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Zahntechnik 28.02.2011

Digitale Fotografie - bitte lächeln!

ZT Iris Burgard
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Digitale Fotografie - bitte lächeln!

Auch in der Zahntechnik wird die digitale Fotografie zur Dokumentation der Arbeiten immer häufiger eingesetzt. Einerseits dienen Fotos der angefertigten zahntechnischen Arbeiten der Qualitätssicherung (bessere Überprüfbarkeit), andererseits wird mit den Fotos eine bessere Diskussionsgrundlage zwischen Zahnarzt und Zahntechniker hergestellt.

Die digitale Fototechnik bietet dem Dentallabor viele Möglichkeiten. So können z.B. die einzelnen Arbeitsschritte fotografisch festgehalten werden und wenn der Zahntechniker mit der Kamera am Stuhl dabei ist, kann er auch im Mund des Patienten die Arbeit dokumentieren und so bei Fragen die Weiterarbeit an dem Zahnersatz erleichtern. Die Fotos können außerdem für Werbezwecke oder Webauftritte verwendet werden. Um mit den Fotos eine vernünftige Grundlage zu bekommen, braucht der Fotograf eine optimale Grundausstattung, die für die unterschiedlichen Zwecke geeignet ist.

Was wird für gute Aufnahmen benötigt?


Bevor in ein Kamerasystem investiert wird, muss der Fotograf sich darüber im Klaren sein, in welcher Räumlichkeit normalerweise die Fotos entstehen sollen und welche Lichtverhältnisse dort herrschen. Direkt am Arbeitsplatz die Kamera stehen zu haben ist ohnehin gefährlich, da auch mit der besten Absaugung kein zahntechnischer Arbeitsplatz staubfrei ist. Das Fotografieren sollte aber so staubfrei wie möglich durchgeführt werden – am besten geht dies in einem separaten Raum.

Die kleinen kompakten Kameras, die inzwischen zwar immer besser werden, sind für die Dokumentation dennoch nicht geeignet: im Makrobereich ist die Nutzung eingeschränkt, da die Entfernung zum Aufnahmeobjekt nicht so flexibel gehandhabt werden kann wie mit einem richtigen Makroobjektiv. Der Korpus einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) kann aber auch „einfach“ sein: es kommt nicht auf Geschwindigkeit in der Bildfolge an und die Features einer Profikamera können im Dental­labor in der Regel nicht ausgenutzt werden. Es macht mehr Sinn, in ein hochwertiges Makroobjektiv und das notwendige Blitzsystem zu investieren: Es empfiehlt sich ein 60-mm- oder 100-mm-Makroobjektiv, welches Aufnahmen aus kurzer Entfernung erlaubt. Ebenso muss der Fotograf wissen, ob er mit einem Blitz arbeiten oder sich ein festes Dauerlicht installieren will. Als Blitz braucht er einen zum System passenden Ring- oder Lateral- beziehnungsweise Zangenblitz, der speziell auf die Makrofotografie ausgerichtet ist. Für Aufnahmen im Dentallabor empfehlen sich außerdem ein feststehender Fototisch, an dem die Kamera installiert werden kann, sowie eine festmontierte Dauerbeleuchtung. Die bes­ten Fotos kann man mit diesem System erzielen, wenn man mit hohen Blendenwerten arbeitet – die Schärfentiefe erhöht sich mit zunehmendem Blendenwert; optimale Ergebnisse erzielen Sie mit Blendenwerten zwischen 16 und 22.

Workflow für Fotoaufnahmen


Optimale Aufnahmen verlangen auch ein definiertes Vorgehen. Ein Workflow, der immer wieder ein gleiches Vorgehen fordert, lässt die Bildqualität auch immer gleich gut erscheinen. Ein Fototisch mit festem Beleuchtungssystem sorgt für nachvollziehbare gleiche Bedingungen für die Fotos. Der Zahntechniker weiß dann auch, an welcher Stelle auf dem Fototisch er sein Arbeitsmodell platzieren muss, um einen definierten Bildausschnitt zu erhalten. Im optimalen Fall ist die Kamera gleich mit dem Computer verbunden, damit die Aufnahmen sofort auf dem Monitor betrachtet werden können. So kann der Zahntechniker in Bildschirmgröße sehen, wie seine Arbeit (auf dem Modell) passt oder, wenn zwischen Kamerasystem und Computer ein Weißabgleich durch Kalibrierung erfolgt ist, wie die Farben stimmen. Bevor er die Fotos ausdruckt oder weiterversendet, um z.B. mit dem Zahnarzt über die Arbeit zu diskutieren, sollten die Bilder nachbearbeitet sein und archiviert werden. Hier können Staubkörner, die noch auf dem Foto zu sehen sind, entfernt oder der Bildausschnitt kann (geringfügig) optimiert werden. Wenn die Bilder in der Datenbank eingepflegt sind, können sie auch immer wieder bei Bedarf zu Diskussions- oder Demonstrationszwecken gefunden und hervorgeholt oder dem Kunden, Patienten oder Kollegen gezeigt werden.

Wichtig: gute Technik und Workflow


Für die digitale Dentalfotografie benötigt das Dentallabor eine Spiegelreflexkamera, mit der die Makrofotografie optimal durchgeführt werden kann. Jeder, der konstant gute Ergebnisse erreichen möchte, sollte sich einen definierten Workflow aneignen. Der Weg dahin bedarf einer intensiven Beschäftigung mit der Thematik „Digitale Fotografie“ und mit den einzelnen Arbeitsschritten. Jeder Zahntechniker muss für sein Anwendungsgebiet seinen eigenen digi­talen Foto-Workflow definieren, um letztendlich die Fehlermöglichkeiten auf ein Minimum zu reduzieren, Zeit einzusparen und Kosten zu senken. Die digitale Fototechnik mit zugehöriger Software ist ein weites Feld, das einem permanenten, schnellen Wandel unterliegt. Die Zukunft wird sicherlich immer wieder interessante Technologien und Produkte bieten.


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