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Implantologie 08.05.2012

Implantatprothetische Rehabilitation ­

Implantatprothetische Rehabilitation ­

Präfabrizierte Doppelkronen für implantatgestützte Prothesen

Um eine schnelle, wirtschaftliche und zuverlässige Versorgung des zahnlosen und atrophierten Kiefers zu ermöglichen, benötigt man ein spezielles Behandlungskonzept. An einem komplexen Fallbeispiel soll die bequeme Handhabung des Ankylos SynCone-Systems in der Praxisroutine veranschaulicht werden.

Sind implantatgestützte Teleskop-Prothesen geplant, so bewährt sich in unserer Praxis seit neun Jahren das präfabrizierte SynCone-System auf Ankylos-Implantaten der Firma DenTsply Friadent. Es bietet alle entscheidenden Vorteile für eine erfolgreiche Rehabilitation mit Implantaten. Die implantatgestützte Prothese wird zur herausnehmbaren Brücke und ist sowohl im Tragekomfort als auch in der Handhabung und Hygienefähigkeit patientenfreundlich. Sie stellt damit von Beginn an eine ästhetische Lösung dar, die auch nach mehreren Jahren kein Friktionsverlust befürchten lässt. Reparaturen sind einfach und preiswert; Hart- und Weichgewebe bleiben zuverlässig und langfristig erhalten. Somit ist eine sichere, schnelle und preiswerte implantatprothetische Versorgung gewährleistet.

Ankylos SynCone-Aufbauten


Das Standard-Behandlungsprotokoll der implantatprothetischen Versorgung zahnloser Kiefer beinhaltet im Oberkiefer vier bis sechs Implantate und im Unterkiefer vier ­Implantate mit SynCone Aufbauten. Bei sechs Implantaten je Kiefer haben sich die 5° Koni bewährt, während bei vier Implantaten die 4° Koni aufgrund der stärkeren Friktion zu bevorzugen sind. Die Aufbauten sind in unterschiedlichen Angulationen bis zu 30° erhältlich und ermöglichen durch die C/X-Plattform eine stufenlose Positionierung der gewinkelten Aufbauten um 360°. Dadurch wird eine einfache Ausrichtung auf eine gemeinsame Einschubrichtung und ideale Retention ermöglicht. Das SynCone-Abutment besteht aus zwei Koni: Der erste Konus dient als präfabrizierte Primärkrone zur Verankerung der Prothese. Der zweite, gegenüberliegende Konus wird in das Implantat inseriert und bildet eine hochfeste Verbindung zwischen Pfosten und Implantat. Mikrobewegungen und Abutmentlockerungen werden dadurch vermieden. Hart- und Weichgewebe bleiben langfristig stabil. Die präfabrizierte Konuskrone kann nur mit konischer Implantat-Abutment-Verbindungsgeometrie ohne Index funktionieren, da sich nur dann abgewinkelte Aufbauten durch Verdrehung auf eine gemeinsame Einschubrichtung ausrichten lassen (Torkelkonusprinzip). Die Konusverbindung des ANKYLOS-Systems ist selbsthemmend: die Zugschraube des Abutments fixiert den Aufbau zuverlässig im Verbindungs­konus des Implantats. Damit lassen sich mögliche Achs­divergenzen der Implantate einfach ausgleichen, was insbesondere für den Oberkiefer notwendig ist. Eine gemeinsame Einschubrichtung der präfabrizierten Primärkronen wird bequem durch Drehen und anschließendes Fixieren der abgewinkelten Abutments erzielt.

 

Falldarstellung


Ein 58-jähriger Patient wandte sich an uns mit dem Wunsch nach neuen Prothesen mit verbessertem Aus­sehen. Er beklagte, dass die bestehenden Interimsprothesen nicht halten, er die Zähne aufgrund einer ausgeprägten Bisssenkung nicht „zusammenbekommt“ und sich das Zahnfleisch um die verbliebenen Zähne 18, 34 und 35 wiederholt entzünde. Die weitere Anamnese und der anschließende Befund ergaben einen starken Nikotinkonsum (zwei Päckchen/Tag), parodontale Abszesse, Bruxis­­mus und starken Würgereiz. Darüber hinaus war der Biss um ca. 9mm abgesunken. Aufgrund der starken Oberkiefer-Atrophie und einer schmalen Basis bestand eine ausgeprägte horizontale Diskrepanz zwischen Ober- und Unterkiefer. Der Röntgenbefund zeigte retinierte und verlagerte Weisheitszähne 38, 48 und die stark ausgeprägten Masseteransätze aufgrund von Parafunktionen. Das Ziel unserer implantatprothetischen Rehabilitation schloss eine Bisshebung um ca. 9mm in zwei Schritten ein, die über Interimsprothesen für den Ober- und Unterkiefer erfolgen sollte. Als definitiven Zahnersatz wur-den implantatgestützte Teleskopprothesen geplant. Für den Oberkiefer wurden lediglich vier Implantate vor­gesehen, da der Patient keine Sinusbodenelevation wünschte. Aufgrund der Parafunktionen wurde auf einen großen Verbinder nicht verzichtet. Für den Unterkiefer wurde eine Cover Denture vorgesehen. Nach Zahnentfernung und einer parodontalen Behandlung als Infektionsschutz sowie einer Kieferrelationsbestimmung wurde eine Diagnostikschablone angefertigt. Es hat sich in der Praxis erfolgreich bewährt, dass es sich beim Einsatz ­einer Diagnostikschablone um einen entscheidenden Schritt bei der implantatprothetischen Planung handelt. Diagnostikschablonen nehmen das Ergebnis vorweg und geben dem Behandler damit Sicherheit von Beginn an. Sie eignen sich während der Therapie als Röntgen- und OP-Schablonen und lassen sich zur Abformung einsetzen. Im Verlauf der Therapie erfolgte im Oberkiefer eine Kieferkammspreizung beidseits sowie eine Augmentation mit Eigenknochen. Im Ober- und Unterkiefer wurden je vier Implantate mit Durchmesser 3,5mm inseriert. Der entscheidende Schritt für den langfristigen Erfolg von SynCone Restaurationen ist, den richtigen Zeitpunkt für die Verklebung der Kappen zu wählen. Es empfiehlt sich, diese erst nach Fertigstellung des Zahnersatzes zu verkleben. Die Sekundärteile sollten nicht ins nackte Prothesengerüst, sondern in den fertigen Zahnersatz geklebt werden. Damit umgeht man zwei Fehlerquellen: Zum einen wird eine spannungsfreie Verblockung durch die Suprakonstruktion gewährleistet. Zum anderen kommt es durch eine mögliche minimale Bisshebung beim Stopfen der Prothesenbasis nicht zu einem Friktionsverlust zwischen Patrize und Matrize.

Fazit für die Praxis


Die standardisierte Vorgehensweise mit SynCone ermöglicht eine wirtschaftliche und patientenfreundliche implantatprothetische Rehabilitation. Besondere Vorteile bieten Diagnostikschablonen, die das implantatprothetische Ergebnis vorwegnehmen. Durch die Befestigung mithilfe präfabrizierter Konuskronen und durch intraorale Verklebung der Kappen in den Zahnersatz werden die Prothesen stabil und spannungsfrei fixiert. Dabei ist der Zeitpunkt entscheidend: die Verklebung sollte erst nach Fertigstellung der Kunststoffbasis erfolgen, um eine Beeinträchtigung der Friktion zu vermeiden. Der vorgestellte Ablauf erleichtert die Anfertigung einer implantatgestützten Konusprothese auch bei ausgeprägter Kieferkamm­atrophie und anzuhebendem Biss.

Zahntechnik: Labor Rothmund, Holzgerlingen, ZTM Andreas Franck.

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