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Die Prüfung ist da – die Modelle weg

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Wirtschaft und Recht 01.07.2011

Die Prüfung ist da – die Modelle weg

Wer eine „Einladung“ zur Wirtschaftlichkeitsprüfung erhält, denkt zunächst einmal an konservierende Leistungen. Leider entspricht dies nicht der Realität, wie ich aus einer meiner letzten Praxisberatungen berichten darf. Dort hieß es im  Einladungsschreiben:

„… bitten wir Sie für die Quartale III/08 bis II/09 von allen nachstehenden Patienten die vollständigen Befundunterlagen mitzuführen, insbesondere die Karteikarten und alle dazugehörigen Röntgenaufnahmen, alle Modelle (nach Pos. 7b) sowie die patientenbezogenen Unterlagen (Heil- und Kostenpläne, PARStaten, KfO-Behandlungspläne etc.) – unabhängig vom Erstellungszeitpunkt –, soweit sie die Behandlung der o.g. Quartale betreffen oder erläutern können sowie ggf. erstellte Arztbriefe.“

Hier muss der Arzt also nicht nur die Röntgenaufnahmen beibringen, sondern auch noch die Modelle finden. Laut Kassenvertrag sind Modelle nach 7b mindestens vier Jahre nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren. Häufig werden die Modelle aber nach der Eingliederung „entsorgt“ oder dem Patienten mitgegeben. Aber es gibt noch ein weiteres Problem. Der Leistungstext zur BEMA-Nr. 7b lautet: „Vorbereitende Maßnahmen (Abformung, Bissnahme) für das Erstellen von Modellen des Ober- und Unterkiefers zur diagnostischen Auswertung und Planung sowie schriftliche Niederlegung.“ Fehlt die schriftliche Niederlegung der diagnostischen Auswertung, so ist der Leistungsinhalt der Nr. 7b NICHT vollständig erbracht und das Kürzungspotenzial für die Praxis enorm. Und auch bei den angeforderten Röntgenaufnahmen gibt es Probleme: so fehlen z.B. bei der Wurzelbehandlung häufig die Abschlussaufnahmen, aus denen die Anzahl der behandelten Kanäle ersichtlich wird, oder man hat Röntgenunterlagen an andere Praxen ausgehändigt und weiß schlimmstenfalls nicht mehr, an wen. Ein weiteres Problem stellt die Vitalitätsprüfung dar: obwohl die Sensi-bilitätsprüfung eine „kleine“ Position ist, ist sie in einer Prüfung wichtig für die Beurteilung der Indikation. So ist vor der Überkronung von Zähnen der Nachweis einer Sensibilitätsprüfung zwingend. Denn es heißt in der ZE-Richtlinie 11c: „Der Versorgung mit Zahnersatz hat die notwendige konservierend-chirurgische und parodontale Behandlung des Restgebisses voraus-zugehen. c) Zu überkronende Zähne sind auf ihre Sensibilität zu überprüfen.“

Wird die Sensibilitätsprüfung unterlassen oder nicht dokumentiert, so wird im Falle eines Prothetik-Verlustes ein Behandlungsfehler wegen mangelnder Abklärung der Erhaltungswürdigkeit vermutet. Auch wird nach risikobehafteten Vorbehandlungen (z.B. Caries profunda oder direkter Überkappung) auf eine ausreichende Beobachtungszeit mit nachfolgender dokumentierter Erfolgskontrolle geachtet. Ich empfehle daher, den Befund der Sensibilitätsprüfung vollständig – im Sinne eines „Statusberichts“ – zu dokumentieren. Die Dokumentation kann in der Karteikarte erfolgen oder an anderer, stets nachvoll-ziehbarer Stelle. Wichtig ist die zahnbezogene Dokumentation nebst der angewandten Methode. Wer sich eingehend über die Rechtslage bei einer Wirtschaftlichkeits-prüfung und die häufigsten Fehler bei der Dokumentation informieren möchte, ist herzlich zu einem der Seminare eingeladen, die ich zusammen mit RA Frank Ihde Mitte Juni bis Anfang Juli durchführen werde.

Nähere Informationen finden Sie im Internet unter www.synadoc.ch Dort können Sie auch eine kostenlose Probeversion der Synadoc-CD bestellen, einer wertvollen Hilfe zur Erstellung von regelkonformen Planungen.

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