Branchenmeldungen 06.05.2026
BVD Praxisbarometer zu Investitionsverhalten und Materialkauftrends in Zahnarztpraxen
Befragt wurden 200 Zahnärztinnen und Zahnärzte, die Investitionsentscheidungen treffen oder maßgeblich daran beteiligt sind. Die Erhebung wurde vom auf Gesundheitsmarktforschung spezialisierten Institut Psyma x Exevia durchgeführt.
Zwischen Engpässen und Innovation: Die Trendagenda der Praxen
Gefragt wurde unter anderem, welche technologischen und gesellschaftlichen Trends in den kommenden zwei bis drei Jahren besonders relevant für die eigene Praxis sein werden. Die Antworten fallen eindeutig aus: Der Fachkräftemangel wird von den Befragten als einer der prägendsten Faktoren der nächsten Jahre eingeschätzt. Mehr als die Hälfte bewertet ihn als sehr relevant.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die digitale Praxisführung weiter an Bedeutung. Moderne Praxissoftware, cloudbasierte Patientenakten sowie sprachgesteuerte Dokumentations- und Abrechnungssysteme gelten als zentrale Bausteine, um personelle Engpässe zu kompensieren. Telemedizin und Online-Beratung werden dagegen deutlich seltener als praktikable Lösung gesehen und spielen im Relevanzranking eine untergeordnete Rolle.
Auch der 3D-Druck von Zahnersatz rückt stärker in den Fokus: Die Technologie hat den Nischenstatus hinter sich gelassen. 32 Prozent der Befragten erwarten, dass sie in ihrer Praxis sehr relevant sein wird, weitere 40 Prozent stufen sie als relevant ein. Damit etabliert sich der 3D-Druck zunehmend im Versorgungsalltag.
Zwei Drittel der Zahnärztinnen und Zahnärzte stufen KI-gestützte Diagnostik und Behandlungsplanung als relevanten Zukunftstrend für die eigene Praxis ein, ein Viertel sogar als besonders bedeutsam. KI ist damit fest im Zukunftsbild der meisten Praxen verankert.

KI in der Zahnmedizin: Zwischen Skepsis und Wissensdurst
Trotz dieser hohen Relevanzwerte zeigt sich ein differenziertes Stimmungsbild: Rund 10 Prozent der Befragten nennen KI spontan als den Trend, den sie derzeit für überschätzt halten – häufiger als jeden anderen. Gleichzeitig wird der Wunsch nach Orientierung deutlich: Fast 20 Prozent äußern spontan, dass KI in künftigen Fortbildungen eine größere Rolle spielen sollte.
Diese Mischung aus Zurückhaltung und Lernbereitschaft deutet auf eine gewisse Polarisierung innerhalb der Zahnärzteschaft hin – und macht sichtbar, wie groß der Bedarf an Einordnung und praxisnahem Wissen rund um KI tatsächlich ist.
Turnus und Ausblick
Das BVD-Praxisbarometer erscheint zweimal jährlich. Jede Erhebungswelle setzt eigene thematische Schwerpunkte und ermöglicht sowohl Trendbeobachtung als auch vertiefende Analysen.
Das Studienvorhaben ist Teil des strategischen Anspruchs des Verbandes, datenbasierte Entscheidungsgrundlagen zu schaffen und seinen Mitgliedern einen exklusiven Informationsvorsprung zu bieten.
Eine Auswahl der aktuellen Ergebnisse wurde im Rahmen des Branchentreffs 2026 vorgestellt. Die vollständige Auswertung steht den BVD-Mitgliedsunternehmen ab Mai zur Verfügung.