Wissenschaft und Forschung 20.10.2026
Schadstoffe in Milchzähnen: Pilotstudie findet Unterschiede bei Kindern mit und ohne Autismus
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Blut- und Urinproben bilden die Belastung mit vielen Chemikalien nur über einen kurzen Zeitraum ab, Milchzähne hingegen beginnen bereits im Mutterleib mit ihrer Entwicklung und können eingelagerte Substanzen über Jahre hinweg bewahren. Für ihre Pilotstudie untersuchten Forschende deshalb ausgefallene Milchzähne von 38 Kindern, 22 mit und 16 ohne Autismus, auf Pestizide, Weichmacher und weitere chemische Verbindungen.1 Insgesamt wurden 60 Substanzen bei mehr als der Hälfte der Kinder nachgewiesen. Bei 57 davon, also 95 Prozent, lagen die Konzentrationen in der Autismusgruppe höher als in der Kontrollgruppe. Bei 19 Verbindungen war der Unterschied statistisch signifikant. 65 Prozent der gefundenen Stoffe sind als Entwicklungstoxine oder endokrin wirksame Substanzen bekannt. Für die übrigen 35 Prozent liegen nach Angaben der Studie bislang keine Entwicklungsdaten der US-Umweltbehörde EPA vor. Besonders deutlich unterschieden Benzylbenzoat, Organophosphatester und Caprolactam zwischen beiden Gruppen. Als mögliche Quellen nennen die Forschenden unter anderem Babyflaschen und andere Babyprodukte, PEX-Rohrleitungen sowie Materialien mit Lebensmittelkontakt. Fünf der neun Substanzen, die die Gruppen am stärksten voneinander unterschieden, können laut Studie aus Babyflaschen freigesetzt werden.
1 Lynne P. Heilbrun, Inkyu Han, Anabel Rodriguez, L. Aubree Shay, David Gimeno Ruiz de Porras, A pilot autism case-control study of pesticides and plasticizers in shed baby teeth, Neurotoxicology and Teratology, Volume 117,2026, 107710, https://doi.org/10.1016/j.ntt.2026.107710