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Endodontologie 08.12.2017

Weichgewebemanagement in der endodontischen Mikrochirurgie

Weichgewebemanagement in der endodontischen Mikrochirurgie

Moderne Verfahren führen zu günstigeren langfristigen Therapieergebnissen.

Die moderne endodontische Mikrochirurgie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht drastisch von der traditionellen Wurzelspitzenresektion.
Kernelemente heutiger mikrochirurgischer Verfahren, die zu günstigeren langfristigen Therapieergebnissen führen können, sind zum Beispiel:

  • die 3-D-Cone-Beam-Technologie,
  • das verbesserte Verständnis physikalischer Grundlagen des Weichgewebes,
  • die optimale Vergrößerung und Beleuchtung durch ein operatives Mikroskop,
  • die konservative Osteotomie und Wurzelresektion,
  • das mikroskopische Management des apikalen Drittels,
  • der Einsatz von ergonomischen mikrochirurgischen Instrumenten wie Mikrospiegeln und Ultraschallspitzen,
  • die Verwendung von biokompatiblen und biokeramischen Materialien.

Insbesondere die richtige Lappengestaltung und das Weichgewebemanagement gehören zu den wichtigsten Elementen der kontemporären endodontischen Mikrochirurgie. Die Lappengestaltung und -elevation dienen hauptsächlich dazu, einen adäquaten chirurgischen Zugang zur Knochen- und Wurzelstruktur zu gewährleisten und eine narbenfreie Weichgewebeheilung zu fördern. Dabei sollten der Lappenentwurf und die Höhe so beschaffen sein, dass Schäden an benachbarten kritischen anatomischen Flächen verhindert werden. Die am häufigsten angewendeten Lappenformen in endodontischen mikrochirurgischen Verfahren sind die para-marginale und die intra-sulkuläre Form, wobei der Umriss entweder dreieckig oder rechteckig sein kann.

Lappenform

Die zu verwendende Lappenform hängt hauptsächlich von der Länge der Wurzeln, der Nähe zu anatomischen Strukturen und der Erreichbarkeit des apikalen Bereichs der behandelten Zähne ab. Bei einem Eingriff im Frontzahnbereich ist aufgrund der Position der Wurzeln und der Wurzelspitzen ein direkter und unkomplizierter Zugang zur apikalen Läsion notwendig. Darüber hinaus spielt hier die Ästhetik des Weichgewebes eine wichtige Rolle. Diese nimmt im molaren Bereich eine eher untergeordnete Stellung ein. Hier liegt der Schwerpunkt auf einem leich-ten und ausreichenden chirurgischen Zugang zu den Wurzelspitzen, um einen schnellen und komplikationsfreien endodontischen Eingriff zu ermöglichen.

Paramarginale Lappen und Schnitte auf der Ebene der Papille werden vorzugsweise unter Verwendung einer Mikroklinge durchgeführt, die den Vorteil hat, Traumata zu minimieren – insbesondere bei dünnem oder schlecht keratinisiertem Gewebe. Die Verwendung einer Mikroklinge vermindert darüber hinaus die Bildung von Narben, etwas, das besonders wichtig ist, wenn die Operation an den Frontzähnen durchgeführt wird oder Ästhetik eine Hauptrolle spielt.

Optimale Ergebnisse

Nach der Durchführung des apikalen Eingriffs müssen die Neupositionierung und die Naht des erhöhten Weichgewebes unter großer Sorgfalt erfolgen. Ein optimales ästhetisches Ergebnis der Weichgewebsmanipulation hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind der parodontale Biotyp des Patienten, die Art der Inzision, die Auswahl der Instrumente, die konkrete Erhöhung und das Zurückziehen des Lappens sowie die sorgfältige Angleichung und die richtige Nahttechnik.

Bei der endodontischen Mikrochirurgie sind die am häufigsten verwendeten Nahttechniken die Einzelknotennaht und die kontinuierliche Schlingnaht.

Synthetische Monofilamentnähte in der Stärke 5.0, 6.0 oder 7.0 werden im Allgemeinen verwendet, um den Lappen zu sichern.

Die Abbildungen 1 bis 10 zeigen einen klinischen Fall der Weichgewebsheilung nach einer endodontischen Mikrochirurgie am Zahn 14.

 Der Beitrag ist in Dental Tribune Deutschland 7/2017 erschienen.

Foto: Autor
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