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Branchenmeldungen 10.05.2010

Aus für die Kopfpauschale - Ende der HOZ-Träume

Aus für die Kopfpauschale - Ende der HOZ-Träume

Nur kurz währte die Zeit der großen Illusionen unter den Berufsfunktionären, mit einer Zahnärzte-FDP-bestimmten schwarz-gelben Regierungs-Gesundheitspolitik alle Blütenträume zahnärztlicher Berufspolitik umsetzen zu können. Eine GOZ-Novellierung durch Übernahme der BZÄK/DGZMK/KZBV/HOZ mit mindestens 80 Prozent mehr Privathonorar oder gar Kassenverträge ohne jegliche Budgets, Kostenerstattung und Festzuschüsse über fast alle Kassenleistungen aber Funktionärs-Postensicherheit durch Gruppenverträge bei den Kassen für die KZVen und mit PKVen für die Kammern. Wenn man letzteres auch öffentlich eigentlich bisher ablehnte, alles ist intern vorbereitet.

Mit der NRW-Wahl und dem CDU/FDP-Debakel ist nun alles vorbei. Die HOZ wird, wie bereits vorbereitet, in die BEMA-GOZ integriert, die Kopfpauschale auf der Basis einer Grundversorgung in der GKV ist tot, da sind sich Rot/Grün und vor allem die CSU einig, auch die Union frohlockt über das Scheitern von Rösler. Die Kassen werden ab 2011 keine Haushaltsdotation zum Defizitabbau mehr erfahren, die Beiträge steigen und damit werden Budgetierungszwänge wachsen, die Honorarschrauben angezogen. Das einzige was bleibt sind Einzel- und Gruppenverträge für die GKV aus Rot/Schwarz und für die PKV aus Schwarz/Gelb-Beschlüssen heraus. Und die Zahnarztfunktionäre behalten in KZVen und Kammern ihre gut dotierten Jobs, man braucht Sündenböcke für eine reibungslose Umsetzung der Zwangsmaßnahmen in der Zahnärzteschaft. Aber darin sind sie geübt, lauthals zu protestieren und klaglos zu vollziehen. Zahnarztfunktionäre eben, die funktionieren wie die große Politik es will.

Die BEMA und GOZ Leistungsbeschreibung wird über weite Teile identisch, der BEMA-Punktwert bald besser als GOZ - 2,3fach-Honorierung sein, GKVen und PKVen können Sonder-Leistungsverträge mit Zahnarztgruppen schließen - dazu bieten sich KZVen wie Kammern als "Organisator" an. Immer mehr wird der Patient ob GKV- oder PKV-Mitglied selbst bezahlen müssen, allein Zahnarzt und Patient stehen in der gemeinsamen finanziellen Verantwortung.

Muss sich angesichts dieser Situation nicht die Frage aufdrängen, warum schafft der Gesetzgeber nicht eine der beiden Körperschaften, KZV oder Kammer endlich ab? Treffen wird es aus Berufsrechts-Überwachungsgründen die KZVen, spätestens dann, wenn sie bald nur noch ein Viertel der Praxisumsätze aufgrund der weiteren Kassen-Budgetierungspolitik repräsentieren. Wie man KZVen schneller loswerden kann, dazu kommt von mir noch einiges an Ideen,

toi, toi, toi

Ihr J. Pischel

10.05.2010

Foto: © Shutterstock.com

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