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Branchenmeldungen 30.05.2014

Biofilmmanagement: Roadshow zu Gast in Leipzig

Christin Bunn
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Biofilmmanagement: Roadshow zu Gast in Leipzig

Unter dem Motto „Systematisch und praxisnah zum Ziel“ machte die aktuelle Roadshow der praxisHochschule Köln in Kooperation mit W&H sowie Oral-B am 28. Mai in Leipzig halt. Fünf weitere Deutschland-Termine folgen.

Bündelt man die Kompetenz dreier starker Prophylaxe-Player, kann dabei nur eines herauskommen: Eine gleichermaßen wissenschaftliche, informative wie praxisnahe Deutschland-Tour, die am 28. Mai Station in Leipzig machte. Rund 60 Teilnehmer besuchten die von der praxisHochschule in Kooperation mit W&H und Oral-B initiierte Veranstaltung, um ein Update im Bereich des erfolgreichen Biofilmmanagements zu erfahren. Wie sieht das Idealkonzept für die Praxis aus? Welchen Anteil trägt dabei die Qualifikation der Mitarbeiterin? Und was sind die wirksamsten Methoden für zu Hause? – Diesen und vielen weiteren Fragen wurde von Referent Dr. Ralf Rössler systematisch auf den Zahn gefühlt und dabei vor allem eines herausgestellt: In kaum einer anderen zahnmedizinischen Disziplin gibt es einen derartigen, mit starken Entwicklungsschritten verbundenen, Paradigmenwechsel, wie er derzeit im Bereich der Parodontologie und Prophylaxe stattfindet.

Impressionen

Aus der Praxis für die Praxis

Als niedergelassener Zahnarzt sowie Funktionsoberarzt an der Philipps-Universität in Marburg hat Rössler täglich mit parodontalen Erkrankungen zu tun und weiß, dass es in diesem Bereich wenig fundiertes Wissen gibt und eine Vielzahl der (akademischen) Statements zum Thema Biofilm längst überholt ist. Genau wie das Wort Prophylaxe selbst, das laut Rössler praxisseitig vollkommen falsch verwendet werde und bei den Patienten eine falsche Erwartungshaltung auslöse. Denn unter einer Prophylaxe verstehe der Patient eine Zahnreinigung. Und die habe weder etwas mit Karies noch mit Parodontitis zu tun – beides 100 Prozent vermeidbare, durch Keime ausgelöste Erkrankungen, die es zu therapieren und nicht zu reinigen gelte. Würde hingegen aber in der Arzt-Patienten-Kommunikation verdeutlicht, dass es sich um eine Infektion handle, sei die Therapiebereitschaft eine viel höhere, denn kein Patient wolle eine Infektion im Mundraum haben.

Bekanntes neu verstehen lernen

Nach diesem Exkurs in aktuelle Problematiken erklärte Rössler, wie man erfolgreich gegen Biofilm vorgehen kann und setzte sich wissenschaftlich mit der organisierten, lebensfähig-vernetzen und umgebungsspezifischen Auflagerung von Bakterien auseinander. Dabei klärte er darüber auf, dass sich diese gegenseitig begünstigen, was zur Folge habe, dass eine Reduzierung nur von kurzer Dauer sein werde. Denn die Mundhöhle bestehe aus mehr als nur Plaque oder Zahnbelag und tatsächliches Biofilmmanagement sei nur dann gegeben, wenn man den Biofilm beeinflusse und in regelmäßigen Abständigen ordentlich in „Unordnung“ bringe.

Anhand der Reaktionen des Publikums wurde deutlich, dass in vielen Praxen ein Umdenken erforderlich ist und therapeutische Konzepte überdacht werden müssen. Denn nicht die Zerstörung des Biofilms sei oberstes Ziel, sondern die therapeutische Kontrolle. Wie diese aussehen kann, verdeutlichte Rössler mittels klinischer Fallbeispiele und Erfahrungswerten aus seinem Berufsalltag. So sei das Erkennen einer Infektion der erste erfolgreiche Schritt, an dem es häufig jedoch fehle. Der Befund Blutung nach Sondieren sei bei einer frühzeitigen Diagnostik elementar, die mikrobiologische Diagnostik mittels aMMP8-Test in der Implantologie besonders aufschlussreich.

Einmal infektiös, immer infektiös

Für parodontale Erkrankungen gibt es keine Heilung, sie bleiben auf Lebenszeit infektiös. Aus diesem Grund legte Rössler den Teilnehmern nahe, immer von einer unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) zu sprechen, damit der Patient die Wichtigkeit eines kontinuierlichen Recalls verstehe. Eine Zukunftsstrategie sei es, dem Patienten die Wertigkeit einer PA-Therapie in Form des „sich etwas Gutes tun“ zu vermitteln. Für die nichtchirurgische Therapie von Periimplantitis stelle vor allem die Photodynamische Therapie eine gute Möglichkeit dar.

Der Blick auf die häusliche Prophylaxe bildete den Abschluss des zweiten Vortragsteils. Hier verdeutlichte Rössler auf Grundlage wissenschaftlicher Studien, dass elektrische Zahnbürsten mit oszillierend-rotierenden Bewegungen gegenüber Handzahnbürsten von Vorteil sind. Dies sei jedoch nur die Königsdisziplin – vielmehr gehe es um die Überdenkung von therapeutischen Ansätzen in der Praxis, weg vom „Zahnreiniger“ und hin zum tatsächlichen „Biofilmmanager“.

Dass Rössler mit seinen Ausführungen aufwecken und zum Nachdenken anregen konnte, zeigten die vielen Fragen seitens der Roadshow-Teilnehmer nach Vortragsende. Der Veranstaltung bleibt zu wünschen, dass es nicht beim Nachdenken bleibt, sondern daraus ein Umdenken mit praktischer Realisierung erfolgt.

Erlebbare Prophylaxe

Ein intelligentes Produktportfolio mit dem Ziel, Zahnarzt und Team bei ihrer täglichen Arbeit am Patienten zu unterstützen – dies bietet das Unternehmen W&H vor allem auch im Bereich der Prophylaxe. Aus diesem Grund war es dem Dentalproduktehersteller ein Anliegen, Dr. Ralf Rössler in seinen Darlegungen zu ergänzen und Produktlösungen zu präsentieren. Dies erfolgte in Form einer zentralen Themeninsel im Vortragssaal, die ein reges Teilnehmerinteresse in den Pausen auf sich zog sowie in Form des Vortrags durch W&H-Außendienstmitarbeiter Rico Zschoche, der Ausführungen zu den Geräten und ihren therapeutischen Möglichkeiten gab. Neben dem Ultraschall-Scaler Tigon+ wurde das Proxeo-System für das effiziente maschinelle Reinigen und Polieren vorgestellt sowie die W&H Hygiene-Linie, vertreten durch das Instrumentenreinigungs- und Pflegegerät Assistina 3x3.

Einladung zum Umdenken

Die praxisHochschule mit ihren Kooperationspartnern W&H sowie Oral-B lädt mit der Roadshow zum Thema „Biofilmmanagement – Systematisch und praxisnah zu Ziel“ im Zeitraum Juni bis Juli 2014 noch in sechs weiteren Städten zum Boxenstopp ein. Die Termine im Überblick:

Deutschland

  • 17. Juni Stuttgart
  • 08. Juli Hannover
  • 09. Juli Berlin
  • 18. Juli Hamburg
  • 25. Juli Mannheim

Österreich

  • 16. Juni Wien

Weitere Informationen, Anmeldung und Kontakt unter www.praxisdienste.de

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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