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Branchenmeldungen 17.05.2019

Der Einstieg zum Aufstieg: Dental Hygienist (B.Sc.)

Der Einstieg zum Aufstieg: Dental Hygienist (B.Sc.)

Mit dem Ausbau des Campus NRW bietet die SRH Hochschule für Gesundheit ab dem Wintersemester 2019/2020 das Bachelorstudium Dental Hygienist in Leverkusen an. Hochschulmanagerin Stephanie Sobola sowie Präsident und Geschäftsführer Prof. Dr. Johannes Schaller standen vorab Rede und Antwort.

Was macht den Standort Leverkusen so besonders?

Stephanie Sobola: Die SRH Hochschule für Gesundheit ist in NRW mit Leverkusen, Bonn und Düsseldorf bereits mit drei akkreditierten Standorten präsent, an denen in Kooperation mit den SRH Fachschulen die Studiengänge Physiotherapie und Logopädie ausbildungsintegrierend studiert werden können. Die Entscheidung, den Campus Leverkusen zum Hochschulstandort auszubauen, liegt in der hervorragenden Infrastruktur von Leverkusen: Von Düsseldorf und Köln aus ist der neue Campus in nur 15 Minuten per ÖPNV erreichbar, zudem sind Autobahnkreuze sowie die Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf in unmittelbarer Nähe.

Da unsere Studierenden aus ganz Deutschland anreisen, besteht in und rund um Leverkusen die Möglichkeit, deutlich günstiger zu wohnen als direkt in Metropolen wie Köln oder Düsseldorf. Dennoch bietet Leverkusen ausreichend Möglichkeiten für ein „studentisches Leben“ – und die Kölner oder Düsseldorfer City ist für ein Kölsch oder Alt unkompliziert erreichbar.

Für wen kommt der brandneue Studiengang Dental Hygienist (B.Sc.) infrage?

Prof. Dr. Johannes Schaller: Beim Dental Hygienist (B.Sc.) handelt es sich um einen zahnmedizinischen Assistenzberuf, der international bereits seit mehr als 100 Jahren etabliert ist. Den „Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen“ des Wissenschaftsrates aus 2012 zufolge ist die Akademisierung des Dental Hygienist (B.Sc.) ein weiterer wichtiger Baustein im Gesundheitssystem von heute und morgen: „Dies gilt umso mehr, als Präventionsleistungen angesichts des längeren Erhalts von Zähnen und der damit steigenden Prävalenz parodontaler Erkrankungen sowie deren Interaktionen mit weiteren, insbesondere infektiösen Erkrankungen von wachsender Bedeutung sind. Vor allem Dentalhygienikerinnen und -hygieniker übernehmen hier vermehrt auch komplexe Aufgaben der zahnmedizinischen Prävention und Therapie“, so der Wissenschaftsrat.

Der Studiengang Dental Hygienist (B.Sc.) richtet sich an ZFAs, fortgebildete ZMPs und DHs. ZFAs können ihr Studium auf vier Semester verkürzen, für ZMPs und DHs können ggf. nach individueller Prüfung weitere Module zeitlich und monetär angerechnet werden. Darüber hinaus bietet der Abschluss die Möglichkeit, nach dem Bachelor- noch einen Masterstudiengang zu absolvieren. Mit einem Masterabschluss eröffnet sich die Möglichkeit zur Promotion und zu einer akademischen Laufbahn. An unserer Hochschule können die Absolventen mit dem Master „Gesundheits- und Sozialmanagement“ anknüpfen.

Was gehört zum Aufgabenbild eines Dental Hygienist (B.Sc.)?

Stephanie Sobola: Mit einem abgeschlossenen Studium als Dental Hygienist (B.Sc.) können Aufgaben im Bereich Prävention, Therapie und Nachsorge im Rahmen der Delegation übernommen werden, um den Zahnarzt zu entlasten. Die delegationsfähigen zahnmedizinischen Leistungen richten sich hierbei nach dem „Delegationsrahmen für Zahnmedizinische Fachangestellte“ der Bundeszahnärztekammer sowie nach § 1 Abs. 5 und 6 des Zahnheilkundegesetzes.

Seit dem 1. Juli 2018 besteht zudem ein gesetzlicher Anspruch auf präventive zahnärztliche Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung. Untersuchungen zeigen, dass die Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung im Durchschnitt schlechter ist als die der übrigen Bevölkerung. Sie haben ein erhöhtes Risiko für Karies und weitere Munderkrankungen. Allein durch die neue Gesetzeslage wird der Bedarf an Dental Hygienists in Deutschland exponentiell steigen.

Heute sind Dentalhygienikerinnen und Dentalhygieniker international in mehr als 25 Ländern vertreten (siehe IFDH). Weltweit gibt es zurzeit ca. 350.000 Dental Hygienists: etwa 150.000 in den USA (309,6 Mio. Einwohner), 14.000 in Kanada (34,1 Mio. Einwohner) und 2.200 in der Schweiz (7,8 Mio. Einwohner). Setzt man die Anzahl an Dental Hygienists der drei oben genannten Länder in Beziehung zur jeweiligen Bevölkerungszahl, dann fehlen in Deutschland etwa 20.000 bis 30.000 Dentalhygienikerinnen und Dentalhygieniker.

Was sind die Kerninhalte des Studiums?

Prof. Dr. Johannes Schaller: Das Studium strukturiert sich u. a. in folgende Bereiche:

  • Wissenschaftliche Grundlagen und Schlüsselkompetenzen
  • Grundlagen orale und humane Anatomie und Physiologie
  • Allgemeine Grundlagen der Prophylaxe und Parodontologie
  • Delegierbare zahnmedizinische Aufgaben
  • Special Care (z. B. Kinder, Kleinstkinder, geriatrische und pflegebedürftige Patienten, multimorbide Patienten, weitere Risikogruppen)
  • Strukturen und Prozesse im Gesundheitswesen
  • Praktische Ausbildung
  • Bachelor-Thesis

Wie ist die Verknüpfung zwischen theoretischem und praktischem Lernen?

Prof. Dr. Johannes Schaller: Neben der Vermittlung von theoretischem Wissen gibt es in jedem Semester Praxisphasen. Unter der Betreuung von erfahrenen Professoren und DHs (B.Sc.) werden die zu Beginn theoretisch vermittelten Inhalte zu den Grundlagen der Prophylaxe in den anschließenden Praxismodulen zunächst am Phantom, später auch am Patienten geübt und umgesetzt.

Das Studium zeichnet sich durch einen außergewöhnlich hohen Praxisanteil an dritten Lernorten aus. So gibt es die Möglichkeit, unterschiedliche Stationen bei unseren Praxispartnern und akademischen Ausbildungszentren zu absolvieren. Im fünften Semester besteht zudem die Möglichkeit, auch ausländische Standorte kennenzulernen.

Mit welchen Argumenten sollten Interessierte ihre Chefs überzeugen?

Stephanie Sobola: Dental Hygienists können Aufgaben im Bereich Prävention, Therapie und Nachsorge im Rahmen der Delegation übernehmen, um den Zahnarzt zu entlasten. Nach Abschluss des Studiums sind sie zudem in der Lage, eine Prophylaxeabteilung aufzubauen, zu managen und zu leiten. Aufgrund des Fachkräftemangels im Gesundheitsbereich wird die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften wie Dental Hygienists exponentiell steigen.

Der Arbeitgeber profitiert beim Einsatz von Dental Hygienists (B.Sc.) in Bezug auf die Sicherung seiner Patientenversorgung. Hier ist ein interprofessionelles Arbeiten auf akademischem Niveau gewährleistet, welches von den Patienten äußerst positiv aufgenommen wird und somit eine erhöhte Patientenbindung gewährleistet. Zudem kann der Umsatz in der Zahnarztpraxis durch eine erfolgreiche Prophylaxeabteilung deutlich gesteigert werden.

Arbeitgeber profitieren schon ab dem ersten Semester von den neuen Fähigkeiten und Kompetenzen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn diese verbringen lediglich eine Woche im Monat an der Hochschule, die restlichen drei Wochen können sie voll in der Praxis arbeiten.

Welche Tipps können Sie für die Finanzierung geben?

Stephanie Sobola: Für die Studierenden gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Finanzierung ihres Studiums – von BAföG über klassische Bildungskredite bis hin zu Stipendien. Besonders spannend: der neue SRH Gera Bildungsfonds. Über die Brain Capital GmbH wird hier ein innovatives Modell der Studienfinanzierung angeboten: erst studieren, später bezahlen. Während des Studiums fallen dabei keine oder nur ein Teil der Studiengebühren an.

Nach Abschluss des Studiums und nur bei Erreichen eines stabilen Mindesteinkommens leisten die Geförderten einen einkommensabhängigen Beitrag zurück an den SRH Gera Bildungsfonds. So wird garantiert, dass sich die Studierenden zu 100 Prozent auf ihr Studium konzentrieren können und eine Finanzierung haben, die mit ihren Zukunftsplänen kompatibel ist.

Welche Verdienstmöglichkeiten gibt es für Absolventinnen und Absolventen?

Prof. Dr. Johannes Schaller: Während der durchschnittliche Verdienst einer ZFA1 bei ca. 1.700 Euro brutto monatlich liegt und auch nach 15 Berufsjahren oft nur bei 2.200–2.500 Euro liegt, ist als Dental Hygienist (B.Sc.) ein Verdienst von 3.200–4.000 Euro monatlich möglich2, je nach Umsatzbeteiligung auch mehr. In der Schweiz sind sogar 8.000–10.000 Franken (umgerechnet 7.000–9.000 Euro) monatlich möglich.3 Der Bachelor-Abschluss ist international anerkannt, sodass auch ein Arbeiten im Ausland möglich ist. (Angaben zum Verdienst ohne Gewähr)

Vielen Dank für das Gespräch.

Quellen
1 Vergütungsempfehlungen für in Baden-Württemberg beschäftigte ZFA-Auszubildende und ZFA, verabschiedet von der LZK-Vertreterversammlung am 02.12.2017
2 http://www.abi.de/beruf-karriere/weiterbildung/dentalhygieniker-hintergrund015356.htm
3 https://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/Dental-Hygieniker-koennen-10-000-Franken-verdienen-24790991

Foto: SRH Hochschule für Gesundheit

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