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Implantologie 21.02.2011

Digitale Fotografie in Praxis und Labor

Digitale Fotografie in Praxis und Labor

Die Diskussion, ob dentale Fotografie sinnvoll ist oder nicht, erübrigt sich heute. Ebenso die Frage nach dem Kamerasystem.

Darüber sind sich die Profis und Anwender einig: Ob Sucherkameras (Kompaktkameras) oder die neuen digitalen Bridge-Kameras, keines dieser Geräte eignet sich für die dentale Fotografie. Wer reproduzierbare und weiterverwertbare Fotos aus der Mundhöhle oder von Objekten braucht, kommt um eine digitale Spiegelreflexkamera nicht herum. Denn nur DSLR- (Digital Single Lens Reflex) Kameras lassen sich manuell einstellen und mit dem erforderlichen Zubehör kombinieren.

Wieviel Pixel braucht es?


Je mehr Pixel desto besser? Nicht zwangsläufig. Die Bildauflösung beträgt zwischen acht und 21 Megapixel. Für die Dentalfotografie reicht eine Auflösung von zehn bis 12 Megapixeln aus. Denn je höher die Auflösung, desto mehr Speicher beansprucht das Bild und je besser (teurer) muss das Objektiv sein, um die immer feineren Strukturen aufzulösen.

Für die Dentalfotografie kommen Makroobjektive mit fester Brennweite zum Einsatz. Zoomobjektive sind dafür ungeeignet, da die Abbildungsmassstäbe nicht erreicht werden. Die optimale Brennweite liegt zwischen 60 und 105 Millimetern.

Auf das richtige Licht kommt es an


Für die intraorale oder Objektfotografie (zum Beispiel im Dentallabor) kommen verschiedene Beleuchtungssysteme zum Einsatz:
– Der Ringblitz wird direkt vorne am Objektiv angebracht und wirft das Licht ringförmig um die optische Achse auf das Objekt. Fotos mit Ringblitz wirken flacher und haben kaum dreidimensionale Tiefe, da der Blitz keinen Schatten bildet. Er kommt nur für die intraorale Fotografie zum Einsatz.
– Der Lateral- oder Zangenblitz kommt dann zum Einsatz, wenn eine räumliche Wirkung erwünscht wird. Die beiden Blitzleuchten beleuchten das Objekt seitlich in einem Winkel, dadurch erreicht man eine höhere Plastizität. Dieser Blitz eignet sich für die Dentalfotografie, wenn eine räumliche Wirkung erwünscht ist.
– Das Dauerlicht ist für die Objektfotografie bestimmt. Ein gutes System mit einer Farbtemperatur von etwa 5’500 Kelvin (dies entspricht dem mittleren Tageslicht) erlaubt längere Belichtungszeiten und ist fest an einem Fototisch montiert. Tipp für Dentallabors: Die Kamera direkt am Arbeitsplatz zu installieren ist gefährlich, da auch mit der besten Absaugung kein Arbeitsplatz staubfrei ist. Das Fotografieren sollte aber so staubfrei wie möglich sein. Am besten geht dies in einem separaten Raum.
Im optimalen Fall ist die Kamera gleich mit dem Computer verbunden, damit die Aufnahmen sofort auf dem Monitor betrachtet werden können. So kann der Zahntechniker in Bildschirmgrösse sehen, wie seine Arbeit (auf dem Modell) passt oder, wenn zwischen Kamerasystem und Computer ein Weissabgleich durch Kalibrierung erfolgt ist, wie die Farben stimmen.

Arbeitsweise genau definieren


Optimale Aufnahmen verlangen ein definiertes Vorgehen. Einmal gewählte Einstellungen, Belichtungszeit, Blende und Entfernung sollten nicht mehr verändert werden. Dies gilt für die Intraoralfotografie ebenso wie für die Objektfotografie am Fototisch. Nur so werden gleichmässige und vergleichbare Ergebnisse erzielt.

Informationen zu Kursen und Ausrüstung:
www.cadcam-academy.ch
www.graphicart.ch
www.zumstein-dental-academy.ch



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