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Implantologie 18.11.2011

Vestibulumplastik unter Einsatz einer Kollagenmatrix

Vestibulumplastik unter Einsatz einer Kollagenmatrix

Das Weichgewebemanagement in der zahnärztlichen Implantologie gewinnt immer mehr an Bedeutung. Insbesondere für eine gute und natürliche Ästhetik als auch im Hinblick auf die Funktion und das Langzeitergebnis ist heute dem periimplantären Weichgewebe und einer ausreichend befestigten Gingiva in diesem Bereich eine große Aufmerksamkeit zu widmen.  Nach den Anforderungen der biologischen Breite an der Implantatdurchtrittsstelle sind etwa 3mm Weichgewebedicke und etwa 3–5mm Breite der befestigten Gingiva anzustreben (Terheyden 2006).

Durch schonende, minimalinvasive und patientenfreundliche Techniken werden die­se Erkenntnisse erfolgreich umgesetzt. Einen Beitrag hierzu kann auch der Einsatz  der porcinen Kollagenmatrix Geistlich Mucograft leisten, da hier die Entnahme des Gewebes in einem zweiten Operationsgebiet, wie bei der klassischen Methode mit dem FST, entfällt. Die Belastungen für die Patienten verringern sich durch die im Folgenden beschriebene Vor­gehensweise bei der Verbreiterung der kera­tinisierten Gingiva im Sinne der sogenannten Vestibulumplastik.

Die in Abb. 2 gezeigte leicht bogenförmige Schnittführung auf Höhe der Mukogingivalgrenze führt zu einer spannungsfreien Bildung des Mukosalappens (Split-Thickness Flap)  bei der nach apikal gerichteten Prä­paration. Das periostale Transplantatlager zur Aufnahme der Kollagenmatrix sollte we­gen der zu erwartenden Schrumpfung 8 bis 10mm betragen (Abb. 3). Eine Fixation des Mukosalappens in der Tiefe  ist durch die spannungsfreie Verlagerung nicht erforderlich. Die nicht selten auftretenden Narbenzüge und Taschenbildung durch das Ver­nähen in der Tiefe des Vestibulums werden damit vermieden. Im koronalen Bereich wird die Mukosa 2–3mm schonend abpräpariert und der so unterminierte Bereich leicht  angehoben (Abb. 4 und 5). Die genau auf die Defektgröße zugeschnittene Mucograft wird mit zwei Positionierungsnähten unter der krestalen Mukosa auf dem Empfängerbett fixiert (Abb. 6 und 7).

Zur optimalen Vestibulumausformung wur­­de dann zehn Tage postoperativ eine mit Flexor CC (Schütz Dental) unterfütterte vorhandene Interimsprothese eingegliedert, welche dem neu geschaffenen Vestibulum optimal angepasst war (Abb. 10 und 11). Die Verdickung des vestibulären Weichgewebes unmittelbar an der Implantatdurchtrittsstelle führt zum optimalen Schutz des darunter liegenden Knochens. Die natürliche Ästhetik im Bereich der Vestibulumplastik, welche durch die gute Anpassung in Farbe und Gewebestruktur entsteht, soll nicht unerwähnt bleiben (Abb.  12). Mit der Verbreiterung der unbeweglichen Gingiva um vorhandene Implantate verbessern sich gleichzeitig die Möglichkeiten für eine optimale Mundhygiene des Patienten im periimplantären Bereich und damit die Langlebigkeit für die implantatprothetische Versorgung.

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