Branchenmeldungen 05.07.2012

Zahnfehlstellungen trotz Schnuller vermeiden

Zahnfehlstellungen trotz Schnuller vermeiden

Foto: © Shutterstock.com

Schnuller – ja oder nein? Diese Frage hat jeder Zahnarzt im Patientengespräch schon einmal gehört. Guten Gewissens einen Schnuller zu empfehlen ist dabei nicht leicht, da Risiken und Nebenwirkungen für Kiefer und Zähne nicht auszuschließen sind. Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke hat in einer Langzeitstudie die Auswirkungen des Schnullergebrauchs untersucht und kam zu einem interessanten Ergebnis.

Sobald der erste Milchzahn durchbricht, sollten Patienten ihren Nachwuchs zum Zahnarztbesuch mitnehmen. Es ist in der Regel der erste Kontrollbesuch der jungen Sprösslinge, der Schnuller ist nicht selten sofort griffbereit oder sogar gerade im (Dauer-)Einsatz. Welche Empfehlung gibt man Eltern im Hin-blick auf den Gebrauch eines Schnullers mit auf den Weg?

Fehlentwicklungen in Kauf nehmen?

Durch das Nuckeln wird Druck auf den Kiefer und die ersten Zähnchen ausgeübt, wodurch Fehlentwicklungen hervorgerufen werden können. Im Allgemeinen wird daher von der Verwendung eines Schnullers ganz abgeraten. Schnuller dienen jedoch zur Beruhigung der Kinder, zum Beispiel in Stresssituationen, als Einschlafhilfe oder zur Linderung der Schmerzen beim „Zahnen“. Ein gänzlicher Verzicht ist für viele Eltern daher unvorstellbar, trotz der möglichen Nebenwirkungen. Seit einigen Jahren gibt es einen Schnuller, der diese Nebenwirkungen auf ein Minimum reduzieren soll. Der „Dentistar“ besitzt ein speziell geformtes Saugteil, das laut Hersteller den Druck auf den Kiefer und die Zähne um bis zu 90 Prozent im Vergleich zu gewöhnlichen Saugern reduzieren soll. Dadurch sol-len schnullerbedingte Zahnfehlstellungen vermieden werden.

Nuckeln für die Wissenschaft

Für Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin von der Universität Witten/Herdecke, war diese Behauptung Grund genug, um in einer Langzeitstudie herauszufinden, ob sich dieses Versprechen auch wissenschaftlich untermauern lässt. Am Universitätsklinikum Düsseldorf wurden 129 neugeborene Kinder, deren Eltern den Einsatz von Saugern beschlossen hatten, nach dem Zufallsprinzip auf zwei Testgruppen verteilt. Ein Teil der Kinder nutzte die herkömmlichen Sauger, und der andere die Dentistar-Sauger. Babys, die keinen Sauger benötigten, dienten als Kontrollprobanden. Im Alter von 16 Monaten wurden die Kinder erneut untersucht. Im Ergebnis entwickelten 38 Prozent der Teilnehmer aus der Versuchsreihe „herkömmlicher Sauger“, 5 Prozent aus der Dentistar-Gruppe, und 0 Prozent aus der Kontrollgruppe einen offenen Biss. „Schlussfolgerung ist, dass der Dentistar-Sauger im Gegensatz zu herkömmlich verwendeten Saugern statistisch bedeutend weniger offene Bisse bei durchschnittlich 16 Monate alten Kindern verursacht und deshalb als empfehlenswert gilt“, resümiert Prof. Dr. Stefan Zimmer.

Die neuesten Erkenntnisse

Die Studie war mit dem erfreulichen Ergebnis aber noch nicht beendet. Da Schnuller bis in das dritte Lebensjahr hinein verwendet werden, entschied sich das Team um Prof. Dr. Zimmer dazu, die Untersuchung auf einen Zeitraum von 27 Monaten auszuweiten. Die Befunde der fortgeführten Untersuchung übertreffen sogar die Ergebnisse des vorherigen Untersuchungszeitraumes. Bei nunmehr 50 Prozent der untersuchten Kinder, die den normalen Sauger nutzten, konnte ein
offener Biss festgestellt werden. Dagegen lag die Quote beim Dentistar bei 6,7 Prozent bzw. 0 Prozent bei der Kontrollgruppe ohne Schnullerverwendung. Prof. Dr. Zimmer fasst das Untersuchungsergebnis zusammen: „Zwischen der Verwendung des Dentistar und keiner Saugerverwendung (Kontrollgruppe) besteht weiterhin kein statistisch signifikanter
Unterschied.“ Aus zahnmedizinischer Sicht kann der Dentistar für Kinder bis zum Alter von 27 Monaten empfohlen werden.

Autor: Jan Escher

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E-Mail: annette.marquardt@baby-nova.de
www.dentistar.eu

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