Branchenmeldungen 28.04.2026
BVD-Branchentreff 2026: „Dentalfamilie“ demonstriert Stärke trotz politischer Ignoranz
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Als erste Quintessenz zieht der Bundesverband Dentalhandel (BVD) bereits jetzt eine Bilanz der Superlative: So verzeichne der diesjährige Branchentreff mit über 170 Teilnehmern den höchsten Zuspruch seiner Geschichte. „Während die Branche den Schulterschluss probe, lasse die politische Resonanz jedoch zu wünschen übrig“, so BVD-Präsident Jochen G. Linneweh.
Rekordbeteiligung und neues Selbstbewusstsein
Gemäß den weiteren Ausführungen lässt sich feststellen: Die „Dentalfamilie“ ist enger zusammengerückt als je zuvor. Mit einer ausgebuchten Veranstaltung und einer langen Warteliste hat der Branchentreff 2026 alle bisherigen Rekorde gebrochen. Besonders erfreulich: Neben rund 20 Prozent Stammgästen konnten circa 60 Neuzugänge und Rückkehrer unter den Anmeldungen verzeichnet werden.
„Das Konzept der Öffnung hat sich bewährt“, hieß es hierzu seitens der Geschäftsleitung. Dass auch viele Händler und Industrievertreter teilnehmen, die aktuell kein BVD-Mitglied sind, unterstreiche die Bedeutung der Veranstaltung als zentrale Plattform für den Austausch zwischen Handel, Industrie, Wissenschaft und Fachpresse.
Für das Jahr 2027 bittet der Verband aufgrund der hohen Nachfrage bereits jetzt um rechtzeitige Anmeldung, um die Kapazitäten besser planen zu können.
Politisches Desaster: Die „leere Bühne“
Bekanntgegeben wurde auch, dass ein ursprünglich geplanter Höhepunkt der Tagung umgestaltet werden musste. Ursprünglich sei eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zur Entbürokratisierung und zur Sicherung der zahnmedizinischen Versorgung vorgesehen gewesen. Trotz frühzeitiger Einladungen hätten jedoch alle angefragten Politiker auf Landes- und Bundesebene abgesagt.
Der BVD findet hierfür deutliche Worte: Das Desinteresse der Politik an zahnmedizinischen Kernthemen sei „enttäuschend“ und ein „Zeichen mangelnder Wertschätzung“. Als bezeichnendes Beispiel wurde die seit 1988 stagnierende Punktwert-Regelung der GOZ angeführt. Die Politik scheine darauf zu vertrauen, dass sich die Branche „schon irgendwie durchkämpfe“, ohne die existenzielle Bedeutung für Hunderttausende Arbeitsplätze und die Patientenversorgung zu würdigen.
Fokus auf Lobbyarbeit und Zusammenhalt
Als Reaktion auf die Absage der Politik rücke der BVD nun die eigene Agenda in den Fokus. Das klare Ziel: Die Lobby der Zahnärzte und des Dentalmarktes massiv stärken, um dem „politischen Desaster“ entgegenzuwirken.
Einblicke wurde zudem in weitere strategische Punkte gegeben. So wurde betont, dass sich der BVD nach einer kritischen Phase und Mitgliederverlusten in der Vergangenheit wieder im Aufwind befinde. Es wurde zudem hervorgehoben, dass die Komplexität und Größe der Dentalbranche außerhalb des Sektors oft unterschätzt werde, weshalb der Zusammenhalt im Verband essenziell bleibe.
Ein wertschätzender Abschluss der Pressekonferenz, der die Bedeutung der Branche unterstreicht und neugierig auf die Impulse des jetzt startenden Branchentreffs macht.