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Wissenschaft und Forschung 12.09.2017

Studie erklärt Auswirkungen von Diabetes auf Parodontitis

Studie erklärt Auswirkungen von Diabetes auf Parodontitis

In einer aktuellen Studie konnte an Mäusen gezeigt werden, dass Diabetes die Mundflora derart verändert, dass Entzündungen begünstigt und der Knochenabbau gefördert wird. „Bis jetzt gab es noch keinen konkreten Beweis dafür, dass Diabetes das orale Mikrobiom beeinflusst. Aber die bisherigen Forschungsprojekte waren nicht gründlich genug“, wird der Leiter der Studie, Prof. Dana Graves, zitiert.

Das internationale Forschungsteam untersuchte zuerst die Mundflora von gesunden und später mit Diabetes Typ 2 infizierten Mäusen. Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel veränderte sich das Mikrobiom. Außerdem hatten diese Mäuse Parodontitis und erhöhte Werte des Botenstoffs IL-17, der für die Immunantwort und Entzündungen verantwortlich ist.

„Die Mäuse mit Diabetes zeigten die gleichen Symptome wie Menschen, die durch eine genetische Veränderung erhöhte IL-17-Werte haben und unter Parodontitis leiden.“

© University of Pennsylvania

Um nachzuweisen, dass ein Zusammenhang zwischen der veränderten Bakterienpopulation und Parodontitis besteht, übertrugen die Forscher die Bakterien von den erkrankten Mäusen auf keimfrei aufgewachsene. Die Empfänger-Mäuse entwickelten daraufhin ebenfalls Knochenverlust und Entzündungsanzeichen.

Sie wiederholten schließlich das Experiment unter leicht veränderten Voraussetzungen: Den an Diabetes erkrankten Mäusen wurden vor Entnahme der Bakterien IL-17-Antikörper verabreicht. Die Empfänger-Mäuse zeigten nun deutlich geringeren Knochenverlust als jene, die Proben ohne IL-17-Antikörper erhalten hatten.

Am Menschen wird die Hemmung von IL-17 allerdings kein Therapieansatz sein, da der Botenstoff eine wichtige Rolle in der Immunabwehr spielt. Die neuen Ergebnisse zeigten aber „zweifelsfrei“, dass durch Diabetes bedingte Veränderungen in der Mundflora entzündliche Veränderungen „antreiben“ würden, die den Knochenverlust bei Periodontitis steigerten.

Quelle: University of Pennsylvania

Foto: Minerva Studio – stock.adobe.com
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