esthetiline Zirkon Abutments. Vorfabrizierte Abutments aus Titan sollten nur bei achsengerechten Implantaten im Seitenzahngebiet verwendet werden, ansonsten individualisierte oder präparierbare Abutments, so Dr. Rosario Prisco, Oralchirurg aus San Giorgio A Cremano. Für Versorgungen in der Front werden individualisierte Zirkon Abutments für ein ästhetisch hochwertiges Resultat von Dr. Thomas Zumstein und Dr. Stefano Volpe, Privatpraktiker aus Rom, empfohlen. Das Austrittsprofil kann nur damit individuell gestaltet werden, wobei gemäss Dr. Zumstein darauf geachtet werden muss, dass die Schulter des Abutments epigingival zu liegen kommt. Mit seinem Referat vermittelte er zudem die Wichtigkeit eines immer gleich geführten Therapieprotokolls, damit eine gute Vorhersagbarkeit gewährleistet ist.

Über die Befestigung der Kronen auf den Abutments – zementiert oder verschraubt –  herrschten kontroverse Meinungen. Prof. Pröbster hob die Vorteile im Bereich der Ästhetik von zementierten Kronen hervor. Dabei sei zu beachten, dass Abutments mit genug grosser Oberfläche für eine suffiziente Friktion gewählt werden. Für das provisorische Zementieren empfahl er Temp Bond, als definitiven Zement einen Phosphatzement. Der entscheidende Vorteil von verschraubten Suprakonstruktionen hingegen liege in der einfachen Entfernbarkeit. Bei Problemen technischer oder biologischer Art könne dem Patienten schnell und einfach geholfen werden, ohne dabei Defekte an der Krone in Kauf nehmen zu müssen, so Dr. Zumstein.

Derselben Ansicht war auch Prof. Dr. Derrick Setchel, Eastman Dental Institute in London, der schliesslich auf Faktoren hinwies, welche zu Problemen und Misserfolgen prothetischer Versorgungen führen. Besonders zu beachten sei die Okklusion prothetischer Arbeiten. Denn sehr häufig sei diese schlecht eingeschliffen und es komme zu Überbelastungen, die einfache Frakturen von Verblendungen bis hin zum Verlust der ganzen Arbeit nach sich ziehen könnten. Ebenfalls sollte auf gut „putzbare“ Suprakonstruktionen geachtet werden. Dr. Keith Doonan empfahl diesbezüglich, Ovate Pontics mit gut reinigbarem Austrittsprofil zu verwenden.

Die interessanten Vortragstage wurden mit einem gemeinsamen Nachtessen auf der wunderschönen Isola Bella abgerundet. Die Teilnehmer konnten weitere Erfahrungen mit dem Neoss-System austauschen und Anregungen und Verbesserungsvorschläge direkt an Prof. Meredith und Fredrik Engman von Neoss weitergeben.

Abb1: Vergleich der kumulierten Erfolgsraten von Neoss Implantaten mit der Bimodal Oberfläche (Zumstein & Billström 2008) und der ProActive Oberfläche (Zumstein et. al), Publication accepted

Kontakt:

Flexident AG

6362 Stansstad

Tel.: 041 310 40 20

info@flexident.ch

www.flexident.ch

Foto: © Flexident AG
Neue Oberfläche lässt Implantate fester einwachsen
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