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Wissenschaft und Forschung 03.12.2019

Implantatversagen: Erhöhtes Risiko durch Antidepressiva

Implantatversagen: Erhöhtes Risiko durch Antidepressiva

Misserfolge bei der Versorgung mit Zahnimplantaten können verschiedene Ursachen haben. Ein möglicher Grund ist die Einnahme von Antidepressiva, wie US-amerikanische Forscher herausgefunden haben. Allerdings sei entscheidend, zu welchem Zeitpunkt der Patient diese Medikation erhalten hatte.

Es liegt nahe, dass eine Wechselwirkung zwischen Implantatverlust und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) während der Implantation oder in dem Zeitraum der Nachsorge besteht – dem war in der Studie jedoch nicht so. Zumindest waren die Ergebnisse nicht signifikant.

Gab der Patient hingegen bei der Anamnese eine SSRI-Vorgeschichte an, so konnte ein Zusammenhang zu einem 60 Prozent höherem Risiko für Implantatversagen hergestellt werden.

Das Forscherteam der Mayo Clinic in Rochester, USA, hatte eine retrospektive Überprüfung von 5.456 Patienten durchgeführt. In der Studie wurden Patienten, die mindestens ein Implantat im Zeitraum von 1995 bis 2014 erhielten, einbezogen. Bei ca. 90 Prozent der Patienten verlief die Implantation erfolgreich, das mediane Follow-up lag bei 5,3 Jahren.

Bei 529 Patienten scheiterte die Implantation innerhalb eines halben Jahres. Durch Analyse verschiedenster Einflussfaktoren konnte eine direkte Verbindung zu Antidepressiva für den Misserfolg ausgemacht werden.

Die Studie ist im Journal of Prosthodontics erschienen.

Foto: fizkes – stock.adobe.com

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