Wissenschaft und Forschung 23.03.2026

Parodontitis und Rheumatoide Arthritis stärker miteinander verknüpft als bislang angenommen



Chronische Entzündungen im Mundraum könnten bei der Rheumatoiden Arthritis eine größere Rolle spielen als bisher angenommen. Darauf weist ein aktueller Beitrag im Journal of Clinical Periodontology hin, der den Zusammenhang zwischen Parodontitis und Rheumatoider Arthritis auf immunologischer und mikrobiologischer Ebene analysiert.1

Parodontitis und Rheumatoide Arthritis stärker miteinander verknüpft als bislang angenommen

Foto: luismolinero – stock.adobe.com

Der Artikel beschreibt einen bidirektionalen Zusammenhang beider Erkrankungen. Demnach kann eine parodontale Dysbiose systemische Entzündungsprozesse fördern, die für die Pathophysiologie der Rheumatoiden Arthritis relevant sind. Umgekehrt scheint die chronische Entzündung bei RA die Anfälligkeit für parodontale Gewebezerstörung zu erhöhen. Im Fokus stehen dabei Veränderungen der oralen Mikrobiota sowie fehlgesteuerte Immunreaktionen, die sowohl lokal als auch systemisch wirksam sind. Die Autoren sprechen von einem sich gegenseitig verstärkenden Entzündungsgeschehen, ohne daraus kausale Schlüsse im engeren Sinne abzuleiten. Vielmehr unterstreichen sie die Bedeutung der Mundgesundheit im Kontext systemischer Erkrankungen und plädieren für eine stärkere interdisziplinäre Betrachtung von Parodontitis und Rheumatoider Arthritis in Forschung und Versorgung. Interessierte können hier den vollständigen Artikel einsehen. 

1 Journal of Clinical Periodontology, DOI: 10.1111/jcpe.70063

 

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