Branchenmeldungen 06.01.2026
Zucker, Werbung, Karies: Großbritannien verbietet Junk-Food-Werbung
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Großbritannien führt ein umfassendes Werbeverbot für stark fett-, salz- oder zuckerhaltige Lebensmittel ein. Künftig dürfen entsprechende Produkte weder im Tagesfernsehen noch in bezahlter Online-Werbung beworben werden. Die Regelung gilt für TV-Spots vor der 21-Uhr-Grenze sowie für alle kommerziellen Anzeigen im Internet. Die britische Regierung bezeichnet die Maßnahme als zentralen Baustein ihrer Strategie zur Verbesserung der Kindergesundheit. Ziel sei es, den Einfluss von Werbung auf das Essverhalten von Kindern einzugrenzen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Nach Einschätzung der Regierung prägen Werbeinhalte frühzeitig Vorlieben und Konsummuster und tragen damit zur Entstehung ernährungsbedingter Erkrankungen bei. Neben Übergewicht rückt dabei auch die Zahngesundheit in den Fokus. Denn Karies zählt in Großbritannien zu den häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte bei Kindern im Grundschulalter. Der Konsum zuckerreicher Lebensmittel gilt dabei maßgeblich als Risikofaktor.
Das Werbeverbot ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets. Bereits zuvor wurde die Zuckersteuer auf vorverpackte Getränke wie Milchshakes, gesüßte Kaffeeprodukte und Joghurtdrinks ausgeweitet. Zudem erhielten Kommunen zusätzliche Befugnisse, um neue Fast-Food-Filialen im Umfeld von Schulen zu verhindern. Gesundheitsminister Ashley Dalton erklärte, das Ziel sei es, den staatlichen Gesundheitsdienst stärker auf Prävention auszurichten und Erkrankungen möglichst früh zu vermeiden.