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Wissenschaft und Forschung 24.01.2019

Gesundheitsrisiko durch toxische PFAS-Substanzen in Zahnseide?

Gesundheitsrisiko durch toxische PFAS-Substanzen in Zahnseide?

Perfluorierte und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind heute fast überall zu finden: In Handys, Lebensmittelverpackungen, Outdoor-Equipment, aber auch Zahnseide. Forscher haben erstmals die Auswirkungen auf den Körper durch Zahnseide untersucht.

PFAS finden aufgrund ihrer Schmutz-, Wasser- und Fettbeständigkeit in unzähligen industriellen Prozessen, aber auch Konsumgütern Anwendung. Ihre Langlebigkeit birgt allerdings Risiken für die Umwelt und durch die Anreicherung in Lebewesen sowie im Trinkwasser für die Gesundheit. Sie gelten unter anderem als krebserregend und leberschädigend und sind daher seit Längerem Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen.

Da diese Substanzen auch in beschichteter Zahnseide zum Einsatz kommen, haben Wissenschaftler vom Silent Spring Institute, Newton, in Zusammenarbeit mit dem Public Health Institute in Berkeley, USA, diese erstmals in einer Studie einbezogen. Sie testeten 18 Zahnseideprodukte auf Fluor, einen PFAS-Marker und deren Einfluss auf den Organismus. Hierfür wurden Blutproben von 178 Frauen mittleren Alters auf verschiedene PFAS-Chemikalien hin untersucht. Zudem führten die Forscher Interviews mit den Studienteilnehmerinnen zu Verhaltensweisen, wie Ernährung oder Flossen, um Verbindungen zwischen Konsumgütern und PFAS-Werten herstellen zu können.

Sie fanden heraus, dass Frauen, die regelmäßig Zahnseide verwendeten, die positiv auf Fluor getestet wurde, höhere Konzentrationen der Chemikalien im Körper aufwiesen als Frauen, die nicht flossen. Bei dem erhöhten Wert handelte es sich um die PFAS-Art Perfluorhexansulfonsäure, kurz PFHxS.

Die American Dental Association (ADA) bewertet die vorliegenden Ergebnisse als nicht aussagekräftig, da man die erhöhten PFAS-Werte nicht zweifelsfrei der Zahnseide zuordnen könne. Für den Verband bleibt der Gebrauch von Zahnseide weiterhin ein unverzichtbares Mittel zur Mundhygiene.

Die Studie ist im Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology (JESEE) erschienen.

Foto: bookzaa – stock.adobe.com

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