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Zahntechnik 28.02.2011

Outsourcing durch Fräszentren - modern, einfach und sicher

Thomas Dürr
Thomas Dürr
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Outsourcing durch Fräszentren - modern, einfach und sicher

Computer gesteuerte Zahnersatz-Fertigung bietet Dentallaboren gute Voraussetzungen für unternehmerischen Erfolg. Wer aber die kostspielige Technologie nicht selbst anschaffen will, kann seine Gerüste in spezialisierten Fräszentren fertigen lassen. Ohne Investitionsrisiko und hohe Folgekosten ebnen sie den Zugang zu modernem Zahnersatz. Die aktuelle Marktübersicht der ZWL Zahntechnik Wirtschaft Labor, Ausgabe 6 bietet Ihnen einen kompletten Überblick der Firmengestützte/Zentrale Fräszentren.

Das Thema Wirtschaftlichkeit gewinnt in den Dentallaboren immer mehr an Bedeutung. Eine der dringendsten Fragen lautet daher: „Kann man Kosten reduzieren und gleichzeitig die Qualität der Arbeiten verbessern?“ Die Antwort ist eindeutig: „Ja, man kann.“ Wohl kaum ein Zahntechniker hätte vor wenigen Jahren geglaubt, wie schnell sich CAD/CAM-Fertigung als technisch überlegen erweisen wird. Zwischenzeitlich aber ist sie in weiten Indikationsbereichen dabei, die konventionelle Herstellung abzulösen. Dabei ist die standardisierte Fertigung mittlerweile nicht nur präziser, sondern – bei entsprechender Auslastung des Gerätes – im Gegensatz zur kostenintensiven Handarbeit vor allem auch günstiger. Hier aber liegt die Schwierigkeit: Wer selbst ein komplettes CAD/CAM-System mit Scanner und Fräseinheit anschaffen will, sollte berücksichtigen, was passiert, wenn das Gerät nicht ausgelastet werden kann. Wird dieser Fall nicht eingeplant, laufen alle Berechnungen zur Amortisation eines eigenen CAD/CAM-Geräts innerhalb kürzester Zeit ins Leere.

Eine Alternative bieten die sogenann-ten Fräszentren. Hinter ihnen steckt die Idee des „Outsourcing“ – der zentralen Fertigung als Serviceleistung. In ihnen sind alle Komponenten, aus denen ein vollwertiges CAD/CAM-System besteht, zusammengefasst. Somit eröffnet das Fräszentrums-Konzept den Laboren auf einfache Weise und ganz ohne Investitionsrisiko die Welt des modernen Zahnersatzes, ohne dass die Labore selbst ein CAD/CAM-Gerät anschaffen müssen. Das spart den Laboren Geld und bindet nicht deren Liquidität. Viele Dentallabore nutzen darum dieses Konzept bereits erfolgreich und müssen weder spezielle Computerkenntnisse aufbauen noch regelmäßig ihre Software aktualisieren, sondern können sich ganz auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren.

Was ist eigentlich „Outsourcing“?
In den vergangenen zwanzig Jahren haben sich in allen Wirtschaftsbereichen die Produktionsverhältnisse und parallel dazu auch die Geschäftsmodelle verändert. Heute werden in zahlreichen Wirtschaftsbereichen immer mehr bislang intern erbrachte Leistungen ausgegliedert. Für diese Ausgliederung an spezialisierte Drittunternehmen wurde das Kunstwort „Outsourcing“ geschaffen, das sich aus den englischen Begriffen „outside“, „resource“ und „using“ zusammensetzt. Weitverbreitet ist Outsourcing im angelsächsischen Raum. In der deutschen Zahntechnik wird es jedoch kontrovers diskutiert. Kritisch sehen viele Zahntechniker beispielsweise, dass sie beim Ausgliedern der Gerüstherstellung auf eine ihrer bisherigen Kernkompetenzen verzichten müssten. Unbestritten aber ist, dass Outsourcing selbst kleinsten Unternehmen den Zugang zu modernen Technologien ermöglicht und ihnen in Zeiten wirtschaftlicher Rezession ganz ohne Bindung von Eigenkapital die Chance bietet, die eigenen Geschäftsprozesse zu rationalisieren.

Einsparpotenzial durch Outsourcing
Der Transfer der Informationen an ein Fräszentrum ist einfach: Entweder modellieren die Zahntechniker wie bisher und schicken ein Modell mitsamt Modellation in ein Fräszentrum oder sie versenden nur das scanfähige Sägemodell, sodass das Fräszentrum die Präparation erfasst und digitalisiert. Verfügt das Labor über einen eigenen Scanner, gestaltet es meist das digitale Gerüst selbst und überträgt lediglich dessen Daten. Das Fräszentrum fertigt dann aus dem gewünschten Werkstoff – Wachs, Kunststoff, verschiedenen Legierungen einschließlich EMF oder Titan, Glaskeramik oder Zirkondioxid – Provisorien, Vollkronen, Implantataufbauten oder Innenteleskope. Einige Fräszentren galvanisieren darauf auf Wunsch auch die Außenteleskope. Üblich aber ist vor allem die Herstellung von Gerüsten, die im Labor verblendet werden, oder alternativ Keramikrestaurationen, die im Labor nur noch individualisiert werden müssen.

Outsourcing macht freier
Bei provisorischen Brücken ist die CAD/ CAM-Technik gut dafür geeignet, das Provisorium per Computer so zu reduzieren, dass mithilfe der Datenbasis anschließend aus einem anderen Werkstoff die Endversorgung gefräst werden kann. Auf diese Weise reduzieren sich die Konstruktionskosten um die Hälfte. Für die Implantattechnik fräsen Fräszentren individuelle Aufbauten für nahezu jedes Implantatsystem. Aufbauten können auf Wunsch farblich eingefärbt werden und bieten dadurch mehr Ästhetik als es industrielle Standardlösungen können.
Als interessante Variante wird von den Zentren gelegentlich das sogenannte „Direktschleifen“ angeboten. Dabei steuert ein Zahntechniker vom PC in seinem Labor direkt die Fräsmaschine im Fräszentrum. Mit diesem speziellen Angebot muss sich der Zahntechniker nicht mehr nur auf die Sorgfalt der Mitarbeiter verlassen.

Ist Outsourcing sicher?
Weil mit der Gerüstherstellung beim Outsourcing eine der Kernkompetenzen des Labors außer Haus gegeben wird, gibt es immer wieder Zahntechniker die Bedenken gegen Outsourcing äußern. Diese Bedenken betreffen zu einem großen Teil die Werkstoffsicherheit. Angesichts der jährlich fast 100 Millionen Fälle von Produktpiraterie an den Außengrenzen der EU ist dies unzweifelhaft ein wichtiges Thema. „Gefälscht wird nahezu alles“, heißt es bei der EU. Besonders gefährlich aber sind Fälschungen von Medikamenten und Medizinprodukten. Im günstigsten Fall stellen sie sich als minderwertig heraus; im schlimmsten als gesundheitsschädlich. Darum sollten Zahntechniker niemals nur Versprechungen glauben, dass ausschließlich echte Werkstoffe nach hiesigen Richtlinien und gemäß den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes verarbeitet werden, sondern es sich garantieren lassen. Es gibt mittlerweile Fräszentren, die ausschließlich Werkstoffe verarbeiten, deren Hersteller über ein Schutzverfahren sicherstellen und sicher feststellen lassen, welche Restaurationen garantiert aus einem Original-Werkstoff gefertigt wurden. Dies bietet Dentallaboren und Zahnarztpraxen die Sicherheit, nicht eines Tages mit einem Produkthaftungsprozess konfrontiert zu werden.

Vorteile von Outsourcing für Labore:
• Keine oder niedrige Investitionskosten
• Keine Computerkenntnisse nötig
• Keine Kosten für Aufbau von Spezialwissen
• Expertise in den Fräszentren
• Kein Warenbestand
• Standardisierte und gleichbleibend hohe Gerüstqualität
• Kommunikation mit dem Fräszentrum als Dialog (Design etc.)
• Kein Liquiditätsverlust
• Keine Verschlechterung des Kredit-Rankings

Nachteile von CAD/CAM-Fertigung im Labor:
• Hohe Investitionskosten
• Aufbau einer eigenen Logistik
• Kosten für Ausbildung von Mitarbeitern
• Hohes geschäftliches Risiko bei geringer Systemauslastung

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