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Implantologie 13.10.2017

Implantatgetragene Kronenversorgung aus Hybridkeramik

Implantatgetragene Kronenversorgung aus Hybridkeramik

Die starre Verankerung des Implantatkörpers im Kieferknochen bedingt, dass implantatgetragenem Zahnersatz die Pufferfunktion des elastischen Faserapparats natürlicher Zähne fehlt. Suprakonstruktionen aus VITA ENAMIC können dank ihrer dentinähnlichen Elastizität Kaukräfte absorbieren und damit zu einer Entlastung von Implantat und Antagonisten beitragen.

VITA ENAMIC IS-Rohlinge (VITA Zahnfabrik, Bad Säckingen) verfügen über eine integrierte Schnittstelle zu Klebe-/Titanbasen. Damit ermöglichen sie einteilige, verschraubte Abutmentkronen ohne Zementspalt, was das Risiko einer Periimplantitis reduziert. Im folgenden Fallbericht wird die Versorgung mittels Abutmentkrone Schritt für Schritt erläutert.

Diagnostik und Sofortimplantation

Eine 45-jährige Patientin klagte bei ihrer Vorstellung in der Praxis über Schmerzen beim Kauen in Regio 25. Während der klinischen Untersuchung des endodontisch behandelten Zahns wurde eine vertikale Längsfraktur diagnostiziert. Die klinische und röntgenologische Diagnostik zeigte keine Entzündungszeichen. Daher entschied man sich zu einer knochenschonenden Extraktion und einer Sofortimplantation. Der Zahn konnte unter größtmöglichem Knochenerhalt extrahiert werden. Bei der Inspektion der Extraktionshöhle zeigte sich eine absolut intakte bukkale Knochenlamelle. Nach der sorgfältigen Untersuchung der Alveole konnte die Sofortimplantation durchgeführt werden. Da die Primärstabilität mehr als 35 Ncm betrug, war eine Sofortbelastung mit einem verschraubten Provisorium ohne okklusalen Kontakt möglich, um das Weichgewebe während der Abheilung auszuformen.

CAD/CAM-Herstellung

Nach dreimonatiger Osseointegration zeigte die Weichgewebsregion an 25 ein natürlich ausgeformtes Emergenzprofil. Sofort nach der Entfernung des Provisoriums wurde die gingivale Ausformung mit der CEREC Omnicam (Sirona Dental, Bensheim) erfasst. Anschließend wurde ein Scanpfosten auf das Implantat geschraubt und darauf ein Scanbody positioniert. Nach röntgenologischer Kontrolle der Passung wurde die dreidimensionale Implantatposition gescannt. Für die Fertigung der finalen Restauration wurde ein VITA ENAMIC IS-Rohling ausgewählt. Mit der CEREC Software 4.4 wurde die Morphologie der definitiven Abutmentkrone auf dem virtuellen Modell so natürlich gestaltet, dass das Weichgewebe unterstützt wurde. Nach dem Fräsen der Restauration erfolgte die manuelle Politur mit dem VITA ENAMIC Polishing Set bei niedriger Geschwindigkeit. So wurde eine glatte Oberfläche im transmukosalen Bereich erzielt.

Befestigung und Integration

Die Klebebasis wurde mit Aluminiumoxid (50 Mikrometer, 3 bar) sandgestrahlt, die Schnittstelle und der Schraubenkanal der VITA ENAMIC-Krone für 60 Sekunden mit 5 %-iger Flusssäure geätzt. Um eine zuverlässige Haftung mit dem dualhärtenden adhäsiven Befestigungsmaterial PANAVIA V5 (Kuraray Noritake, Hattersheim am Main) zu generieren, wurde vor der Befestigung ein MDP Primer auf die relevanten Titan- und Hybridkeramikanteile appliziert. Die fertige Restauration wurde danach mit einem Drehmoment von 35 Ncm verschraubt. Der Schraubenkopf wurde mit Guttapercha abgedeckt, der Schraubenkanal mit direktem Kompositmaterial verschlossen. Die abschließende röntgenologische Kontrolle zeigte ideale Knochen-verhältnisse und dank der konfektionierten Schnittstelle des VITA ENAMIC IS-Rohlings eine sehr gute Passung zwischen der Titanbasis und der Hybridkeramik. Bei der Nachkontrolle nach einem Jahr äußerte sich die Patientin positiv über das natürliche Gefühl mit der hybridkeramischen Abutmentkrone.

Der Artikel ist in DENTALZEITUNG 5/2017 erschienen.

Foto: Autor
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