Branchenmeldungen 01.06.2010

Der Freie Verband - die neue GKV-Rettungslobby

Der Freie Verband - die neue GKV-Rettungslobby

Foto: © Shutterstock.com

Was tut man beim Freien Verband als Postensicherungsverein in KZV- und Kammer-Vorständen nicht alles um Polit-Liebkind spielen zu dürfen. Der Korb-GKV-Ausstiegs-Ideologie des vergangenen Jahrhunderts hat man längst abgeschworen, - die Zahnärzte wollten sich die GKV-Kohle gegen FVDZ-Willen um jeden Preis erhalten - die Posten-Annahme-Verweigerung in ministerial-aufsichtsdominierten KZVen musste dem Pfründestreben der Funktionäre weichen. Jetzt will man in einem Dreisprung FDP-Röslers Kopfpauschalen-Einstieg politisch retten. Der GKV-Versicherte soll für die Zahnversorgung mit einem Sonder-Beitrag allein aufkommen. Da freuen sich die Arbeitgeber, aber vor allem will man so den Zahnärzten 12,5 Milliarden Euro an Kassenhonoraren für die Praxen als dauerhafte Einnahme sichern. Also eine "Zahnloch-Pauschale", statt Kopfpauschale, vornehm "kleine Gesundheitsprämie" genannt zur Rettung der GKV-Kohle in der Zahnmedizin.

Damit wäre der bisherige Sonderbeitrag für die ZE-Festzuschüsse obsolet, er würde integriert in die Zahn-Gesundheits-Sonderprämie von 18,90 Euro pro Monat. Sozial ist man auch, jeder der vom Familien-Bruttoeinkommen mit mehr als 1,16 Prozent belastet wird, also unter 1600 Euro verdient, soll aus dem bestehenden Gesundheitsfonds im kasseninternen Finanzausgleich finanziert werden. Sinkt der allgemeine GKV-Beitrag im Gesundheitsfonds, dann nur von 14,9 auf 14,8 Prozent, könnte das 10 Milliarden-Defizit von 2010 auf 0 gesenkt werden, der Bundeszuschuss ebenfalls um 5 Milliarden sinken.

Reinster GKV-Finanzierungs-Politwahnsinn. Fast nur Sieger. Schäuble muss weniger tief in die Tasche greifen. Bravo! Seehofer und Merkel retten den Gesundheitsfonds. Bravo! Rösler bekommt seine Kopfpauschale, wenn auch nur für die Zähne, kann eine weitere kleine 25/30 Euro Kopfpauschale oben drauf setzen, kann sein Wahlversprechen, bescheiden wie die FDP ist, als "versprochen gehalten" verkaufen. Bravo! Die Bürokratie in den Kassen wächst ins Unermessliche, da freuen sich die Funktionäre. Bravo! Politiker drehen nicht mehr an der Zahnarzt-Budgetschraube, zahlt doch der Versicherte allein - bis auf sozial schwache. Fraglich 12 Milliarden für die Praxen sind schon mal zu verteilen über die KZVen, die Posten für FV-Funktionäre winken weiter. Na ja! Ist doch schön, dass der Freie Verband für alles zu haben ist,

toi, toi, toi
Ihr J. Pischel

31.05.2010


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