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Branchenmeldungen 18.08.2014

Agieren statt reagieren

Agieren statt reagieren

Oscar Freiherr von Stetten setzt in seiner Praxis mit den Schwerpunkten Mikroskopgestützte Zahnerhaltung und Endodontie neueste Technologien und Verfahrensweisen für eine optimale Therapie ein. Dazu gehört auch die Röntgendiagnostik mit einem digitalen Volumentomografen (DVT), die der radiologischen Diagnostik in 2-D in vielen Fällen deutlich überlegen ist. Die Gründe dafür erläutert der Zahnarzt im Interview.

Was sind die Anwendungsvorteile eines DVT im Vergleich zur Röntgendiagnostik in 2-D?

Die DVT-Aufnahme ermöglicht mir eine korrekte Diagnose, die für ein erfolgreiches Therapieren unabdingbar ist. Unter Umständen stellt sich bei der Diagnostik auch heraus, dass gar keine endodontische Behandlung sinnvoll ist – dann spart die genaue Diagnostik Geld. Darüber hinaus ermöglicht mir das DVT eine bessere und einfachere Aufklärung des Patienten, da von ihm zum Verstehen des in der DVT-Aufnahme Gesehenen keine hohe Abstraktionsfähigkeit gefordert wird. Kurz gesagt, es ist vorteilhaft, auf Grundlage der DVT-Aufnahme agieren zu können, statt reagieren zu müssen.

Welche Nachteile bzw. Grenzen hat das DVT in der Endodontie?

Das Problem der Ortsauflösung spielt nach wie vor eine wichtige Rolle bei den Grenzen der DVT-Geräte. Ein Nachteil ist die Artefakterzeugung. Nicht zu vergessen sind die Strahlenbelastung und die starke Techniksensitivität dieses Verfahrens. Man muss die Physik der DVT-Geräte verstehen, um Artefakte und das, was man in den Aufnahmen sieht, viel besser einschätzen zu können. Nicht zuletzt benötigen Sie ein sehr hohes diagnostisches Know-how, das nicht mit den 25 Fällen, die von der DVT-Fachkunde gefordert sind, erreicht wird. DVT-Diagnostik erlernt man nur, wenn man sich massenweise Fälle anschaut, so wie wir es von den Radiologen her kennen. Bei Unsicherheit gilt das Vier-Augen-Prinzip.

In welchen Fällen „bestehen“ Sie vor Behandlungsbeginn auf ein DVT?

Das ist bei Revisionen, unklaren Beschwerden beziehungsweise unklaren klinischen Aussagen, prächirurgischer Diagnostik sowie ausgedehnten knöchernen Lysen der Fall. Ich möchte aber betonen, dass das DVT in keinem Fall die klinische Untersuchung ersetzt. Darüber hinaus ist die Anwendung des DVT meiner Meinung nach indiziert bei Verdacht auf Resorptionen, post WSR, bei Nervnähe und Kieferhöhlenbeteiligung.

Muss eine High-End-Endo mit Mikroskop auch zwingend mit High-End-Endo in Bezug auf die Röntgendiagnostik arbeiten?

Ja und nein, das kommt tatsächlich auf die Erfahrung des Behandlers an. Die wichtigste Frage ist: Kann ich mit meinen Mitteln auch die erkannten Problematiken adäquat therapieren oder ist die Überweisung der bessere Weg? Nicht jede Praxis hat dafür die richtigen Materialien und Geräte. Früher war Endodontie natürlich ohne DVT möglich – das DVT macht es aber einfacher und vorhersehbarer, auch wenn Erfahrung ganz viele Dinge kompensieren kann. Patienten wiederum erwarten High-End-Technik, insbesondere wenn sie in eine auf Endodontie spezialisierte Praxis überwiesen werden. High-End-Endo wird dann zum Marketingaspekt und ist auch gerechtfertigt, denken Sie etwa an die Zähne, die schon multiple Behandlungsversuche hinter sich haben und dann uns zur Therapie überwiesen werden.

Vielen Dank!

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