Kieferorthopädie 04.02.2013

Mit einem Minimum an Aufwand zur maximalen Verankerung

FZA Ole Bock
FZA Ole Bock
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Mit einem Minimum an Aufwand zur maximalen Verankerung

FZA Ole Bock aus Heikendorf stellt in folgendem Beitrag die TopClips vor – ein hilfreiches Tool vorgebogener Kantdrähte, die bei Einsatz kieferorthopädischer Minischrauben eine optimale Verankerung sowie Verteilung eingeleiteter Kräfte gewährleisten.

Als langjähriger Anwender des Minischrauben-Implantatsystems Dual-TopTM (Fa. Promedia Medizintechnik GmbH, www. promedia-med.de) haben wir in unserer Praxis viel Zeit mit der Analyse von Erfolgen und Misserfolgen klinisch möglicher Anwendungen zugebracht. Nach dem Einsatz mehrerer Hundert Schrauben entsprechend unterschiedlichster Indikationen stellte sich letztlich schnell heraus, was verlässlich funktioniert und was nicht. Als praktisch orientierter Kieferorthopäde bevorzuge ich generell einfache, effiziente und zielgerichtete Lösungen. Wir verwenden in unserer Praxis für anspruchsvolle Verankerungsfälle daher seit längerer Zeit die ebenfalls von genannter Firma vertriebenen TopClips. In der Regel werden orthodontische Kräfte mithilfe angebundener Zugfedern oder Elastikketten in Ankerschrauben eingeleitet. Diese Form der nicht stabilen Krafteinleitung führt jedoch dazu, dass die Schrauben auf Kippung belastet werden. Dabei variiert die Kippneigung je nach anliegender Kraft und erhöht so die Spannungsspitzen an der Implantat-Knochen-Grenze. Mithilfe des TopClip, welcher winkelstabil mit der Schraube verbunden werden kann, wird eine bessere Verteilung der eingeleiteten Kräfte erreicht. Dadurch wird die Überlebensrate der Minischrauben signifikant erhöht.

Beim TopClip handelt es sich um einen vorgeformten 30 mm langen Kantdraht (Stainless Steel) der Dimension .017'' x .025'', von dessen C-Clip aus der Draht seitlich, zentral, als Doppeldraht (strong) oder mit zusätzlichen Häkchen abgehen kann (Abb. 1). Die in Abbildung 2 dargestellte klinische Anwendung zeigt, dass lediglich die Verankerungsschrauben mit dem TopClip zum Gaumenschloss verbunden und dort umgebogen werden. Optional kann der Draht auch mittels Komposit verklebt werden. Kurzum: Man erhält eine maximale Verankerung bei minimalem (Zeit- und Kosten-)Aufwand. Auch rein geklebteVarianten halten absolut zuverlässig (Abb. 3). In unserer Praxis nutzen wir hierzu gern das Dentin-Aufbaumaterial CoreUp blau, ein dualhärtendes Komposit (Fa. Kaniedenta, www. kaniedenta.de). Dieses zeichnet sich durch seine besondere Festigkeit und gute Farberkennung beim Polieren der Reste nach dem Entfernen aus. Eine weitere technische Umsetzung besteht in der Verankerung von Unterkiefer-Molaren durch parallele Insertion des TopClips im Hilfsslot der Molarenbänder (Abb. 4). Hierbei ist eine Verklebung nicht notwendig, lediglich ein bündiges Umbiegen ist erforderlich. Da der Hauptslot frei bleibt, ist ein ungehindertes Arbeiten mit gleitenden Mechaniken oder Retraktionsbögen gewährleistet. Auch beim präprothetischen Aufrichten von Pfeilerzähnen oder dem unilateralen Lückenschluss nach frühzeitigem Zahnverlust stellen die TopClips einen verlässlichen Partner dar (Abb. 5). Die TopClips sind in leicht unterschiedlichen Geometrien erhältlich: klassisch, asymmetrisch, verstärkt, mit zusätzlichem Häkchen oder bereits abgewinkelt (Abb. 1).

Fazit
Wenn man in der heutigen Zeit über maximaleVerankerung nachdenkt, kommt man als Kieferorthopäde nicht mehr um das Thema Minischrauben herum. Die heutigen Pinsysteme sind anwenderfreundlich und ausgereift. Zudem steht dem Anwender eine Unmenge an Zubehör zur Verfügung. In unserer Praxis konnten wir feststellen, dass mit den beiden TopClip-Versionen „inline“ und „classic“ in Kombination mit den Dual-TopTM-Schrauben fast alle Verankerungsprobleme suffizient beherrscht werden können. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und erleben Sie echte maximale Verankerung. Denn in schwierigen Fällen macht genau dies den entscheidenden Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg einer Behandlung.

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