Branchenmeldungen 28.10.2008

Abschaffung der Budgetierung gefordert von KZBV

Abschaffung der Budgetierung gefordert von KZBV

Foto: © Shutterstock.com

Auf der zehnten Vertreterversammlung der KZBV am 23.10. in Stuttgart haben die Delegierten nahezu einstimmig die Forderung an den Gesetzgeber gerichtet, „die Budgetierung in der vertragszahnärztlichen Versorgung abzuschaffen und damit das Morbiditätsrisiko wieder auf die Krankenkassen zu verlagern.“

Die Aufhebung der Budgets sei gerade angesichts der Einführung wettbewerblicher Strukturen in das Gesundheitswesen und der Auflösung strikter Budgetierung für die niedergelassenen Ärzte zwingend erforderlich. Ausgabenprobleme bzw. eine angebotsinduzierte Nachfrage seien durch die Aufhebung nicht zu erwarten. Dies bestätige auch die mehrjährige Erfahrung mit den Festzuschüssen für Zahnersatz. Die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen wurden aufgefordert, „die einschneidenden Folgen von Honorarverteilung und Budgetzwängen durch geeignete Öffentlichkeitsarbeit mit Offenlegung der fehlenden Mittel gegenüber der Bevölkerung und der Politik deutlich darzustellen.“

Neben dem Votum zur Abschaffung der Budgetierung fasste die Vertreterversammlung weitere Beschlüsse:
Delegierte für Angleichung der zahnärztlichen Vergütung in Ost und West
In einer einstimmigen Entschließung forderte die Vertreterversammlung den Gesetzgeber auf, die gesetzlichen Grundlagen für „eine Anhebung der Vergütung in den neuen Bundesländern und Berlin auf das Vergütungsniveau der alten Bundesländer zu schaffen und die dafür erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen“. Dieser Schritt sei 19 Jahre nach der Wiedervereinigung längst überfällig. Ohne die Angleichung der Honorare seien negative Konsequenzen für eine flächendeckende, wohnortnahe zahnmedizinische Versorgung der Patienten zu befürchten, da es zu einer zunehmenden Abwanderung von qualifizierten Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie von Praxispersonal in die westlichen Bundesländer komme.

Mandat für strukturiertes Festzuschusskonzept im Bereich Parodontalerkrankungen
Das Zahnärzteparlament beauftragte den Vorstand der KZBV, das von einer Facharbeitsgruppe vorgelegte ‚Strukturierte PAR-Behandlungskonzept mit Festzuschüssen‘ weiterzuentwickeln und mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und der Bundeszahnärztekammer zu konsentieren. Ziel sei es, „ein vom gesamten Berufsstand getragenes Festzuschuss-Konzept in der Parodontologie ‚mit einer Stimme‘ in die Politik und in die Öffentlichkeit zu tragen sowie auf eine gesetzliche Regelung und Umsetzung des Konzeptes hinzuarbeiten.“ Zugleich sprach sich die Vertreterversammlung mehrheitlich aus für „eine Aufhebung des Zuzahlungsverbotes im Bundesmantelvertrag und im Ersatzkassenvertrag, um dadurch die Einführung weiterer Mehrkostenregelungen in allen Bereichen der Zahnheilkunde zu ermöglichen.“

Votum gegen „Online Rollout“ der elektronischen Gesundheitskarte (eGK)
Die Vertretung der 56.000 Vertragszahnärzte in Deutschland hat die von der Gesellschafterversammlung der gematik beschlossene Planung des so genannten Projektes „Online Rol-lout“ der eGK einhellig abgelehnt. Die mit dem Projekt beabsichtigte Einführung der Online-Prüfung und –Aktualisierung der Versichertenstammdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte „verlagert Prozesse von den Krankenkassen in die Arzt- und Zahnarztpraxen und führt zu erhöhtem, derzeit nicht bezifferbarem Aufwand, ohne dass für die Zahnärzte anderweitig ein Nutzen entstünde.“ Eine Online-Anbindung der Zahnarztpraxen sei nicht gesetzlich verpflichtend und daher abzulehnen. Der Vorstand der KZBV wurde deshalb „beauftragt, bei der gematik darauf hinzuwirken, dass die niedergelassenen Zahnärzte keine Anwendungen der eGK in ihren Praxen umsetzen müssen, die über das Einlesen der Versichertenstammdaten aus der eGK (...) hinausgehen.“

Quelle: kzbv.de, 28.10.08


Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper